Das Spiel

22.03.2026 von Martin Wagner

Kategorie:

Autor:

Verlag:

Genre:

ISBN: 978-3442763252

Format: Hardcover

Seiten: 400

Preis: 24

Erscheinungsdatum: 18.03.2026

Sprache: Deutsch

Bei Amazon bestellen (Affiliate*)

Es gibt Fernsehformate, die sich einer großen Beliebtheit erfreuen, mit denen ich aber so gar nichts anfangen kann. Dazu zählen „Big Brother“, „Love Island“ und andere Sendungen, deren Hype ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Die Erfolge von „Die Tribute von Panem“ und den Bekanntheitsgrad von „Herr der Fliegen“ kann ich sehr wohl verstehen. Genau deshalb fand ich die Idee des Romans Das Spiel von Aisling Rawle durchaus ansprechend. Sie verspricht nämlich eine Kombination aus „Love Island“, „Tribute von Panem“ und „Herr der Fliegen“. Damit hatte sie mich dann trotzdem am Haken.

Die Story

Die Protagonistin des Buches und auch die, aus deren Sicht wir die Geschichte erleben, ist Lily. Lily hat sich bei einer Show ähnlich Big Brother und Love Island beworben, um ihr langweiliges Leben hinter sich lassen zu können. Die Show ist mehr oder weniger endlos. Zieht der Gewinner oder die Gewinnerin einer Staffel aus, ziehen die nächsten Teilnehmenden ein. Die Frauen starten dann immer in der Villa, die sich inmitten einer Wüste befindet. Die Männer müssen sich in der Wüste finden und von dort in die Villa gelangen.

In der Villa geht es darum Pärchen zu bilden. Wer am Morgen ohne Partner im selben Bett aufwacht – mehr muss nicht passiert sein -, der ist raus. Da jeweils zehn Männer und zehn Frauen teilnehmen, klingt das nun nicht so kompliziert. Jetzt kommt aber die Spielleitung dazu, die zwingt die Teilnehmenden dazu andere rauszuwerfen. Dadurch ist zwangsläufig eine Person allein, die dann um einen Partner oder eine Partnerin kämpfen muss. Es gibt außerdem Teamaufgaben, die alle erfüllen müssen, um gemeinsame Belohnungen zu erhalten, aber auch persönliche Aufgaben, um Schmuck oder Markenartikel zu erhalten. Bei Erfolg darf man nicht vergessen sich bei der Marke zu bedanken.

Lily ist unsere Erzählerin und es wird schnell klar, dass sie neugierig und interessiert ist, aber auch unsicher, obwohl sie von den anderen Teilnehmenden durchaus als hübsch wahrgenommen wird. Während Gespräche zensiert sind, sind es ihre Gedanken nicht. So erfahren wir auch etwas mehr über die Welt, in der die Show spielt. So gab es einen Krieg mit vielen Opfern. Wahrscheinlich ist auch wegen dieser Ereignisse die Show ein großer Erfolg. Sie ermöglicht es sich von Problemen abzulenken und bietet einigen Menschen sogar Chancen.

Wahrscheinlich entwickelt sich auch deshalb in der Show einiges an Konfliktpotential, das wir aus unseren Shows kennen, die aber durchaus auch um einige Elemente aus „Die Tribute von Panem“ und „Herr der Fliegen“ ergänzt werden. Zumindest auf niedrigem Niveau. Außerdem kommen auch noch die teilweise makabren Aufgaben der Spielleitung hinzu.

Handwerkliches

Lily ist eine wirklich tolle Protagonistin und auch die anderen Teilnehmenden bieten Unterhaltungswert in alle Richtungen. Schlussendlich haben wir nur 22 auftauchende Figuren und das ist wirklich limitiert aber auch mit vielen Chancen verbunden. An den Erlebnissen der Figuren kann man sich gut entlangarbeiten. Und gerade, weil immer wieder Teilnehmende gehen müssen, kann man sich später auf einige wenige konzentrieren. Die Beschreibung der Figuren gelingt wirklich gut, denn die Autorin schafft es eine wirklich gute Mischung an Persönlichkeiten in Worte zu packen.

Dazu kommt ein guter Spannungsbogen und ein wirklich gelungener Erzählfluss, der zum Weiterlesen einlädt. Je länger man liest, desto weniger möchte man das Buch aus den Händen legen und wenn man dann das Ende erreicht, bleiben viele Fragen zurück. Wir hatten nämlich nur eine Perspektive. Ich hätte wirklich Lust, das Buch aus der Sicht der Spielleitung nochmal zu lesen, um zumindest eine weitere Wahrnehmung erhalten zu können, um etwas mehr in die Tiefe gehen zu können.

Sprachlich macht es auch viel Spaß das Buch zu lesen. Man merkt der Autorin an, dass sie mit Sprache arbeitet und ihr Hobby zum Nebenberuf gemacht hat. Aisling Rawle ist nämlich Englischlehrerin.

Zum Handwerklichen gehört auch die Optik des Buches als solchem und da hat sich der btb Verlag bei der Erstauflage nicht lumpen lassen. Es handelt sich dabei um eine limitierte Auflage mit farbigem Buchschnitt. Eine digitale Version ist aber auch Verfügbar. Neben dem farbigen Buchschnitt, überzeugt mich auch das Cover, welches Dezente Hinweise enthält.

Fazit

Das Spiel von Aisling Rawle entführt uns in eine durchaus dystopische Welt a la „Die Tribute von Panem“, allerdings eher auf „Big Brother“-Niveau. Das ist nicht schlecht. Dafür sorgt die Autorin mit einer tollen Protagonistin und Erzählerin und der gelungenen Geschichte selbst. Viele Fragen bleiben gewollt unbeantwortet, was zur Story passt, mir aber nicht komplett genügt. Wer „Love Island“ oder „Big Brother“ mag, der macht nichts falsch. Fans von „Die Tribute von Panem“ und „Herr der Fliegen“ sollten nicht zu viel erwarten, werden aber auch nicht enttäuscht werden.

* Affiliate-Link: Mit einen Kauf bei Amazon über diesen Link unterstützt du die Redaktion. Das Produkt kostet dich dabei nichts extra.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert