
Kategorie: Kinder- und Jugendbuch
Autor: Jana Fuhrmann
Verlag: Thienemann
Genre: Drama
ISBN: 978-3522203111
Format: Softcover
Seiten: 304
Preis: 15,50
Erscheinungsdatum: 24.04.2025
Sprache: Deutsch
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In ihrem Debütroman „Dann kannst du nicht mehr wegsehen“ wagt sich Jana Fuhrmann an ein enorm wichtiges Thema, nämlich die psychischen Belastungen, denen Tierrechtsaktivist:innen ausgesetzt sind.
Vom Nicht-hinschauen-Wollen zum Nicht-mehr-wegsehen-Können
Jella ist sechzehn Jahre alt und Einzelgängerin. Mit Freundschaften tut sie sich schwer, denn Menschen haben sich schon zu oft als eine Enttäuschung für sie herausgestellt. Deswegen vergräbt sie sich am liebsten in ihrem Zimmer.
Doch dann lernt sie eines Tages die faszinierende Tierrechtsaktivistin Linn kennen. Auf das Tierleid aufmerksam geworden, kann auch Jella nicht mehr anders, als selbst aktiv zu werden. Sie liest sich in das Thema ein, stellt ihre Ernährung um und begleitet Linn und die anderen zu Aktionen. Ziemlich schnell entwickelt sich zwischen Linn und Jella eine ganz besondere Freundschaft. Doch dann geraten die Mädchen in Streit. Denn für Jella ist es nicht mehr genug, was sie tun. Sie möchte etwas verändern, nicht nur Flyer verteilen.
Jella schließt sich älteren Aktivist:innen an, die in Ställe eindringen, um das Leid der Tiere zu filmen. Schon bei ihrem ersten Einsatz kann sie sich nicht abgrenzen. Bei einer Aktion am Schlachthof erleidet sie schließlich eine so heftige Panikattacke, dass sie ins Krankenhaus muss.
Selbstfürsorge als Strategie
Wie viel ist man als Aktivist:in noch wert, wenn man keine Kraft mehr hat? Ist man egoistisch, wenn man zuerst an sich denkt? Und wie hält man es aus hinzusehen, ohne selbst zu zerbrechen?
Jana Fuhrmann packt diese wichtigen Themen in einen überaus spannenden Roman.
In „Dann kannst du nicht mehr wegsehen“ lernen Jugendliche nicht nur viel über die katastrophalen Zustände in den Ställen, Schlachthöfen und Tierversuchslaboren, sondern auch darüber, wie man sich Wohfühlräume schafft, um nicht ins Burn-Out zu rutschen. Denn helfen kann man nur, wenn man die eigenen Batterien schont.
Der Jugendroman, der dieses Frühjahr im Thienemann-Verlag erschien, ist in einer flotten Sprache verfasst, die Figur der Jella ist sehr authentisch gezeichnet, sodass man sofort mit ihr mitlebt. Einziger Kritikpunkt: Für eine Sechzehnjährige raucht Jella ziemlich viel. Das passt durchaus zu einem depressiven Teenager, der sich zu viele Gedanken macht, bei einem Jugendbuch hätte ich mir aber doch gewünscht, dass Jellas Nikotinkonsum in den Therapiesitzungen oder in den Gesprächen mit der Mutter thematisiert wird – gerade weil es sich um einen Roman handelt, in dem es um Selbstfürsorge geht.
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