Tumult Royal

1. Mai 2016 von Marcus Pohlmann

Tumult Royal

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Spieleranzahl: 2-4 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 40 Minuten

Erscheinungsdatum: 08.10.2015

Sprache: Deutsch

Zusammen mit seinem Sohn Benjamin hat der wohl bekannteste deutsche Spieleautor, Klaus Teuber, für den Kosmos Verlag mit Tumult Royal ein Spiel abgeliefert, dass die bis zu vier Spieler in die Herrscherkaste eines mittelalterlichen Königreichs erhebt. Diese versuchen ihren Ruhm zu mehren, indem sie im ganzen Land Statuen errichten und mehr Gefolgsleute um sich scharen. Das dabei der Bevölkerung lebenswichtige Ressourcen weggenommen werden und es zum Aufstand kommen kann wird billigend in Kauf genommen.

Das Spielmaterial ist recht umfangreich und sollte erst einmal sortiert werden. Den Anfang machen Warenplättchen für Brot, Marmor und Werkzeu, die Werte zwischen eins und drei haben. Auch gibt es Plättchen für die Gefolgsleute, ebenfalls in unterschiedlichen Werte gestückelt. Zehn Landschaftskarten, die sich in jeweils neun Felder mit Wiesen, Gebirgen, Wäldern, Dörfern und Schlössern aufteilen und ein entsprechender Rahmen bilden die eigentliche Spielfläche. Darüber hinaus bekommt jeder Spieler 25 Hölzpöppel (seine Statuen), eine Burgtafel mit Spielübersicht und Ablagemöglichkeiten, eine Adelskarte mit der die aktuelle Reihenfolge angegeben wird sowie eine „Gnadenkarte“ um den Volkszorn etwas zu besänftigen. Abgerundet wird das Spielmaterial von der Tumultscheibe, die Königschronik die als Punktezähler fungiert, einer Sanduhr und der achtseitigen Anleitung.
Je nach Spieleranzahl wird eine gewisse Anzahl zufällig ausgewählter Landschaftskarten in den Rahmen gelegt, die Spieler bekommen einige Gefolgsleute und, ebenfalls abhängig von der Spielerzahl, wird die Menge der Waren reduziert, schließlich setzt jeder Spieler eine seiner Statuen auf das Spielfeld. Nachdem diese Vorbereitungen abgeschlossen sind, beginnt die Spielrunde indem die Tumultscheibe gedreht wird. Diese bestimmt wie viele Waren die Bevölkerung in dieser Runde fordert. In der zweiten Phase, der Steuer-Raubphase, legt nun jeder Spieler drei der verdeckt ausliegenden Warenplättchen beiseite. Danach gibt der aktuelle führende Spieler, der König oder die Königin, das Kommando zum Steuereintreiben. Hierbei darf jeder Spieler sich ein beliebiges Plättchen anschauen, entweder wieder zurück legen oder, ebenfalls verdeckt, auf seine Burg legen. Nach gut 20 Sekunden endet diese Phase und die verbliebenen Waren in der Tischmitte werden aufgedeckt und ausgezählt. Bleibt dem Volk noch genügend zum Leben, so bleibt der Aufstand aus. Waren die Spieler jedoch zu gierig, so verliert der Spieler, der sich das meiste Brot gekrallt hat drei Gefolgsleute und muss alle Plättchen, bis auf das mit dem niedrigsten Zahlenwert abgeben; ebenso wird für Marmor und Werkzeug verfahren. Anschließend können die Spieler, falls sie noch genügend Rohstoffe haben, bis zu drei Statuen entsprechend dem Kostenschlüssel bauen. Die Kosten sind je nach Geländeart unterschiedlich, zudem darf nicht überall gebaut werden. Bezahlt ein Spieler dabei mehr Waren als ursprünglich benötigt werden, bekommt er zusätzlich noch neue Gefolgsleute. Nun werden die Ränge, entsprechend der Anzahl der Gefolgsleute neu verteilt, ein neuer König wird gekrönt und der Spieler mit den wenigsten Statuen erhält „Die Gnade des Volkes“, die ihn zu einem gewissen Grad vor Aufständen schützt.
Nun werden alle Plättchen wieder verdeckt gemischt und die nächste Runde beginnt. Dies wird so lange fortgesetzt, bis entweder die letzte Statue auf die Königs-Chronik gesetzt wurde oder die Differenz zwischen dem führenden und letzten Spieler zu groß geworden ist.

Hektische „Grabsch-Spiele“ sind sicherlich nicht jedermanns Sache, doch die Herren Teuber haben dieses Problem bei Tumult Royal recht wirkungsvoll entschärft, indem sie der Hektik der Rohstoff-Beschaffung eine ruhige Planungsphase gegenübergestellt haben. Hier haben die Spieler Zeit ihre nächsten Entwicklungen zu überdenken und Strategien zu entwickeln. Allerdings scheitern diese Pläne regelmäßig, entweder an der eigenen Gier oder am Mangel an passenden Plättchen. Hat ein Spieler auf diese Weise eine oder gar zwei Runden in den Sand gesetzt ist es relativ schwierig wieder ins Spiel zurück zu kommen und erfordert auch ein gewisses Risiko. Davon abgesehen funktioniert die Jagd nach Ruhm und Gefolgsleuten sehr gut, spielt sich flüssig und weiß optisch und spielerisch zu gefallen. Dabei macht das Spiel zu viert deutlich mehr Spaß als mit zwei oder drei Spielern.
Das Spielmaterial ist von Franz Vohwinkel sehr charmant illustriert und durchweg von hoher Qualität. Der Verlag hat zudem einige Zip-Tüten für die unterschiedlichen kleinen Spielkomponenten beigelegt, damit nicht alles wild durch die Box rutscht. Ein nettes Detail ist darüber hinaus die Erklär-App, die die Spieler schrittweise durch die Anleitung führt und zusätzlich noch eine Timer-Funktion enthält, die sich auch etwas anpassen lässt.

Ein schönes, familientaugliches Brettspiel für Spieler, die keine Hemmungen haben auf dem Spieltisch ordentlich hinzulangen und keine Rücksicht auf die darbende Bevölkerung nehmen.

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