Lady Mechanika Band 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

10.03.2018 von Joanna Lenc

Lady Mechanika Band 1: Das Geheimnis der mechanischen Leiche

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ISBN: 978-3958395206

Format: Hardcover

Seiten: 112

Preis: 19,80

Erscheinungsdatum: 01.07.2017

Sprache: Deutsch

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Versetzen wir uns mal in das viktorianische Europa und stellen uns vor, wir leben dort. Nun nehmen wir aber den Wissenstand, den wir heuten haben, ohne dass wir auf die heutigen Technologien zurückgreifen können. Uns bleibt Strom und Dampf und mit diesen Mitteln können wir all das produzieren, was unserer Phantasie keine Grenzen setzt. Das ist Steampunk! Diese Mischform der phantastischen Genres mit dem Hauch von Realismus der Zeit um das 19. Jahrhundert herum übt auf mich eine Faszination aus, der ich nicht entgehen kann. Besonders spannend wird es, wenn neben Fantasy auch Mystery und Horror eine große Rolle spielen, wie bei Lady Mechanika.

Auf der Suche nach dem Ich

Ohne eine Erinnerung an ihr früheres Leben muss sich Lady Mechanika durch das Leben im viktorianischen England schlagen. Sie hat Feinde ohne genau zu wissen warum, aber glücklicherweise auch Freunde. Erstere kommen ihr leider in die Quere, als sie eine Art mechanischen Dämon findet, der ihr mehr über ihre Vergangenheit und ihren Schöpfer sagen könnte. Bevor er die Informationen preisgeben konnte, starb er, erschossen von Militär und religiösen Fanatikern. Als einige Zeit später ein junges Mädchen aufgefunden wird, die ebenfalls mechanische Körperteile wie Lady Mechanika besitzt, setzt sie alles daran sie zu finden und damit mehr über sich selbst zu erfahren.

Eine Prise Krimi, dazu eine Portion Horror, aufgelöst in Dampf und serviert mit Fantasy und Zahnrädern, fertig ist mein Leibgericht. Steampunk ist großartig und bietet ja nach Gemütslage alles, was man sich nur wünschen kann. Hinzu kommen die wunderschönen Kostüme, die alles verhüllen, aber doch genug zeigen um die Phantasie anzuregen. Genau so ist auch Lady Mechanika gestrickt. Die Geschichte bietet viele Möglichkeiten sich zu entwickeln und das Artwork mindestens ebenso viele um Reize spielen zu lassen. Neben typischen Viktorianischen Kleidungsstücken kleidet sich Lady Mechanika selbst eher reizvoll und provokant, mit engen Hosen und Korsetts. Sobald sie jedoch auf den Zirkus trifft, wird es sogar etwas skurril, das alles aber ohne grotesk zu wirken. Abgesehen davon liegt das Hauptaugenmerk aber auf dem Mysteriösen. Zusammen mit Lady Mechanika tauchen wir in die Abgründe ihrer Welt um zu erfahren, wer sie eigentlich ist.

Lady Mechanika hat persönliche Gründe © Splitter Verlag

Lady Mechanika hat persönliche Gründe
© Splitter Verlag

Vorfreude auf Fortsetzungen

Den Beginn mit einem Gedächtnisverlust zu machen, ist als Einführung in diese Welt kein verkehrter Weg. Der Zuschauer muss nichts an Vorwissen mitbringen und es fällt dem Autor leichter seine Welt zu erklären. Was der Protagonist erfährt, erfährt auch automatisch der Leser. So verfolgen wir die Geschichte voller Spannung und können uns höchstens von der atemberaubenden Grafik ablenken lassen, die Joe Benitez uns hier kredenzt. Auch wenn wir einige andere Charaktere kennen lernen, erhält nur einer von ihnen etwas mehr Tiefe, der ständig betrunkene und tollpatschige Tüftler Lewis, der Lady Mechanika zur Seite steht. Da es sich hier aber um den ersten Band handelt und eine Fortsetzung bereits erschienen und zwei weitere angekündigt sind, besteht die Hoffnung, dass auch andere Charaktere noch näher vorgestellt werden.

Es ist nicht alles immer so, wie es zunächst scheint © Splitter Verlag

Es ist nicht alles immer so, wie es zunächst scheint
© Splitter Verlag

Die insgesamt drei Kapitel werden durch je ein Titelbild mit einem Coverdesign eingeleitet. Die letzten zehn der 112 Seiten sind mit weiteren Grafiken von Lady Mechanika ohne Storybezug gefüllt, darunter auch schwarz-weiß Skizzen. Für die ist Joe Benitez verantwortlich, er hat Lady Mechanika Leben eingehaucht. Die Koloration des Comics hat Peter Steigerwald übernommen, der laut seiner Biografie auf der letzten Seite des Buches als einer der besten Coloristen gilt. Unter anderem hat er auch schon für DC und Marvel gearbeitet.

Passend zu der Story und der atemberaubenden Grafik hat der Splitter Verlag dem Comic auch in der Fertigung ein passendes Äußeres verliehen. Nicht nur, dass der Band wie gewohnt als Hardcover erschienen ist, die Seiten sind hochwertiger und dicker, der Druck klar und passend zum Genre und Inhalt. Dass der Preis im Gegensatz zu vielen anderen Publikationen des Verlages mit 19,80€ etwas höher liegt, ist entsprechend absolut gerechtfertigt und jeden Cent wert. Lady Mechanika: Das Geheimnis der mechanischen Leiche ist ein gelungener Auftakt in eine Comic-Serie, die in keiner Steampunk-Sammlung fehlen darf.

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