The Thunder – Misaki Box Set

2. November 2013 von Marcus Pohlmann

Malifaux Misaki

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Erscheinungsdatum: 01.07.2013

Sprache: Englisch

Wyrd Miniatures, der Hersteller des Skirmish-Tabletops Malifaux hat sich schon vor geraumer Zeit von den traditionellen Metall-Miniaturen verabschiedet und veröffentlicht mittlerweile sowohl komplette Trupps als auch einzelne Figuren ausschließlich als Kunststoff-Figuren im Gussrahmen. Mit The Thunder – Misaki Box Set ist nun eine der ersten Boxen für die zweite Edition des Spiels erschienen und verstärkt die Fraktion der „10 Thunders“. Diese sechs Figuren im 32mm-Maßstab bringen neben Steampunk-, Western- und Horror-Elementen auch noch etwas asiatisches Flair in das Setting des Tabletops.

Die Box umfasst sechs Figuren, die gut als Grundstock für eine größere Truppe genutzt werden können, aber durchaus für die ersten Spiele ausreichend ist. Als Standard-Kämpfer dienen hier drei Totakage, diese sind ausgerüstet mit exotischen Waffen wie Kettensichel, einer Art Morgenstern, Unterarmklingen und Wurfsternen, verfügen über keine Rüstung und haben gewisse äußere Ähnlichkeit mit Ninjas. Ihre Fähigkeiten machen diese Figuren im Spiel ausgesprochen beweglich, vor allem, wenn sie alleine agieren. Ihr Offensiv-Potential ist durch vergiftete Waffen und die Möglichkeit vieler, wenn auch schwacher, Angriffe ebenfalls nicht zu verachten. Allerdings lassen sowohl die geringe Anzahl an Lebenspunkten wie auch der niedrige Widerstand durchaus zu wünschen übrig. Deutlich weniger subtil ist dagegen die Vorgehensweise von Ototo, dem Gefolgsmann. Dank seiner Rüstung und seinen Fähigkeiten ist diese Figur durchaus in der Lage sich im dichten Handgemenge zu behaupten und zahlreiche Angriffe einfach wegzustecken. Das er daneben mit seinem gewaltigen Tetsubo auch noch ordentlich austeilen kann ist dabei mehr als nur ein netter Bonus. Die Rolle von Shang, der fünften Figur, ist dagegen die eines reinen Unterstützers. Dieses vielschwänzige, feurige Sagentier dient in erster Linie dazu, die magischen Fähigkeiten seiner Herrin zu verstärken, kann sich aber mit Zähnen und Klauen leidlich effektiv verteidigen. Zu jeder Truppe gehört auch natürlich ein Anführer, ein sogenannter „Master“, und im Fall von The Thunder ist dies die zierliche Misaki. Mit nur einem vergleichsweise kleinen Vorrat von zwei Seelensteinen ausgestattet, verlässt sie sich eher auf schnelle und präzise Angriffe mit der Naginata um die gegnerischen Figuren auszuschalten. Ihre relativ hohe Anzahl an Wunden in Verbindung mit einigen netten defensiven Fähigkeiten sollten zudem dafür sorgen, dass sie nicht zu schnell vom Feld genommen wird.
Neben diesen Figuren befinden sich noch sechs Upgrade-Karten in der Box, mit denen sich in erster Linie das Offensiv-Potential von Misaki deutlich ausbauen lässt, aber auch für Ototo und die normalen Kämpfer wurde an kleinere Verstärkungen gedacht.

Sowohl optisch als auch spielerisch setzen die Modelle eher auf Schnelligkeit und gezielte Angriffe denn auf rohe Gewalt und Durchhaltevermögen. Ihre Fähigkeiten und die Werte unterstützen dieses Konzept dabei sehr gut und auch die Upgrades sind entsprechend ausgelegt. Solange die Modelle von The Thunder immer in Bewegung bleiben hat es der Gegner recht schwer etwas gegen sie zu unternehmen, sitzen sie dagegen erst einmal fest, dann ist es auch schnell zu Ende, von Ototo einmal abgesehen. Diese Spielweise sorgt vor allem in den ersten Spielen für ein recht schnelles Ableben der Figuren, hat sich der Spieler aber daran gewöhnt den gegnerischen Figuren gezielte Nadelstiche zu verpassen und dann schnell wieder mit seinen Modellen zu verschwinden, so spielt sich diese Truppe sehr flüssig und effektiv.
Die Figuren sind allesamt fein modelliert, wobei manche Details durchaus hätten schärfer sein können. Viele Ketten, Stoffbahnen und dynamische, ausladende Posen sorgen auf dem Spielfeld für ausgesprochen gutes Aussehen, erschweren aber leider den Transport der Figuren erheblich, da der Kunststoff zwar stabil ist, aber durch die dünnen Teile bei Unachtsamkeit dennoch schnell bricht. Der Gussrahmen selbst bietet kaum Anlass zur Kritik und nur wenige Grate müssen entfernt werden. Auch der Zusammenbau der Figuren stellt den erfahrenen Tabletop-Spieler vor keine sonderlich großen Herausforderungen. Allerdings ist die Reihenfolge in der Teile geklebt werden müssen teilweise von enormer Bedeutung, da sonst andere Bestandteile nicht mehr richtig passen. Vor der Bemalung ist es zudem dringend erforderlich, die Figuren mit warmem Wasser und etwas Spülmittel gründlich zu reinigen, da sonst keine Farben auf den Modellen haften bleiben.

Mit The Thunder bekommt der Spieler sechs durchaus ansehnliche, dynamische Modelle, die sich vor allem für eine schnelle und aggressive Spielweise eignen, denen aber die Nehmerqualitäten fast völlig fehlen.

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