28 Years Later

19.09.2025 von Leonardo Beckert

Kategorie:

Darsteller: , , ,

Regie:

Filmstudio: ,

Genre:

Serie:

FSK: 18

Laufzeit: 115 Minuten

Erscheinungsdatum: 09.10.2025

Sprache: Deutsch

Bei Amazon bestellen (Affiliate*)

Wenn es auf dieser Welt von zwei Dingen zu viel gibt, dann sind das Vampir- und Zombiefilme. Dass sich beide Filmströmungen seit knapp 100 Jahren* gehalten haben (der Vampirfilm ein paar Jahre länger schon), zeigt, dass etwas für den Menschen Essentielles erzählt wird. Beim Zombiefilm, so kann man munkeln, ist es die Endlichkeit des eigenen Körpers. Um 28 Years Later (2025) vorwegzunehmen: Memento Mori. Man soll sich der eigenen Sterblichkeit erinnern und wie würde das besser funktionieren als durch aus den Gräbern latschende Leichen. Selbstverständlich passiert das bei Danny Boyles und Alex Garlands neuestem Meisterwerk nicht so buchstäblich, aber der Kern der Aussage bleibt erhalten. Mehr noch, es geht um das Leben und den Tod und darum, mit dem Tod (buchstäblich) zu leben.

Inhalt des Films

28 Jahre nach dem Ausbruch des tödlichen Virus, der das Vereinigte Königreich in eine Bande rennender Blut-Fratzen verwandelt hat, setzt die Handlung an. Großbritannien ist unter Quarantäne gestellt und somit isoliert vom Rest der Welt. Selbstorganisiert überleben Jamie (Aaron Taylor-Johnson) und sein Sohn Spike (Alfie Williams), zusammen mit Spikes mutmaßlich geisteskranker Mutter Isla (Jodie Comer) auf einer Insel, die abgeschnitten vom Festland als friedliches Dorf funktioniert. Der einzige Zugang ist eine Art Pfad, der nur bei Ebbe sichtbar ist und durch das Meer führt.

Das erste Drittel der Handlung zeigt, wie Spike seinen ersten Tag auf dem Festland erlebt, angeführt durch seinen Vater. Es ist eine Art Feuertaufe und der Zwölfjährige muss sich mit der Realität der Untoten auseinandersetzen und wie sie umzubringen sind. Bei dem Ausflug fällt ihm ein Feuer in der Ferne auf. Wieder auf der Insel stellt sich heraus, dass ein angeblich verrückt gewordener Arzt manisch Leichen verbrennt. Doch Spike glaubt nicht alles, was ihm die Dorfbewohner oder sein Vater erzählen, denn er will nur eins: dass seine Mutter geheilt wird. Also entführt er sie prompt und reist mit ihr zusammen ins gefährliche Hinterland, um den Arzt zu erreichen.

Die Inszenierung

Spikes Feuertaufe ist mit das Intensivste, was ich filmisch seit langer Zeit ansehen durfte. Im Grunde genommen World-Building, doch gleichzeitig High-Speed-Arthouse-Horror-Action, die ihresgleichen sucht und definitiv nicht findet! Eine Mischung aus Jump-Cuts und Freeze-Frames erzeugt eine panische Unruhe, die durch das überwältigende Sound-Design (das klingt, wie der unbehaglichste Song einer Sludge-Metal Band) unerträglich spannend und verstörend wächst. Die Effekte sind auf höchstem Niveau und lassen die in der Tat sehr explizite Gewalt nur noch eindringlicher werden. Es ist glaubhaft gespielt, überdurchschnittlich fotografiert und perfekt in Szene gesetzt.

Die Suche nach dem angeblich verrückten Arzt (Ralph Fiennes) ist gleichzeitig das langsame und unglaublich schnelle Erwachsenwerden von Spike. Ihm und seiner Mutter begegnen überforderte junge Soldaten (Edvin Ryding), schwangere Zombies und sogenannte Alpha-Zombies, ein ganz bestimmter: Samson (Chi Lewis-Parry), nackt und bestialisch. Man darf dem Jungen dabei zusehen, wie er versucht, die Krankheit seiner Mutter und das Ende, welches dieselbe impliziert, zu verstehen. Man sieht, wie Gewalt passiert und der Tod überall lauert, aber auch, wie das Leben mit dem Tod aussehen kann. Diese Auflösung ist der Aufenthalt bei Doktor Kelson, in dem man einen kleinen Jungen wiedererkennt, der in der Einleitung des Films eine wichtige Rolle spielt. Doktor Kelson kümmert sich um die Toten und Untoten und lässt sie nicht in Vergessenheit geraten.

Fazit

28 Years Later ist ein intelligenter, überragend inszenierter Arthouse-Horrorfilm, der sich vom Zombie- und vom Horror-Genre allgemein maßgeblich abhebt. Mit Sicherheit enttäuscht er reihenweise Fans, aber mir ist das herzlich egal. Allein schon wegen des Sounds (ich müsste lange überlegen, um etwas Gleichwertiges zu erinnern), ist der dritte Teil der Reihe der beste Teil. Nicht nur das, er ist, meiner Meinung nach, neben Day Of The Dead (1985) einer der besten Zombie-thematischen Filme überhaupt!

*Wenn man von The White Zombie (1932) ausgeht. Was ich tue.

* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert