
Kategorie: Belletristik
Autor: Cameron Sullivan
Verlag: Fischer TOR
Genre: Fantasy, Historienroman, Horror, Phantastik
ISBN: 97835967111
Format: Hardcover
Seiten: 576
Preis: 26
Erscheinungsdatum: 25.02.2026
Sprache: Deutsch
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Zwischen 1764 und 1767 tötete die „Bestie von Gévaudan“ 82 bis 124 Menschen und verbreitete Angst in der Region. Die Ereignisse erhielten durch eine ungewöhnlich starke mediale Berichterstattung europaweit große Aufmerksamkeit und wurden schnell zum politischen Thema. Treibjagden und Untersuchungen folgten. 1765 und 1767 wurden große Hunde getötet, wobei der letzte Abschuss durch Jean Chastel die Angriffe beendete. Bis heute ranken sich zahlreiche Theorien um das Wesen der Bestie, und der Stoff inspiriert Literatur, Film und Kunst als mythische Legende.
Das Buch
Auch Cameron Sullivan hat sich durch diese Ereignisse inspirieren lassen und seinen Debütroman mit diesem Hintergrund geschrieben. The Red Winter – Macht ist eine hungrige Bestie ist im Februar 2026 gleichzeitig in Englisch und Deutsch erschienen. Das Buch liegt mir als gebundene Ausgabe mit roten Schnittkanten von Fischer TOR vor, es ist aber auch als E-Book und sogar als Hörbuch vom argon Verlag erhältlich.
Die neue Umsetzung der Idee
Die Hauptfigur im Roman ist Sebastian Grave. Er ist ein rätselhafter Monsterjäger mit außergewöhnlichen Fähigkeiten und einer Vergangenheit, die sich über mehr als ein Jahrhundert erstreckt. Vor einigen Jahrzehnten hatte es ihn in die abgelegene Region Gévaudan in Frankreich verschlagen. Dort hatte ein Baron Freiwillige zum Kampf gegen eine mordende Bestie aufgerufen. Zusammen mit dem jungen Adligen Antoine d’Ocerne stellte sich Sebastian der gefährlichen Aufgabe. Einige Jahrzehnte später taucht der Sohn des jungen Adligen bei ihm auf und bittet ihn abermals um Hilfe. Während die beiden Richtung Gévaudan reisen, erzählt Sebastian seinem Begleiter die Geschichte der ersten Jagd. Dadurch erleben wir dann zwei Zeitebenen in einer Geschichte. Zudem kommen noch Sebastians Zwiegespräche mit dem Dämon, der in ihm lebt. Zwiegespräche in denen sich die beiden auch über Erinnerungen aus einer noch entfernteren Vergangenheit austauschen. Alles gehört irgendwie zusammen und Stück um Stück offenbart sich die Wahrheit hinter dem Monster und wieso die Gefahr damals nicht endgültig gebannt worden war.
Handwerkliches
Inhaltlich kann das Buch absolut überzeugen. Der Protagonist ist vielschichtig und voller Überraschungen, sowohl in den Zwiegesprächen mit dem Dämon, als auch mit seinen Handlungen und Entscheidungen. Aber auch die Geschichte selbst bietet viel. Neben den Zeitebenen und den vergangenen Erlebnissen ist es vor allen Dingen die Beschreibung der Landschaft, der Kultur und der Menschen, die wirklich gut gelingen und die die Geschichte vor den lesenden Augen lebendig werden lassen. Der Lesende wird daneben durch Spannung, Konflikte und eben die überraschenden Entwicklungen bei der Stange halten. Schlussendlich gelingt es dem Autor durch die Originalität, also der neue Ansatz die tatsächliche Geschichte zu nutzen, eine stimmige Atmosphäre und emotionale Tiefe zu schaffen. Und das alles in einem Debütroman. Da dürfen wir zukünftig noch einiges erwarten, vielleicht sogar mit Sebastian Grave als Hauptfigur.
Fazit
Cameron Sullivan gelingt mit seinem Debüt ein atmosphärisch dichter und inhaltlich überzeugender Roman, der historische Ereignisse gekonnt mit düsterer Fantasy verwebt. Die vielschichtige Hauptfigur, die spannende Handlung auf mehreren Zeitebenen und die lebendige Darstellung von Landschaft und Kultur sorgen für ein fesselndes Leseerlebnis. Besonders die originelle Interpretation der Legende der Bestie von Gévaudan verleiht der Geschichte eine nachhaltige Wirkung. Ein starker Auftakt, der neugierig auf weitere Abenteuer mit Sebastian Grave macht.
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