Witches

1. Oktober 2014 von Marcus Pohlmann

Witches

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Erscheinungsdatum: 01.09.2014

Sprache: Deutsch

Nur wenige Spiele aus dem Verlagsprogramm von Amigo können es wahrscheinlich mit dem Bekanntheitsgrad und der treuen Fangemeinde des Klassikers Wizard aufnehmen. Mit Witches veröffentlicht der Verlag nun ein weiteres Kartenspiel, dass sich auf den ersten Blick in Aufmachung und Thematik nur unwesentlich vom großen Vorbild unterscheidet. Dies mag aber auch der Tatsache geschuldet sein, dass sowohl der Illustrator Franz Vohwinkel als auch der Autor Ken Fisher reichlich Wizard-Erfahrung haben.

Die kleine Schachtel enthält ein doppelseitiges Blatt mit den Spielregeln, einen Block in dem die Ergebnisse notiert werden und natürlich die Karten. Davon gibt es insgesamt 60 Stück, die sich in vier Farben aufteilen und die von „1“ bis „14“ reichen. Jede Farbe steht dabei für ein Volk und eine Landschaft, beispielsweise symbolisiert Grün das Volk der Pygmäen die im Regenwald leben. Bei den roten Karten, diese stehen für die Goblins, fällt zudem noch ein kleiner Schädel auf, dies sind die Feuerpunkte, die es im Spiel zu meiden gilt. Auch die Hexenkarte „11“ fällt durch Symbole auf, die bei der Abrechnung der Runden zum Tragen kommen. Schließlich gibt es noch vier neutrale Karten, die Zauberer, mit ihrem Wert „0“.
Die Spielvorbereitungen sind schnell abgeschlossen: Die Karten werden gleichmäßig unter den Spielern aufgeteilt. Nun haben die Spieler noch die Gelegenheit, abhängig von der Spieleranzahl, Karten an ihre Mitspieler weiterzugeben. Beispielsweise werden in der ersten Runde bei einem Spiel mit vier Spielern drei Karten an den linken Sitznachbarn weitergegeben, in der zweiten Runde gehen die Karten dann nach rechts, in der dritten werden die Karten mit dem gegenüber sitzenden Spieler getauscht. Danach kann die Runde schließlich beginnen.
Im Prinzip handelt es sich bei Witches um ein einfaches Stichspiel: Ein Spieler legt eine seiner Handkarten aus, die anderen Spieler müssen nun reihum ebenfalls eine Karte, wenn möglich in der gleich Farbe, ablegen. Ist dies nicht möglich, so können sie eine beliebige Karte abwerfen. Gewonnen hat der Spieler den Stich, der den höchsten Kartenwert in der ursprünglich geforderten Farbe legt. Dieser beginnt nun die nächste Runde, indem er eine weitere Karte auslegt. Einzige Ausnahme bilden hierbei die Zauberer, diese können immer gelegt werden, selbst wenn ein Spieler eine Farbe bekennen müsste.
Sind alle Stiche einer Runde gespielt so folgt die Abrechnung. Dabei zählen alle Spieler lediglich die Feuerpunkte, die sich auf ihren Karten befinden. Zudem müssen noch die besonderen Effekte verschiedener Karten berücksichtigt werden. So verdoppelt die Feuerhexe die Punkte eines Spielers, die Wasserhexe bringt fünf Punkte, die Pygmäen-Königin sogar 10, während die Erdhexe Punkte abzieht und die Lufthexe sogar ihre Kolleginnen völlig neutralisieren kann. Erreicht ein Spieler auf diese Weise 70 oder mehr Punkte, so endet das Spiel und der Spieler mit den wenigsten Feuerpunkten gewinnt, ansonsten beginnt eine neue Runde.
Bei der Wertung gibt es allerdings noch eine Besonderheit zu beachten: Gelingt es einem Spieler alle roten Stiche zu machen und dabei sogar noch einige Hexen zu ergattern, so führt er einen von drei Feuer-Zaubern aus, das heißt seine gesammelten Punkte werden nicht ihm sondern seinen Mitspielern gutgeschrieben.

Die (optischen) Ähnlichkeiten zum Klassiker Wizard sind nur schwer zu übersehen, allerdings sollten die Spieler nicht den Fehler machen, davon auch spielerische Gemeinsamkeiten abzuleiten. Witches spielt sich völlig anders und stellt die Spieler vor sehr eigene, wesentlich taktischere Herausforderungen. Eine besondere Bedeutung hat dabei das Tauschen der Karten, da hier sehr gut ungeliebte Karten entsorgt werden können und schon eine etwaige Strategie für die kommende Spielrunde vorbereitet wird. Durch einen Verzicht auf Trumpfkarten ist eine Runde für den geübten Spieler zudem recht gut planbar, lediglich die Zauberer bilden hier einen gewissen Unsicherheitsfaktor. Das Spiel kann, dank der Feuer-Zauber, theoretisch recht schnell zu Ende sein, wobei ich bisher noch nicht gesehen habe, dass es einem Spieler gelungen ist alle roten Stiche zu machen.
Witches lässt sich sehr gut mit vier Spielern spielen, wobei die maximale Punktzahl problemlos für ein kürzeres oder längeres Spiel angepasst werden kann. Mit mehr Spielern gestaltet sich das Spiel als recht langwierige Angelegenheit, doch auch hier hilft eine Reduzierung der Punktzahl deutlich. Der Verlag gibt die Spielzeit mit rund 45 Minuten an, doch diese wurde in meinen bisherigen Runden eigentlich immer, teils deutlich, überschritten.
Die Illustrationen auf den Karten sind sehr nett anzuschauen und durchaus stimmig, auch wenn sie keinen wirklichen Einfluss auf den Spielverlauf haben. Die Symbole und Zahlen sind deutlich zu erkennen, allerdings heben sie sich bei manchen Motiven nur geringfügig vom Hintergrund ab, so dass eine gute Beleuchtung beim Spielen durchaus hilfreich ist.

Freunde spannender, taktischer und optisch ansprechender Stich-Kartenspiele dürften mit Witches recht gut bedient sein, und für die Wizard-Gemeinde ist dieses Spiel wahrscheinlich sowieso ein Pflichtkauf.

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