Noir – Gefangen!

24.01.2019 von Marcus Pohlmann

Noir - Gefangen!

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ISBN: 978-3957891730

Format: Hardcover

Preis: 14,95

Erscheinungsdatum: 10.05.2018

Sprache: Deutsch

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Pegasus Press haben sich mit ihren Spiele-Comics mittlerweile einen Markt erschlossen. Richteten sich vorherige Publikationen eher an eine jüngere Leserschaft, so folgt mit Noir nun eine Serie für eine erwachsene Zielgruppe. Wie auch die anderen Bände, so überlässt Gefangen! dabei dem Leser in vielen Szenen die Entscheidung, welchen Weg er einschlagen soll.

Um was geht es?

Bevor sich der Spieler ins Abenteuer stürzen kann, muss er allerdings erst den namenlosen Protagonisten näher kennenlernen. Dazu gibt es einen Charakterbogen, mit Werten für Stärke, Geschicklichkeit und Willenskraft. Die Grundwerte können dabei vom Spieler etwas angepasst werden, um den Charakter ein wenig individueller zu gestalten. 20 Lebenspunkte stehen für die Gesundheit des Helden, eine Zeitleiste zeigt den Fortschritt des Abenteuers. Dazu kommen Raum für Notizen und gefundene Gegenstände. Die eigentlichen Spielregeln finden auf der gegenüberliegenden Seite Platz.

Lili, die Tochter des Helden wurde entführt! Nun versucht er, zusammen mit zwei Freunden das Kind aus einem verlassenen Landhaus zu befreien. Bereits die erste Begegnung in der Eingangshalle endet mit dem Tod eines Entführers. Dabei bekommt der Spieler eine erste Ahnung, dass es in der Geschichte vielleicht nicht nur um die 10.000€ Lösegeld geht. Die drei Männer teilen sich auf, um in dem finsteren Gemäuer nach dem Mädchen zu suchen.

Ab hier kann sich der Spieler zwischen verschiedenen Optionen entscheiden. In den Zeichnungen sind Nummer angegeben und je nach gewählter Nummer geht die Geschichte weiter. Der Spieler findet auf seiner Entdeckungstour nützliche Gegenstände und kreuzt den Weg weiterer Entführer. Nebenbei macht er einige sehr merkwürdige Entdeckungen im Haus und auf dem umliegenden Grundstück. An dieser Stelle kippt die Geschichte vom Krimi in eine gänzlich andere Richtung. Gelegentlich werden die Attributswerte des Charakters nachgefragt – je nach dem aktuellen Wert gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Hin und wieder stößt der Spieler auch auf Szenen, in denen eine Sanduhr abgebildet ist. In diesem Fall muss er eines der Kästchen auf dem Charakterblatt ausstreichen. Zudem hat der Autor noch einige Bilder- und Logikrätsel eingestreut, die es zu lösen gilt. Ob es dem Helden gelingt, seine Tochter zu finden und mit ihr aus dem Haus zu entkommen, hängt schließlich einzig an den besonnenen Entscheidungen des Lesers.

Einige Hand-Outs finden sich am Ende des Bandes, diese können an verschiedenen Stellen im Haus gefunden werden und bringen ein wenig Licht in die ganze Angelegenheit. Auf einer Tabelle kann der Spieler schließlich ablesen, wie erfolgreich er sich geschlagen hat.

Gehört der Comic ins Regal?

Noir – Gefangen beginnt wie ein harter, aber herkömmlicher Thriller. Allerdings schleichen sich schon sehr bald übernatürliche Untertöne in die Geschichte ein. Und allerspätestens nach dem ersten Drittel wird dem Leser klar, dass er in einer reinrassigen Horror-Story gelandet ist. Generell ist es wichtig, sich häufige Notizen zu machen, was die Lösungschancen erheblich steigert – oder zumindest dem Frust bei einem zweiten oder dritten Anlauf vorbeugt. Für den Protagonisten gibt es zahlreiche abrupte (und sehr unschöne) Möglichkeiten des Ablebens, sei es durch die Klinge eines Kultisten, mystische Fallen oder den schnöden Verlust von Lebenspunkten. Zu allem Überfluss arbeitet auch die Zeit gegen den Spieler. Der Bodycount ist ziemlich hoch, die Gewaltdarstellungen sind zwar nicht explizit, aber dennoch vorhanden und die gesamte Story ist sehr finster – ganz sicher nicht für Kinder oder Heranwachsende geeignet. Wer sich darauf einlässt, bekommt mit diesem Spiele-Comic eine fesselnde Geschichte, die sich in gut 90 Minuten durchspielen lässt.

Der Zeichner MC setzt bei der Illustration auf harte Kanten, sowie kräftige, düstere Farbe und starke Kontraste. Dies unterstreicht die beklemmende Atmosphäre und ergänzt die Texte somit hervorragend. Für den Spieler ist es zudem wichtig, sich auch unscheinbare Details einzuprägen, die in den Bildern vorkommen. Der Hardcover-Band mit Lesebändchen und Veredelung auf dem Umschlag sieht gut aus und reiht sich damit nahtlos in die anderen Veröffentlichungen des Verlages ein.
Auf der Homepage von Pegasus Spiele gibt es einige Informationen zur Serie, sowie die Möglichkeit den Charakterbogen herunterzuladen.

Noir – Gefangen ist ein spannender, aber auch recht blutiger, Spiele-Comic, der sich an eine erwachsene Zielgruppe richtet.

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