Verbotene Welten

25. Mai 2016 von Marcus Pohlmann

Verbotene Welten

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 2 bis 4 Stunden

Erscheinungsdatum: 01.04.2016

Sprache: Deutsch

Der britische Tabletop-Hersteller Games Workshop hat mit Warhammer 40.000 einen beeindruckend umfangreichen Science-Fiction-Hintergrund geschaffen, der neben Tabletops und Brettspielen in Eigenproduktion auch immer wieder für die verschiedensten Lizenzprodukte genutzt wird. So gibt es mehrere Computerspiele, ein Kartenspiel und verschiedene Brettspiele, von denen Verbotene Welten das aktuellste ist. In diesem Strategiespiel vom Heidelberger Spieleverlag übernehmen bis zu vier Spieler die Fraktionen der Space Marines, der Orks, der Eldar und der Chaos Space Marines. Diese versuchen die Sternsysteme im Herakon-Cluster unter ihre Kontrolle zu bringen, Planeten auszubeuten und neue Truppen zu rekrutieren um schließlich ihre Missionen erfüllen zu können.

Wie bei den meisten der großen Spiele des Verlages sollten sich die Spieler auch hier mit den Komponenten vertraut machen, bevor es in die erste Runde geht. Besonders fallen hier die zwölf doppelseitig bedruckten Sternensysteme auf, aus denen das Spielfeld zusammengestellt wird. Jedes dieser Systeme teilt sich in vier Sektoren, manche davon enthalten Planeten, andere Asteroidenfelder oder die unendliche Weite des Alls. Marker für zu produzierende Güter, Kämpfe und Warpstürme liegen bei, ebenfalls sind neutrale Plastikfiguren für Gebäude, Festungen und Fabriken, sowie sechsseitige Würfel enthalten, die von allen Spielern genutzt werden können. Der größte Teil des Spielmaterials ist jedoch spezifisch für die vier verschiedenen Fraktionen: weitere Kunststoffminiaturen stellen Schlachtschiffe oder Bodentruppen dar, Befehls-, Gebäude- und Zielmarker dienen im Spielablauf zur Markierung bestimmter Situationen, auf Ressourcenrädern werden die Vorräte der Spieler vermerkt. Kampf-, Ereignis- und Befehlsaufwertungskarten werden im Spiel genutzt um Schlachten zu beeinflussen oder bestimmte Vorteile gegenüber den Mitspielern zu erhalten. Schließlich gibt es noch die Fraktionsbögen, die eine Übersicht der Sonderregeln und der herzustellenden Einheiten enthalten. Abgerundet wird die Ausstattung noch durch zwei 16seitige Regelhefte, von denen sich eines den groben Spielabläufen, das andere der detaillierten Beschreibung aller Spielmechanismen widmet.
Haben sich die Spieler für eine Fraktion entschieden wird das Spielfeld zusammengesetzt und ein Grundstock an Einheiten platziert. Je nach Spieleranzahl variiert dabei die Größe des Spielfelds. Der Spielablauf teilt sich in drei Phasen: In der Planungsphase legen die Spieler der Reihe nach einen Befehlsmarker in ein Sternensystem, es kommt dabei häufiger vor, dass Marker verschiedener Spieler übereinander platziert werden. Hat jeder Spieler seine vier Marker gelegt, so wird der oberste auf dem Stapel umgedreht. In der Einsatzphase werden diese Marker nun von oben nach unten abgearbeitet: So können in einem System beispielsweise neue Truppen produziert werden, die entsprechenden Ressourcen vorausgesetzt. Mit der Herrschaft-Aktion werden Güter von den kontrollierten Welten eingesammelt und die Sonderfähigkeit der Fraktion genutzt, so können beispielsweise die Space Marines ihre Truppen aufwerten oder die Eldar können eine Einheit von einem Ende der Karte zum anderen teleportieren. Der Strategie-Maker erlaubt es dem Spieler Karten für Befehls- oder Kaufaufwertung zu erwerben und damit besondere Vorteile zu erhalten. Mit dem Vormarsch-Befehl lassen sich die eigenen Truppen in ein neues Sternensystem bewegen und den Angriff auf etwaige Gegner starten. Für den Kampf addieren die Spieler die Stärke ihrer beteiligten Truppen und werfen die entsprechende Anzahl an Würfeln. Diese zeigen entweder Schilde, Blaster oder den Imperialen Adler. Nun zieht jeder Spieler fünf Karten aus seinem Kampfstapel und platziert eventuell Verstärkungsmarker. Sind diese Vorbereitungen erledigt werden bis zu drei Kampfrunden ausgeführt indem eine Kampfkarte ausgespielt wird. Die erwürfelten und durch Karten erzielten Treffer werden mit den Einheiten verglichen und der Schaden zugewiesen. Zerstörte Einheiten werden dabei vom Spielfeld entfernt, verwundete Einheiten können nicht mehr am Kampf teilnehmen, bleiben aber im Spiel. Ist nun die letzte Kampfrunde vorbei wird verglichen wer mit seinen verbliebenen Truppen den höchsten Moralwert hat, der Verlierer zieht sich anschließend in ein benachbartes System zurück, während der Gewinner den Planeten übernimmt. In der dritten und letzten Phase haben die Spieler Gelegenheit Ressourcen zu fördern, ihre verwundeten Einheiten zu erholen und mögliche Spielziele einzusammeln. Schließlich bewegen sich die Warpstürme, durch die Sternensysteme voneinander getrennt werden können. Danach wechselt der Startspieler und eine neue Runde beginnt. Dies wird so lange fortgesetzt, bis es einem Spieler gelingt eine bestimmte, der Spieleranzahl entsprechende, Menge an Zielmarkern einzusammeln.

