Waka Waka

18. Juli 2012 von Marcus Pohlmann

Waka Waka

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Erscheinungsdatum: 01.03.2012

Sprache: Deutsch

Wer noch die offizielle Hymne der letzten Fußball-WM im Ohr hat, könnte vielleicht auf die Idee kommen, dass sich bei Waka Waka alles ums runde Leder dreht. Allerdings bedeutet dieser Ausruf in Suaheli lediglich „Mach Es!“ und „Es“ ist im neuesten Spiel von Autor Rüdiger Dorn aus dem Kosmos Verlag der soziale Aufstieg innerhalb einer Dorfgemeinschaft. Bis zu vier Spieler übernehmen hier die Rolle von afrikanischen Händlern die versuchen durch geschicktes Handeln in ihrem Dorf zu Ruhm und Ansehen zu gelangen.

Auf den ersten Blick dominiert der große Spielplan die Box. Dieser stellt ein afrikanisches Dorf dar, an dessen Anlegestelle vier Boote mit ihren, teils verdeckten, Waren angelegt haben. Daneben bietet der Plan ausreichend Raum um die verschiedenen Marker abzulegen, die Statusanzeige, um den Fortschritt der Spieler zu markieren und schließlich an den vier äußeren Rändern auch Ablageflächen für die Spieler, um dort ihre Karten und Waren zu platzieren. Selbstverständlich gibt es auch Marker für Goldstücke und die sechs verschiedenen Handelswaren: Früchte, Felle, Salz, Tee, Stoffe und Schmuck sowie vier Holzfiguren als Statusmarker. Ebenfalls eine wichtige Rolle im Spielverlauf spielen die 66 Karten, mit deren Hilfe die Spieler Handel treiben oder die Hilfe der verschiedenen Dorfbewohner in Anspruch nehmen können. Abgerundet wird das Spielmaterial durch die vierseitige Anleitung sowie eine Kunststoff-Einteilung, in der alles Material sicher aufbewahrt werden kann.
Ziel des Spiels ist es, im Dorf Ansehen zu erlangen und als Erster die fünfte Stufe der Statustafel zu erreichen. Dazu müssen die Spieler Waren von den ankommenden Booten erstehen und danach verschiedene Warenkombinationen einlösen. Neben der Tafel auf dem Spielplan liegen noch vier separate Statustafeln bei, die andere Warenkombinationen benötigen und das Spiel auf diese Weise anspruchsvoller gestalten.
Um Waren zu erwerben, kann ein Spieler während seines Zuges bis zu drei Karten aus seiner Hand ausspielen und die darauf angegebenen Aktionen ausführen. So ermöglichen Handelskarten den Kauf von Waren von den Booten. Hierzu wird einfach der benötigte Betrag in Gold gezahlt. Eine weitere Funktion dieser Karten ist der Verkauf von zwei gleichen Waren gegen 10 Goldstücke an die Dorfgemeinschaft. Schließlich kann mithilfe der Handelskarten ein Spieler auch die geforderten Gegenstände abgeben und so eine Stufe auf der Statustafel aufsteigen. Neben den Handelskarten gibt es noch neun weitere Kartenarten, so ermöglicht beispielsweise die Karte „Trommler“ den Austausch von Handkarten oder der „Regenmacher“ bringt dem Spieler einen gewissen Goldbetrag. Je weniger Karten jedoch ausgespielt werden, desto mehr Nachschub erhält der Spieler in Form von Gold oder neuen Handkarten. Gelingt es einem Spieler nun während seines Zuges die benötigten Waren für die letzte Statusstufe abzuliefern oder durch eine kleine Spende an den örtlichen Schamanen aufzusteigen, so gewinnt er das Spiel und kann sich der Anerkennung der übrigen Dorfbewohner gewiss sein.

Das Spielprinzip ist eigentlich recht einfach und erfordert kein langwieriges Regelstudium. Etwaige Anfangsfragen lassen sich schnell mit einem erneuten Blick in die Anleitung und den dazugehörigen Beispielen klären und so steht einer vergnüglichen Spielrunde ohne größere Schwierigkeiten nichts mehr im Wege. Auch die Spieldauer ist mit gut einer Stunde sehr überschaubar und macht das Spiel für jüngere Spieler interessant, darüber hinaus sorgen die alternativen Statusleisten für etwas mehr Abwechslung. Vier Spieler sollten es allerdings schon sein, denn sonst gestaltet sich das Ringen um Ansehen und Status eher zäh. Auch die Eignung als abendfüllende Unterhaltung ist bei Waka Waka nur bedingt gegeben, da sich nach einigen Runden ein gewisser Wiederholungseffekt einstellt und auch für langfristige Strategien und Planungen kein Platz ist. Das Spielmaterial ist, wie von Kosmos gewohnt, qualitativ hochwertig und von Michael Menzel ansprechend in warmen Farbtönen gestaltet. Seine Illustrationen tragen viel dazu bei, den Spielern die afrikanische Stimmung nahe zu bringen und sorgen für die passende Atmosphäre.

Der Autor legt mit Waka Waka ein durchaus unterhaltsames Spiel vor, das allerdings nicht übermäßig komplex ist und grade mit vier Spielern überzeugen kann.

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