Emily Bones – Die Stadt der Geister

18.02.2019 von Joanna Lenc

Gesa Schwartz - Emily Bones und die Stadt der Geister

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ISBN: 978-3-522-5056

Format: Hardcover

Seiten: 448

Preis: 15,00

Erscheinungsdatum: 17.07.2018

Sprache: Deutsch

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Ein Friedhof ist ein Ort der Trauer, der Einsamkeit, des Todes. So denken wir oft. In ihrem neuen Roman Emily Bones – Die Stadt der Geister verwandelt die Autorin Gesa Schwartz diesen Ort in etwas wunderbar Magisches und Lebendiges und zeigt dem Leser einen Blick in eine Welt, von der wir uns oft wünschen, dass sie tatsächlich existiert. Nein, wir sind uns sicher, dass da noch mehr sein muss, dass da noch mehr ist.

Der Tod ist nicht das Ende

Emily Bones erwacht in einem Sarg auf dem größten Friedhof von Paris, dem Le Cimetière du Père-Lachaise. Zuerst glaubt sie, dass ihre Schwester ihr mal wieder einen Streich gespielt hat. Noch verwunderter ist sie über die Halloween-kostümierten Menschen auf dem Friedhof.

Doch schon bald wird ihr klar, dass die Skelette und Geister keine lebendigen Menschen sind. Sie sind echt, wahrhaftig und wie aus einem Traum entsprungen. Als der Irrwicht Cosimo auf sie einredet und ihr versucht klar zu machen, dass sie gestorben ist, kann sie es nicht glauben. Das kann nur ein schlechter Scherz sein. Wie kann sie tot sein, wenn sie sich doch so lebendig fühlt?

Sie weigert sich das Schicksal anzunehmen und ein Teil der Gemeinschaft zu werden, die ihren Aufgaben auf dem Friedhof nachgeht. Gärtnern, sauber machen und tagein tagaus zwischen den Gräbern umherzuwandern ist nicht die Beschäftigung, die sie sich für den Rest ihres Daseins wünscht.

Als sie erfährt, dass sie nicht einfach nur ihr Leben verloren hat, sondern es ihr gewaltsam entrissen wurde, schmiedet sie einen Plan. Es muss doch irgendwie möglich sein das Leben zurück zu gewinnen? Doch wie kann sie das allein schaffen?

Mut machen auf allen Ebenen

Emily Bones ist ein aufgewecktes Mädchen, das sich ihrem Schicksal noch nicht hingeben will. Physikalische Gesetze scheinen für sie nicht zu gelten, die Grenze zwischen Leben und Tod ist für sie noch nicht fest in Stein gemeißelt. Frei nach dem Motto „Alle sagen es geht nicht, dann kommt jemand, der es nicht weiß und macht es“, versucht auch sie ihr Leben zurück zu bekommen. Auf der Meta-Ebene ist das Buch entsprechend ein Mutmacher, der dazu anspornt über sich hinaus zu wachsen und Wege zu gehen, die ungewöhnlich aber dennoch erfolgversprechend sind. Dass die Protagonistin dabei aber auch Gefahren entgegen blickt, die drohen ihr auch den letzten Lebensfunken zu nehmen, macht die Geschichte nur spannender.

Gesa Schwartz hat sich ganz dem phantastischen Genre verschrieben und macht dabei vor keiner Altersgrenze Halt. Im Bereich der Jugendbücher hat sie bereits einige Titel veröffentlicht, mit Emily Bones wagt sie nun den Schritt zu einer noch jüngeren Leserschaft ab 10 Jahren.  Der Aufbau der Geschichte folgt dabei einem festen Schema, an das sich die Autorin strickt hält. Dabei kommt es auch zu überraschenden Wendungen und einem Ende, das sogar eine Fortsetzung ermöglichen könnte.

Das Buch selbst ist als Hardcover-Ausgabe robust und bietet eine Umschlaggestaltung, die in jedem Bücherregal sofort auffällt.

Spagat zwischen Genres und Altersgruppen

Die Figuren sind liebevoll beschrieben und bringen auch Erwachsene zum Schmunzeln. Einige der Kreaturen entspringen typischen Legenden und Horror-Geschichten, so kommen nicht nur Geister und Skelette vor, sondern auch Vampire und Werwölfe. Im Gegensatz zu anderen Büchern und Geschichten dieser Art sind sie hier aber nicht die bösen Monster, sondern liebgewonnene Freunde, die bei Problemen mit Rat und Tat aushelfen und Emily zur Seite stehen. Gesa Schwartz hat mit diesem Buch ein Werk erschaffen, das für junge Leser einen schönen Einstieg in Grusel- und Horrorgeschichten bietet, dabei für Jugendliche aber nicht zu langweilig wird. Selbst erwachsene können sich von dieser Lektüre unterhalten lassen.

Mit viel Humor und Liebe verpackt Gesa Schwarz das ernste Thema Tod in eine Geschichte, die hoffen lässt, dass es vielen so ergangen ist und sie noch in irgendeiner Form unter uns weilen und ein Auge auf uns haben.

Emily Bones und die Stadt der Geister ist nicht nur hübsch anzusehen, sondern auch sehr unterhaltsam, für alle Altersgruppen. Humor, Grusel und Spannung sind hier ungewöhnlich aber sehr gelungen miteinander verbunden und machen Lust auf mehr.

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