
Kategorie: Belletristik
Autor: Delemhach Emilie Nikota
Verlag: Klett Cotta
Genre: Cozy Fantasy, Fantasy, Phantastik
ISBN: 978-3608966718
Format: Hardcover
Seiten: 623
Preis: 26
Erscheinungsdatum: 14.03.2026
Sprache: Deutsch
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Denkt man an Cozy Fantasy, erwartet man Fantasy-Literatur, die besonders auf Gemütlichkeit, Wärme und behagliche Stimmung setzt. Anders als epische oder düstere Fantasy, die oft von Krieg, Intrigen oder existenziellen Bedrohungen handelt, legt Cozy Fantasy den Fokus auf kleine, intime Geschichten und die alltäglichen Abenteuer von Charakteren in einer magischen Welt. Im ersten Moment also eigentlich nichts für mich, denn im Hintergrund schwingt dabei immer auch eine Liebesgeschichte mit.
Eine kurze Leseprobe des ersten Bandes der Trilogie The House Witch – Der Koch des Königs von Delemhach Emilie Nikota hat mich aber überzeugt. Deshalb habe ich mich bemüht, das Buch als Muster zu bekommen und ich war glücklich, als das Buch von Klett-Cotta bei mir ankam. Nicht nur, weil ich auf den Inhalt gespannt war, sondern auch, weil das Buch von außen mit dem tollen Cover und dem perfekten Farbschnitt ein echter Hingucker ist.
Der Inhalt
Außen hui, doch wie präsentiert sich die Geschichte? Die Geschichte ist gemütlich, gespickt mit gelegentlichen Spannungsspitzen und dosierter Action. Der Protagonist ist der neue Hofkoch Finlay Ashowan. Fin mischt nicht nur in der Schlossküche die Zutaten, sondern auch die Geschicke des Hofes auf. König Norman, der über das Land Daxaria herrscht – zumindest offiziell – kann da bald ein Lied von singen. Als Haushexe verfügt Fin über schützende Magie, mit der er Ordnung ins Chaos bringt und das Vertrauen der königlichen Familie gewinnt. Während die Spannungen zwischen zwei Reichen steigen und dunkle Mächte drohen, gerät Fin in ein Netz aus Intrigen. An seiner Seite stehen sein schwarzes Kätzchen Kraken und die kluge Adelige Annika, die mehr als nur eine Freundin wird. Doch neben der Spannung bringt die Geschichte auch ihren typischen Cozy-Anteil mit. Es geht um Ritter, die sich gegenüber einer Bediensteten zu viel herausnehmen und daraus lernen müssen. Es geht um Essen und Trinken, Liebe, Homosexualität und die Akzeptanz dieser. Schlussendlich passt, was auf dem Buchrücken steht, es ist eine heiße Tasse Kakao in Buchform.
Das Handwerkliche
Optisch wie inhaltlich überzeugt das Buch auf ganzer Linie. Haptisch liegt das dicke Buch auch gut in der Hand. Nun lohnt ein Blick auf die handwerkliche Umsetzung. Vor allem der Plot verdient Beachtung. Dieser entwickelt sich langsam und passend, es ist ja ein gemütliches Buch. Trotz der gemütlichen Grundstimmung setzt das Buch immer wieder gezielt Spannungshöhepunkte. Die Figuren sind rund und offenbaren mit den Seiten immer mehr Tiefe und Verletzlichkeit. Auch das passt. Sprachlich kann das Buch komplett überzeugen. Die Sprache des Buches ist klar und einladend, der Ton stimmig zum Genre und die Dialoge wirken lebendig, individuell und tragen die Handlung auf natürliche Weise voran. Der Hintergrund der Welt ist stimmig und keineswegs überladen, auch hiervon wird der Plot getragen. Trotz aller Stärken gibt es ein Kapitel, das für meinen Geschmack den Lesefluss unterbricht. Besagtes Kapitel widmet sich kindlichem bis jugendlichem Humor a la Biggus Dickus und das hätte einfach nicht sein müssen. Ja, da bin ich pingelig und das hat wirklich vieles für mich kaputt gemacht. Ich hoffe nur, dass das Kapitel noch irgendwann eine größere Bedeutung als ein schlechter Gag bekommt.
Fazit
The House Witch – Der Koch des Königs überzeugt als gemütliche Cozy-Fantasy-Geschichte mit gut gezeichneten Figuren, stimmigem Weltenbau und einer klaren, einladenden Sprache. Spannung, Humor und Magie sind ausgewogen eingebunden, sodass die Geschichte angenehm zu lesen ist. Ein kleines Kapitel mit übertrieben kindlichem Humor stört den Lesefluss, insgesamt hinterlässt das Buch aber einen rundum positiven Eindruck – wirklich eine heiße Tasse Kakao in Buchform.
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