Verbotene Welten ist kein einfaches Spiel; es gibt unglaublich viele Details zu beachten, ständig eröffnen sich neue Handlungsnotwendigkeiten und durch die Karten kommen immer wieder Möglichkeiten hinzu, sogar Raum für den einen oder anderen Bluff findet sich. Alleine die Reihenfolge der Befehlsmarker kann die ersten zwei oder drei Spielrunden schon für einige Verwirrung und Fehlentscheidungen sorgen. Haben sich die Spieler aber erst einmal in die Mechanismen hineingedacht, bekommen sie ein sehr taktisches Spiel mit einem enorm hohen Wiederspielwert. Dabei spielt sich jede der vier Fraktionen ein wenig anders und lässt ihren Tabletop-Charakter erkennen. Das Spiel funktioniert sowohl mit zwei, drei und vier Spieler recht gut, wobei mit voller Spielerzahl eine Partie durchaus vier Stunden oder länger dauern kann. Dabei bleibt die Wartezeit für die Spieler in einem überschaubaren Rahmen, so dass glücklicherweise keine Langeweile aufkommt; ein großes Problem bei vergleichbaren Spielen. Der Heidelberger Spieleverlag liefert hier ein tolles Spiel ab, für dass man schon einen ganzen Abend einplanen sollte, aber im Gegenzug ein großartiges Spielerlebnis bekommt.
Auch was die Aufmachung angeht gibt es an Verbotene Welten rein gar nichts auszusetzen; die gedruckten Spielmaterialien stabil und ausgesprochen stimmig illustriert, ganz im Einklang mit anderen Bildern aus diesem Spieluniversum. Die zahlreichen Figuren verfügen trotz der geringen Größe über einen hohen Detailgrad und finden sich so ähnlich auch in den traditionellen Tabletop-Systemen wieder und die Anleitung führt die Spieler sehr übersichtlich an die Abläufe heran. Einzig die Aufteilung in zwei Regelhefte finde ich nicht ganz so gelungen, da grade in der Anfangsphase häufig nachgeschlagen werden muss und dann mit beiden Heften hantiert wird. Allerdings fällt dies nach drei oder vier Partien praktisch nicht mehr ins Gewicht.

Ein komplexes, spannendes und sehr taktisches Science-Fiction-Spiel, dass nicht nur Fans des Warhammer 40.000-Universums gefallen dürfte.

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