
Kategorie: Belletristik
Autor: Ronja Madeleine
Verlag: Heyne
Serie: Cheering for Love
ISBN: 978-3-453-4435
Format: Softcover
Seiten: 544
Preis: 17,00
Erscheinungsdatum: 11.03.2026
Sprache: Deutsch
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Ronja Madeleine wurde irgendwann zufällig bei Instagram in meinen Feed geschwemmt. Sie ist eine Autorin, die mir die Möglichkeit gab Tag für Tag am Entstehungsprozess ihrer neuen dreiteiligen Buchreihe teilzuhaben. Jedes der drei Bücher wollte sie in je 30 Tagen geschrieben haben. Natürlich konnte ich es mir dann nicht nehmen lassen das Ergebnis selbst unter die Lupe zu nehmen: Love is like a Thunderbolt.
Neuanfang mit Hindernissen
Elianor kann dank eines Stipendiums ihre Vergangenheit hinter sich lassen und am Miravalle Memorial College in Florida studieren. Dieser Neuanfang soll nicht nur dazu beitragen, dass sie Abstand zu ihrem alkoholkranken und gewalttätigen Vater gewinnt, sondern dass sie auch ihre Liebe zum Cheerleading wiederfindet. Gemeinsam mit ihren Mitbewohnerinnen Piper und Clover gelingt ihr das auch gut und dann ist da auch noch River, in den sie zufällig hineinläuft – und das gleich mehrmals.
Das Leben am College könnte kaum besser sein, aber die Vergangenheit ruht nicht. Die drei Freundinnen stoßen auf ein Geheimnis, das ihre Familien zu berühren scheint und River trägt ebenfalls einige Päckchen mit sich, die vor allem durch den Leistungsdruck seines Vaters entstanden sind. Im Teamsport und insbesondere im Cheerleading ist Zusammenhalt wichtig, aber jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Aber gemeinsam ist man immer stärker, oder?
Ehrgeiziges Projekt: Eine Trilogie im Monatstakt
Ronja Madeleine hat mit „Duett of Love and Loss“ und „Heartwell Fever“ bereits zwei Dilogien veröffentlicht, die sich alle im Romance-Genre bewegen. Mit der Reihe um das Miravalle Memorial ist nun die erste Trilogie geschrieben, die in diesem Jahr noch vollständig erscheinen soll. Der erste Band dreht sich um Elianor und River, der Quarterback der Football-Mannschaft „Thunderbolts“ ist. Die weiteren Bände spielen dann im Schwimmer-Team „Tsunamis“ und der Leichtathletikmannschaft „Typhoons“, an deren Namen sich auch die Titel orientieren. Die Protagonistinnen stammen dabei aus dem Cheerleading-Team. Die Autorin selbst kennt sich in der Sportart aus und schafft es ihre Erfahrungen in die Geschichte einfließen zu lassen.
Laut der Insta-Reels der Autorin ist das Buch in seiner ersten Version in nur 30 Tagen entstanden. Eine enorme Leistung, die viel Planung erfordert. Leider merkt man diese Schnelligkeit aber vielen Stellen an. Die Handlung wirkt zu konstruiert, es liest sich stellenweise so, als wenn eine Checkliste im Hintergrund mitgewandert ist, die Seite für Seite abgehakt wurde. Dabei wurden aber auch einige Stellen eingebaut, die keinen richtigen Zweck erfüllen oder Logiklücken beinhalten.
Wenn die Checkliste mitschreibt
Die Ereignisse überstürzen sich besonders zum Ende hin, während zuvor einiges durch eher unlogisches Handeln der Charaktere in die Länge gezogen wurde. Und die Ereignisse, die sich am Ende überschlagen, versuchen sich auch noch in der Dramatik zu übertrumpfen. Leider richtet das mehr Schaden an als Spannung zu generieren, denn so wirkt das letzte Viertel des Buches zu unglaubwürdig und künstlich.
Dies ist insbesondere deshalb schade, weil die Autorin es durchaus versteht Spannung zu erzeugen und Lesende am Ball zu halten. Ihr Schreibstil ist meist angenehm, sie schafft es aber nicht die richtige Tiefe zu erzeugen. Dadurch lassen sich viele Reaktionen der Figuren nicht nachvollziehen, alles wird angekratzt aber eher oberflächlich behandelt. Besonders bei so wichtigen Themen wie häuslicher Gewalt wäre mehr Raum passender gewesen.
Fazit
Insgesamt liest sich Love is like a Thunderbolt flüssig und bietet eine angenehme Slow Burn Romance, bleibt aber an so vielen Stellen flach und oberflächlich, dass auch der Cliffhanger am Ende nur bedingt Lust auf die Fortsetzungen macht. Wer nicht gerade auf Vollkontakt – um beim Football zu bleiben – steht, könnte hier leichte und angenehme Unterhaltung finden. Für ausgiebige Tauchgänge in die Gefühlswelt der Charaktere ist dieses Buch leider weniger geeignet.
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