Vudu‘

11. Dezember 2015 von Marcus Pohlmann

Vudu‘

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Erscheinungsdatum: 01.10.2015

Sprache: Deutsch

In die Welt der finsteren Flüche, makabren Rituale und bösartigen Magie entführt uns der Heidelberger Spieleverlag in Zusammenarbeit mit der Nordlandsippe. Bei Vudu‘, einer unheiligen Mischung aus Karten- und Würfelspiel, versuchen drei bis sechs Spieler die nötigen Zutaten zu sammeln, um die Konkurrenz mit Hilfe von Flüchen und Artefakten in ihre Schranken zu verweisen.

Nach dem Öffnen der Schachtel fällt vor allem die kleine Puppe Vudu‘ auf, die einen etwas mitgenommenen Eindruck macht und als Spielermarker herhalten muss. Sechs farbige Kunststoffmarker dienen dazu auf der Siegespunkteleiste, die sich wiederum in der Schachtel befindet, den aktuellen Punktestand zu dokumentieren. Mit den fünf sechsseitige Würfeln müssen die Spieler die Zutaten für ihre Flüche erwürfeln, daher finden sich auf den Würfelseiten keine schnöden Zahlen sondern Fledermäuse, Raben, Geister, Schädel, Kürbisse und Sterne. Schließlich gibt es noch die ungewöhnlich langgezogenen Karten, die sich in Flüche und Artefakte aufteilen, und die im Spielverlauf zum Einsatz kommen; eine kurze, sechsseitige Anleitung rundet das Spielmaterial ab.

Die Karten werden gemischt, jeder Spieler zieht sich eine Fluchkarte und dann bleibt nur noch, den Startspieler zu bestimmen. Ist ein Spieler an der Reihe, so hat er verschiedene Möglichkeiten. Beispielsweise kann er zwei Würfel ausgeben, um dafür eine neue Fluch- oder Artefaktkarte von jeweiligen Nachziehstapel auf die Hand zu nehmen. Ist er mit dem Wurfergebnis nicht zufrieden, ist es möglich einen Würfel abzugeben und die verbliebenen Würfel neu zu werfen. Und natürlich kann der Spieler auch versuchen, mit den Würfeln die benötigten Zutaten zu generieren um einen Fluch auf einen Mitspieler zu sprechen. So ist beispielsweise der Vorfreude-Fluch mit zwei Kürbissen relativ billig zu haben, während für den Jammerlappen alle fünf Würfel passen müssen. Der Spieler, der den Fluch ausgespielt hat, bekommt dafür einige Siegespunkte, der Verfluchte muss nun jede Runde die Auswirkungen des Fluches erleiden. Diese können sich relativ harmlos manifestieren, so dass der Spieler beispielsweise vor jedem Wurf wie ein Wolf heult oder bei der Weitergabe der Puppe mit den Fingern schnippen muss. Viel unangenehmer ist es jedoch, wenn der Spieler den Kopf auf den Tisch legen oder sich auf den Boden setzen muss. Beachtet ein Spieler die Vorgaben des Fluches nicht, so bekommt derjenige, der den ursprünglichen Fluch gesprochen hat noch einmal Punkte gut geschrieben. Mit den Artefakten können die Spieler dagegen Flüche abwenden, mehr Karten ziehen oder die Würfel zu ihren Gunsten beeinflussen. Erreicht oder überspringt ein Spieler die Marken mit drei, sechs oder gar neun Siegpunkten, so wird er Opfer eines permanenten Fluches, die recht heftige Auswirkungen auf den Spielverlauf haben.

Für einen ruhigen, kultivierten und von strategischen Überlegungen geprägten Spieleabend ist Vudu‘ in jeder Hinsicht das falsche Spiel. Wer jedoch ein turbulentes, lustiges und bisweilen ein wenig gemeines Würfelspiel sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Bei nur drei oder vier Spielern ist es dabei noch relativ leicht, den Überblick zu wahren, wer momentan unter welchen Flüchen zu leiden hat. Bei fünf oder gar sechs Spieler wird Vudu‘ zu einer völlig chaotischen, aber sehr lustigen Veranstaltung, bei der die Spieler (zumindest für den Außenstehenden) scheinbar wahllos heulen, quaken, um den Stuhl hüpfen, auf einem Bein stehen oder mit dem Kopf auf der Tischplatte liegen. Ein Spielrunde ist meist erstaunlich schnell vorbei, in den Testrunden wurde die angegebene Spielzeit von einer halben Stunde praktisch nie erreicht; so bleibt ausreichend Zeit für eine Revanche.

Die Fluch- und Artefaktkarten sind liebevoll mit Voodoo-Puppen in den verschiedensten misslichen Situationen illustriert, ebenso wie die Anleitung und Spieleschachtel selbst. Das Regelheft wirkt zwar ein wenig chaotisch und unstrukturiert, dieser Eindruck täuscht jedoch und nach wenigen Minuten Regelstudium können die Spieler schon mit Flüchen um sich werfen.

Eine lustige, schnelle Würfelei mit allerlei fiesen Gemeinheiten um den lieben Mitspielern eins auszuwischen.

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