Tarot – Der Hexenschlüssel

15.12.2010 von Marcus Pohlmann

Tarot - Der Hexenschlüssel

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ISBN: 978-3866077355

Format: Softcover

Seiten: 128

Preis: 16,95

Erscheinungsdatum: 21.09.2010

Sprache: Deutsch

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Die Geschichten um die junge, ambitionierte Hexe Tarot und ihre Begleiter erhält mit dem vorliegenden Band Der Hexenschlüssel ihre mittlerweile neunte Fortsetzung. Immer wieder wird die Hexe in Konflikte zwischen der realen Welt und dem Reich der Magie hinein gezogen und versucht immer wieder die beiden Existenzen in Einklang zu bringen. So hat es auch im vorliegenden Band ein Finsterling auf die Macht der Hexen abgesehen, die angeblich in einem Schlüssel gebunden ist.

Neben der titelgebenden Geschichte Der Hexenschlüssel befinden sich außerdem noch zwei Kurzgeschichten im Band, die diesen auch einleiten. In der ersten Story wird Tarot durch einen fehlgeleiteten Spruch einer jungen Hexe in deren Traumwelt gesogen und muss sich dort verschiedensten Kreaturen erwehren bis sie schließlich wieder in Sicherheit ist. In der zweiten, nur sechs Seiten langen, Geschichte ist der Skeleton Man alias Jon Webb die Hauptperson, die eher unfreiwillig die untoten Bewohner eines Friedhofes bei sich aufnimmt. In der Hauptgeschichte folgt Tarot schließlich dem Ruf zu einer Hexenversammlung nur um dabei von einem Golem überfallen und ihrer Kräfte beraubt zu werden. Während der Golem die Hexe und zwei Mitgefangene einem ungewissen Ziel näher bringt erfährt sie, dass viele weitere Hexen verschwunden und wohl auch in die Falle des mysteriösen Herrn des Golems gegangen sind. In einer eisigen Festung steht Tarot schließlich dem blutenden Mann gegenüber, einem mächtigen Magier aus dessen verbundenen Augen unaufhörlich Blut quillt und der eine ganze Legion Golems und anderen Kreaturen beherrscht. In magischen Käfigen finden sich hier auch die anderen Hexen wieder, allesamt ihrer Magie, Ausrüstung und Kleidung beraubt und hilflos den Launen des Bösewichts ausgeliefert. In Tarot erkennt er schließlich die Trägerin des geheimnisvollen Hexenschlüssels, der seinem Besitzer unglaubliche magische Fähigkeiten verleihen soll. Auch unter der Folter gibt unsere Heldin das Versteck des Schlüssels nicht preis und wird schließlich für tot gehalten und in einem Eissee versenkt. Glücklicherweise überlebt sie auch diese Gefahr und kehrt voller Rachegelüste in die Festung des Magiers zurück, wo sie die restlichen Hexen befreit und dem Spuk ein Ende bereitet. Um den Band abzurunden gibt es noch eine Covergallerie, einen kurzen Bericht einer Comicconvention und ein wenig Fan-Art.

Böse Zungen mögen, nicht ganz zu Unrecht, behaupten, dass es bei den Comics von Jim Balent hauptsächlich darum geht mehr oder minder nackte, großbusige Hexen in verfänglichen Situationen zu zeigen. In den bisherigen Teilen wurde dies aber immer wieder durch eine gehörige Portion Humor und eine nette Geschichte erfolgreich kaschiert. Leider ist dem Autor und Zeichner dies in dem vorliegenden Band gründlich misslungen. An die Stelle des Humors tritt hier pseudophilosophisches Geschwurbel und auch die Geschichte ist ebenso simpel wie überflüssig und geht noch nicht einmal als Alibi für diverse Fessel- und Folterszenen durch. Eine ganz besondere Enttäuschung ist hierbei die „epische“ Schlacht gegen den blutenden Mann und seine Heerscharen, hat diese doch das Potential etwas mehr Dynamik und Spannung in den Comic zu bringen. Leider wird diese Chance leichtfertig vertan und die Zeichnungen (eher mit Photoshop überarbeitete Fotos) dieses Teils der Geschichte wirken so dermaßen fehl am Platz und die begleitenden Texte so gestelzt, dass es schon beinahe eine Erleichterung ist wenn der Bösewicht schließlich seine gerechte Strafe erhält. Bleibt zu hoffen, dass es sich hierbei nur um einen kleinen Ausrutscher handelt und die weiteren Abenteuer von Tarot und ihren Begleitern wieder an die Qualität früherer Veröffentlichungen anknüpfen können.

Nackte Hexen in Bondage, untote Konsolenspieler und fiese Bösewichter machen leider noch keinen guten Comic und so gehört Der Hexenschlüssel sicherlich zu den schwächsten Geschichten um die Hexe Tarot und schrammt haarscharf an dem vorbei was im Film als „Torture Porn“ bezeichnet wird.

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