Titten Ärsche Sonnenschein

23. Oktober 2013 von Marcus Pohlmann

Titten

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Erscheinungsdatum: 01.10.2013

Sprache: Deutsch

Der Heidelberger Spieleverlag ist bekannt für seine opulent ausgestatteten und teilweise recht anspruchsvollen Brettspiele. Das es auch etwas anders geht, zeigt der Verlag mit dem neuen Spiel von Walter Schranz. Schon der Name Titten Ärsche Sonnenschein lässt vermuten, dass es bei diesem Kartenspiel nicht übermäßig ernst zur Sache geht. Jeder der bis zu fünf Spieler veranstaltet dabei eine Strandparty und versucht so viele Karten mit den gleichen Farben und dem gleichen Typ wie möglich zu sammeln, so die erfolgreichste Party zu veranstalten und damit das Spiel zu gewinnen.

Die kleine Schachtel enthält 120 Karten, davon sind fünf Übersichtskarten, welche die verschiedenen Aktionen und die Punkteverteilung auflisten, 15 Sangria-Karten von denen jeder Spieler zwei bis vier bekommt und schließlich 100 Partykarten die vier unterschiedliche Motive in fünf Farben zeigen. Die Motive werden hierbei in der Anleitung als Titten, Ärsche, Stecher und Sonnenschein gelistet und sind als Illustrationen in den jeweiligen Farben recht anschaulich umgesetzt. Schließlich liegt noch die achtseitige Anleitung bei, die vor Beginn gründlich gelesen werden sollte. Zu Beginn einer Partie bekommt jeder Spieler, abhängig von der Spielerzahl, Sangria-Karten zugeteilt. Dies sind die Party-Zonen, in die im weiteren Verlauf die anderen Karten angelegt werden. Jeder Spieler erhält zudem drei Handkarten und vier weitere Karten werden als Auslage aufgedeckt. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel, in dessen unteres Drittel eine weitere Sangria-Karte gemischt wird. Der Spieler, der am lautesten „Titten!“ rufen kann beginnt nun das Spiel.
Ist ein Spieler an der Reihe, so zieht er zuerst eine Karte vom Ablagestapel und kann sich anschließend zwischen vier Aktionen entscheiden. So gibt es die Möglichkeit zwei Karten vom Ablagestapel zu ziehen und dafür wieder eine abzulegen, eine offene Karte aus der Auslage auf die Hand zu nehmen, bis zu zwei Handkarten mit der Auslage zu tauschen und schließlich den Sangria eines Mitspielers zu stehlen und bei sich selbst auszulegen, also eine Party-Zone mehr zu haben. Hat sich der Spieler für eine dieser vier Aktionen entschieden, so muss er noch, wenn möglich, eine Handkarten in eine seiner Partyzonen legen. Hier gilt es entweder ein bestimmtes Motiv zu sammeln oder alle vier Karten einer Farbe abzulegen. Auf jeder der Karten ist als Symbol eine Aktion abgebildet, die für den folgenden Spieler gesperrt ist, so dass eigentlich nur drei Aktionen zur Auswahl stehen.
Wird die Sangria-Karte im Nachziehstapel aufgedeckt, so kann diese von den Spielern noch durch das Ablegen von Karten ersteigert werden. Der Spieler zahlt die entsprechende Anzahl an Karten und kann den Sangria noch in seiner Auslage platzieren. Haben die Spieler nun noch Handkarten, die regelkonform angelegt werden können, so ist dies nun möglich. Schließlich folgt die Endabrechnung, bei der die Punkte anhand einer Tabelle ermittelt werden, wobei es für vollständige Reihen mit Sangria natürlich besonders viele Punkte gibt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel und hat damit die beste Strandparty gefeiert.

Wer bei Titten Ärsche Sonnenschein strategisch anspruchsvolle und abendfüllende Unterhaltung erwartet wird sicherlich enttäuscht werden. Das Spiel hat den Anspruch für die nette, lockere und vor allem nicht ganz Ernst gemeinte Partie zwischendurch gedacht zu sein. Und diesem Vorsatz wird es tatsächlich voll und ganz gerecht. Die Regeln sind schnell erklärt, der Spielaufbau nimmt kaum Zeit in Anspruch und die Spieldauer übersteigt eine halbe Stunde eigentlich nie. Dennoch ist das Spiel nicht zu einfach und die Spieler können sich so etwas wie eine Taktik zurecht legen, die jedoch selten länger als eine oder zwei Runden bestand hat. Auch sind alle Spieler ständig ins Geschehen eingebunden und so kommt keinerlei Langeweile auf. Wie bei den meisten dieser eher lockeren Spiele hängt der Spaßfaktor aber auch zu einem hohen Anteil von den Mitspielern ab. Viel wichtiger als um jeden Preis zu gewinnen ist es hier, möglichst laut und oft „Titten“ zu rufen und den Mitspielern ihre Kartensammlungen durcheinander zu bringen. Nur ein einziger Spieler, der sich auf dieses Konzept nicht einlässt kann den Spaß für die restliche Gruppe empfindlich schmälern.
Die Regeln sind verständlich und eindeutig geschrieben, so dass die Spieler in der Lage sind, recht schnell ins Spiel einzusteigen. Die Karten sind recht hübsch mit den passenden Motiven illustriert, auch wenn der Kontrast zwischen blauen und schwarzen Karten durchaus hätte größer sein können.

Mit den richtigen Spielern ist Titten Ärsche Sonnenschein ein unkompliziertes und spaßiges Kartenspiel, mit dem sich die Wartezeit zwischen zwei „ernsthaften“ Spielrunden sehr gut überbrücken lässt.

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