The Will of the Many

05.12.2025 von Joanna Müller-Lenz

The will of the many - James Islington

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ISBN: 978-3985852475

Format: Hardcover

Seiten: 790

Preis: 24,95

Erscheinungsdatum: 18.03.2025

Sprache: Deutsch

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In The Will of the Many ist Vis ist ein Waise und zu alt, um noch auf einfachem Wege eine Adoptivfamilie zu finden. Er hat sich mit seinem Schicksal abgefunden und schlägt sich durch den Alltag. Sein größter Wunsch: Weit weg der catenischen Republik leben, ohne jemals Willen abgeben zu müssen. Doch bevor es so weit kommt, erregt er die Aufmerksamkeit des Senators Ulciscor Telimus, der ihn in seine Obhut nimmt und adoptiert.

Vis bleibt keine Alternative, denn sein Leben hängt von der Güte Ulciscors ab. Dieser hat Pläne mit Vis und schickt ihn an die Akademie auf Solivagus. Dort soll Vis nicht nur in Rekordzeit die Spitze der Schulhierarchie erreichen, sondern nebenbei auch den Tod von Ulciscors Bruder Caeror untersuchen. Doch dann ist da auch noch die geheimnisvolle Agentin, die für die Anguis-Rebellen arbeitet. Sie hat nicht nur eigene Pläne, sie kennt auch Vis‘ Geheimnisse, die besser niemand erfahren sollte.

Faszinierende Welt mit außergewöhnlichem Machtkonzept

James Islington gelang mit The Will of the Many etwas, was ich bei vielen anderen Neuerscheinungen aus dem Phantastik-Genre vermisse: Er begeisterte mich von der ersten Seite für die Welt und den Protagonisten. Vis taucht langsam in die Welt ein, er selbst ist schon seit einiger Zeit Teil davon, aber noch nicht lange genug, um alles um ihn herum als selbstverständlich wahrzunehmen. So wird man als Leser an der richtigen Stelle abgeholt und kann mit Vis zusammen alles erkunden, was für die Geschichte wichtig ist. Und zu entdecken gibt es viel.

Die Catenische Republik hat das Römische Reich als Vorbild. Nicht nur die Namen ähneln dem Latein, auch die politischen Machtkämpfe und insbesondere die Ausbreitung des Reiches erinnern stark an die Zeit in Europa um das Jahr 100. Das Magiesystem ist im eigentlichen Sinne keines. Die Catener nutzen die Möglichkeit Willen zu übertragen und so gibt es verschiedene Hierarchiestufen in der Bevölkerung, dessen Bezeichnung ein Indiz liefert über wieviel Willen die Person verfügt. Willen selbst ist eine besondere Art der Energie, die eine Person nicht nur stärker und mächtiger werden lässt, sondern auch Transportmittel bewegen kann.

Glaubwürdige Charaktere in einer großen Welt

Die Geschichte wird aus der Perspektive des Protagonisten Vis erzählt. Er ist ein ruhiger Charakter, kein Auserwählter oder geborener Held. Eigentlich will er sich im Hintergrund halten, nicht auffallen und sich so durchmogeln, dass er niemals Willen abgeben muss. Aber schnell wird klar, dass er in seiner Vergangenheit eine besondere Erziehung genossen hat und über Fähigkeiten verfügt, die ihn weit von seinen Mitmenschen abheben. Erst an der Akademie trifft er auf Ebenbürtige, denen er sich – nicht immer mühelos – stellen muss. Und auch wenn Vis stellenweise etwas übermächtig wirkt, die echten Herausforderungen kann er nur mit Hilfe meistern.

Der Schauplatz erstreckt sich auf einer recht kleinen Fläche. Die Geschichte beginnt in Letens, wo Vis im Waisenhaus lebt und wird überwiegend auf der Insel Solivagus fortgeführt, einer kleinen Insel in der Nähe der Catenischen Hauptstadt. Bis auf wenige weitere Orte lernt der Leser nur einen Bruchteil der großen Weltkarte kennen. Durch die Kombination aus unterschiedlichen Kulturen, die an der Akademie aufeinandertreffen, wird aber schnell deutlich, wieviel größer die Welt ist. Die Schauplätze bleiben aber selbst sehr überschaubar, sodass man sich nicht gleich erschlagen fühlt von zu viel Intrige, Machtkampf und Geschichte.

Farbschnitt und Vergoldungen

Trotz Farbschnitt kommt das Hardcover von The Will of the Many ohne ausgeprägte Liebeshandlung aus. Im Academy-Setting gibt es lediglich ein paar leise Anklänge, die aber nie in den Vordergrund treten – für mich ein klarer Pluspunkt.

Titel und Name des Autors sind auf dem Cover in goldenen Lettern abgebildet, die leider nicht so unvergänglich sind, wie sie sein sollten. Viele Werke mit vergoldeter Prägung verlieren schon nach wenigen Berührungen an Glanz, da sich die Farbe vom Untergrund ablöst. Die frisch erschienene Taschenbuchausgabe wird das Problem nicht haben, ist aber meiner Meinung nach auch sehr gelungen.

Insgesamt hat mich Vis’ Geschichte ausgesprochen gefesselt, und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung. Auch wenn The Will of the Many nicht zu meinen absoluten Favoriten zählt, war es für mich eindeutig ein Fantasy-Highlight dieses Jahres.

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