Würfel Bohnanza

24. März 2012 von Marcus Pohlmann

Würfel Bohnanza

Kategorie:

Autor:

Verlag / Publisher:

Genre:

Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 45 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.02.2012

Sprache: Deutsch

Der Spieleautor Uwe Rosenberg hat mit dem Kartenspiel Bohnanza ein familienfreundliches Tausch- und Handelsspiel geschaffen, dass mittlerweile bei vielen Spielern einen regelrechten Kult-Status genießt. Wie es mittlerweile in der Spielebranche üblich ist, zieht solch ein erfolgreiches Spiel zahlreiche Erweiterungen und Spielvarianten hinter sich her. Mit Würfel Bohnanza präsentieren Amigo nun den jüngsten Spross dieser Familie, bei dem statt der Karten sieben kleine Hexaeder für die bis zu fünf Spieler im Mittelpunkt stehen.

Schon die Optik der Box verrät, wo dieses Spiel einzuordnen ist. Im bewährten kleinen Format mit dem typischen gelb-roten Farbschema und einer jonglierenden Bohne auf dem Titelbild reiht es sich in die anderen Boxen der Serie ein. Die erste Überraschung gibt es allerdings beim Öffnen der Schachtel, denn für ein Würfelspiel liegen erstaunlich viele Karten, immerhin 66 an der Zahl bei. Während die Rückseite das allseits bekannte Motiv der Bohnentaler ziert, befinden sich auf der Vorderseite sechs Reihen mit merkwürdigen verschiedenfarbigen Klecksen, deren Bedeutung noch unverständlich ist. Erst beim genaueren Hinschauen erkennt der Spieler, dass es sich hierbei um die Abbildungen der verschiedenen Bohnensorten handelt. Und ein Blick in die Anleitung erklärt dann auch, dass es sich hierbei um Aufträge handelt die der Spieler erfüllen muss um die begehrten Bohnentaler einzustreichen. Bei diesen Aufträgen müssen bestimmte Bohnenkombinationen gesammelt werden, z.B. zwei Blaue Bohnen und zwei Saubohnen oder sieben Würfel ohne China- und Sojabohnen. Die Karten können natürlich jederzeit abgeworfen werden, alelrdings bringen sie erst ab dem dritten erfüllten Auftrag Taler. Die fünf Übersichtskarten verdeutlichen noch einmal die Verteilung der verschiedenen Bohnensorten auf den Würfel, so dass die Spieler während ihres Zuges abschätzen können, ob ein Auftrag noch zu erfüllen ist oder nicht. Die sieben Bohnenwürfel, vier davon weiß, drei cremefarben, tragen Bohnensymbole in unterschiedlicher Häufigkeit, so sind z.B. blaue Bohnen bei beiden Würfelsorten vorhanden oder die Saubohnen auf zwei Seiten der weißen Würfel. So wird, ähnlich wie beim Kartenspiel, die Häufigkeit der Bohnensorten simuliert. Dazu gibt es noch ein Bohnenfeld als Ablagefläche für die Würfel und die kurze Anleitung.
Zum Spielbeginn bekommt jeder Spieler zwei Auftragskarten, die er nacheinander abarbeiten muss. Erst dann beginnt die Spielrunde indem der erste Spieler mit allen sieben Würfeln würfelt. Noch bevor er sich jedoch dafür entscheidet einen oder mehrere der Würfel auf das Bohnenfeld zu legen, schauen alle anderen Spieler, ob sie ihren aktuellen Auftrag erfüllen können. Erst dann legt der Spieler den oder die ausgewählten Würfel auf das Bohnenfeld und kann mit dem Rest erneut würfeln. Erst wenn alle Würfel angebaut sind, kann der aktive Spieler selbst seine Aufträge erfüllen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe und das Prozedere beginnt von vorne. Der Spieler, dem es als Erstem gelingt 13 Bohnentaler zu sammeln gewinnt das Spiel, wobei es durchaus möglich ist das mehrere Spieler dieses Ziel zeitgleich erreichen.

Die Spielidee vereint zwar einige Elemente aus schon bekannten Spielen, ist aber recht gut umgesetzt und hat einen durchaus eigenständigen Charakter, sogar so etwas wie ein taktisches Würfelspiel ist in einem beschränkten Umfang möglich. Dadurch, dass jeder Spieler theoretisch bei jedem Wurf seine Aufträge erfüllen kann, kommt es auch kaum zu Wartezeiten zwischen den eigenen Zügen und jeder Spieler ist beschäftigt. Ein weiterer gelungener Aspekt ist die Verteilung der Bohnen auf die unterschiedlichen Würfel, was es dem Spieler ermöglicht einige Aufträge im voraus zu planen, und so dass Beste aus dem Wurf heraus zu holen. Weniger schön ist die fast vollständig fehlende Interaktion zwischen den Spielern, die ja beim Kartenspiel einen Großteil des Reizes ausgemacht hat. Jeder spielt nebeneinander her und konzentriert sich auf seine Aufträge ohne nach links oder rechts zu schauen.
Erschwerend kommt außerdem dazu, dass bei diesem Spiel gute Augen und eine ausreichende Beleuchtung zwingend benötigt werden. Bei diffusem Licht lassen sich die Farben der Würfel nur schwerlich unterscheiden, an die Identifizierung der Abbildungen ist ebenfalls kaum zu denken. Dies behindert den Spielfluss teilweise ungemein und macht Spielrunden in Kneipen oder an größeren Tischen nahezu unmöglich. Die lustigen Bohnenillustrationen, die eigentlich typisch für die Serie sind, beschränken sich hier lediglich auf das Artwork der kleinen Box, auf den anderen Karten und den Würfeln gibt es nur die stilisierten Bohnensymbole zu sehen. größte Manko für mich ist allerdings die, für ein einfaches Würfelspiel, viel zu lange Spieldauer. Es kann durchaus vorkommen, dass keiner der Spieler seine Aufträge erfüllen kann und dann dehnen sich die Runden unnötig. Aber selbst wenn die Würfel richtig fallen bietet das Spiel nicht wirklich genug Unterhaltungswert um die Spieler über mindestens 45 Minuten zu fesseln. Gut gelungen ist dagegen die ausgesprochen kurze Anleitung die auch Dank der zahlreichen Beispiele keine Fragen offen lässt, so dass schon nach wenigen Minuten die erste Partie starten kann und auch für jüngere Spieler verständlich geschrieben ist.

Mit Würfel Bohnanza ist Uwe Rosenberg durchaus ein originelles Würfelspiel gelungen, dass aber einige Schwachpunkte aufweist und bis auf die Bohnenthematik nichts mit dem Kartenspiel zu tun hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.