Kalligrafie trifft Design

05.12.2011 von Marcus Pohlmann

Kalligrafie trifft Design

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ISBN: 978-3939817956

Format: Softcover

Seiten: 160

Preis: 25,00

Erscheinungsdatum: 01.09.2011

Sprache: Deutsch

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Die Kunst der Kalligrafie erfreut sich schon seit Jahren großer Beliebtheit. Entsprechend umfangreich ist die Auswahl der verschiedenen Handbücher, Starter-Sets und Ratgeber zum Thema. Die meisten dieser Werke konzentrieren sich lediglich auf die Technik des Schönschreibens. Kalligrafie trifft Design der amerikanischen Autorin Lisa Engelbrecht, das in der Edition Michael Fischer erschienen ist, folgt einem etwas anderen Ansatz.

Was steht drin?

Die insgesamt 160 Seiten des großformatigen Softcover-Bandes teilen sich in zwölf Kapitel auf, die sich mit den verschiedensten Aspekten der Kalligrafie und ihres kreativen Einsatzes beschäftigen.
Wie es sich für einen Ratgeber über dieses Thema gehört, werden in den ersten beiden Kapiteln die Materialien und die grundlegenden Techniken beschrieben, die zum effektiven Schönschreiben notwendig sind. Die Autorin stellt die verschiedensten Schreibgeräte vor. Sie geht auf die Einsatzmöglichkeiten von Tinten, Federn und unterschiedlichen Papieren ein und gewährt dabei einen Blick in ihre eigene Werkzeugkiste. Nach diesem ersten Einblick sind die beiden folgendenden Abschnitte dazu gedacht an zwei relativ einfachen Schriften das bisher Gelesene zu erproben und die Techniken weiter zu variieren. Im fünften Kapitel lässt die Autorin die Feder links liegen und greift stattdessen zum Spitzpinsel, der sich ebenfalls gut für Kalligrafie eignet. Die eingesetzte Arbeitsweise unterscheidet sich teils stark von der Feder-Technik. Im nächsten Kapitel kommen normale Stifte und Pinsel zum Einsatz, mit denen sich ebenfalls kalligrafische Kunstwerke schaffen lassen, selbst wenn die Ergebnisse hier nicht unbedingt so spektakulär ausfallen. Um die Verfremdung von Schriften und die Erzielung ungewöhnlicher Effekte geht es im anschließenden Kapitel. Der Einsatz von Farbe, Schmuckelementen und anderen Designarten wird hier vorgestellt und anhand zahlreicher Beispiele demonstriert. War bisher das Medium der Wahl Papier, so richtet die Autorin im achten Kapitel das Augenmerk auf die Verwendung von Stoffen und die dafür geeigneten Schreibutensilien. Auch die Möglichkeit Kalligrafien zu sticken oder zu nähen wird dabei erörtert. Weg von der eher traditionellen Schreibkunst wendet sich das Kapitel „Street“. Die hier vorgestellten Schreibstile orientieren sich eher an den Schriftzügen der Graffiti-Künstler und nutzen auch schon mal einen ausrangierten Joghurt-Becher als Schreibgerät. Zier- und Schmuckelemente stehen im zehnten Kapitel im Vordergrund. Von einfachen geschwungenen Linien über komplexe Muster bis hin zu außergewöhnlichen Ausschmückungen werden dem Leser zahlreiche Varianten vorgestellt, sein Werk weiter zu verzieren. Das vorletzte Kapitel widmet sich den gotischen oder gebrochenen Schriften. Hier werden dem Leser Möglichkeiten aufgezeigt. Diese, meist wuchtigen, Schriften ansprechend und mit vielen Feinheiten zu gestalten. Auch der richtige, nicht immer unproblematische, Einsatz dieser Schriftgruppe wird dabei berücksichtigt. Das zwölfte Kapitel steht ganz im Zeichen von „Mixed Media“. Dies beschreibt die Kombination der Kalligrafie-Techniken mit anderen gestalterischen Designarten. Gleich ob es sich dabei um die Verbindung von Bild und Text, die Mischung unterschiedlicher Zeichenarten oder die Kombination verschiedener Techniken handelt, finden sich in diesem Abschnitt zahlreiche kreative Anwendungsbeispiele und –tipps. Abgerundet wird der Band durch eine kurze Vorstellung der Autorin sowie der verschiedenen Künstler deren Werke als Beispiele dienen. Auch finden sich hier Leseempfehlungen, um die vorgestellten Inhalte weiter auszubauen.

Gehört das Buch ins Regal?

Kalligrafie trifft Design bietet dem interessierten Leser einen durchaus umfassenden Einblick in die verschiedenen Arten und Verwendungsmöglichkeiten der Kalligrafie. Zudem gelingt es der Autorin auch theoretische Grundlagen zu vermitteln, ohne dabei allzu trocken zu wirken. So sind gerade die Kapitel in denen intensiver auf Schriftherkunft und –entwicklung eingegangen wird sehr informativ und liefern nützliches Hintergrundwissen. Durch die große Bandbreite der betrachteten Themen bleibt es allerdings nicht aus, das einige Kapitel leider zu kurz ausgefallen sind. Gerade beim Urban Style oder dem Einsatz von Mixed Media hätte ich mir umfangreichere Informationen gewünscht. Ausgeglichen wird dieses Manko durch die zahlreichen Beispielgrafiken und gut verständlichen Erklärungen zu den unterschiedlichen Techniken und Vorgehensweisen. Ein weiteres Problem gibt es bei einigen der vorgestellten Materialien. Diese lassen sich nicht immer eindeutig identifizieren, da die Autorin vom US-amerikanischen Markt ausgeht. Allerdings lässt sich dieses Problem relativ leicht durch eine Beratung im örtlichen Künstlerbedarf-Fachhandel beheben. Letzten Endes kann der geneigte Schriftkünstler aus diesem Buch zahlreiche Inspirationen und Ideen ziehen, mit denen sich der eigene Stil weiter verfeinern lässt und zudem neue Denkansätze zum Anwendungsspektrum der Kalligrafie bietet.

Ein gelungenes Buch, das sich sowohl für Einsteiger als auch für fortgeschrittene Kalligrafen eignet, aber auch anderen Kreativen als Ideengeber dienen kann.

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