Star Wars Armada

23. August 2015 von Marcus Pohlmann

Star Wars Armada

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Erscheinungsdatum: 01.04.2015

Sprache: Deutsch

Der US-amerikanische Spielehersteller Fantasy Flight Games, und damit auch deren deutscher Partner, der Heidelberger Spieleverlag, nutzen die Star Wars-Lizenz nach Kräften aus und produzieren mittlerweile eine ganze Reihe von Spielen, die in diesem Universum angesiedelt sind. Zwar gibt es mit Star Wars X-Wing schon ein überaus erfolgreiches Spiel, dass sich mit Raumkämpfen beschäftigt, doch stehen hier Gefechte zwischen wenigen, kleinen Jägern im Vordergrund. Dagegen schlägt das vor kurzem veröffentlichte Star Wars Armada einen ganz anderen Weg ein und gibt den Spielern die Möglichkeit wirklich gewaltige Flottenverbände in die Schlacht zu führen.

Wie bei vielen Spielen, die der Heidelberger Spieleverlag veröffentlicht, so sollte sich der Spieler auch hier die Zeit nehmen und die Spielkomponenten in Ruhe sichten. In erster Linie sind es die zahlreichen Marker die sortiert und zugeordnet werden müssen. Es gibt Marker für Schiffskommandos, Asteroiden, Kommandos, Verteidigung und für einige andere Spieleffekte mehr. Auch zahlreiche Karten, in drei verschiedenen Größen, liegen dem Spiel bei. Die großen Karten sind den Schiffen vorbehalten, hier werden alle Informationen zusammen gefasst, beispielsweise Schilde und Hüllenpunkte, Manövriermöglichkeiten, Geschütze und Ausrüstungsoptionen. Die mittleren Karten enthalten die gleichen Informationen für die Staffeln kleinerer Jäger, sowie Einsatzziele und Referenzkarten für die Spieler. Die kleinen Karten teilen sich in Schadens- und Aufwertungskarten, mit letzteren können die Spieler die Schiffe ihrer Flotte individuell ausstatten, beispielsweise durch besondere Besatzungsmitglieder oder fortschrittliche Schiffstechnik. Eine in Segmente gegliederte Manövrierhilfe aus Kunststoff sowie ein Maßstab aus Pappe dienen zur Bewegung und Reichweitenbestimmung im Spielverlauf. Neun Achtseitige Würfel in Rot, Blau und Schwarz kommen beim Kampf zum Einsatz und zeigen drei unterschiedliche Symbole die, je nach Würfelfarbe, verschieden häufig abgebildet sind. Ein 24seitiges Heft widmet sich der Erklärung der Spielkomponenten, den Regeln von Star Wars Armada und der Zusammenstellung eigener Flotten, das Referenzhandbuch mit 16 Seiten geht detailliert auf die Begrifflichkeiten und Spielabläufe ein. Schließlich wird das Spielmaterial von den Schiffsmodellen vervollständigt, die bei diesem Spiel verständlicherweise nicht alle im gleichen Maßstab gehalten sind. Hier wird unterschieden in die Schiffe, einen Sternzerstörer auf Seiten des Imperiums, sowie eine Eskortfregatte und eine Korvette bei den Rebellen, und in die Staffeln. Diese bestehen aus drei kleinen Raumjägern, die auf der gleichen Base montiert sind, insgesamt sechs Staffeln mit Tie-Jägern und vier Staffeln mit X-Flüglern, wie der offizielle Sprachduktus nun lautet, liegen dem Spiel bei. Diese Modelle werden, zusammen mit den Markern für die Schiffsdaten, auf die dazugehörigen Basen gesteckt um diese einsatzbereit zu machen.
Haben sich die Spieler entschieden, wer welche Seite übernehmen möchte, alle Modelle und Marker verteilt muss noch eine Karte mit einem Einsatzziel gezogen werden. Diese Karten legen das Spielziel für die jeweilige Partie fest, so müssen beispielsweise Marker auf dem Spielfeld eingesammelt, ein bestimmtes gegnerisches Schiff vernichtet oder eine Position erreicht werden.\r\n<br>Eine Spielrunde teilt sich dabei in vier Phasen auf, die von den Spielern durchlaufen werden. In der Kommandophase werden den Schiffen verdeckt verschiedene Kommandos zugewiesen, die Anzahl ist dabei vom Schiffstyp abhängig. In der zweiten, der Schiffsphase, handeln die Spieler im Wechsel die Kommandos ihrer Schiffe ab, dabei können sie benachbarte Staffeln außerplanmäßig aktivieren lassen, Schäden reparieren, ihre Feuerkraft auf einen Gegner bündeln und ihre Geschwindigkeit ändern. Außerdem greifen in dieser Phase die Schiffe gegnerische Modelle an und bewegen sich. Daran schließt sich die Staffelphase an, in denen die Spieler abwechselnd jeweils zwei ihrer Staffeln bewegen oder mit diesen angreifen. Schließlich werden in der Statusphase noch verschiedene Spieleffekte für die nächste Runde vorbereitet, beispielsweise werden eingesetzte Aufwertungskarten und Verteidigungsmarker wieder spielbereit gemacht.
Die verwendeten Spielmechaniken ähneln dabei Star Wars X-Wing auf den ersten Blick, unterscheiden sich aber in wichtigen Punkten. So wird beispielsweise beim Angriff zuerst die eingesetzte Schiffssektion ausgewählt. Diese generiert eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Angriffswürfel, die wiederum durch die Reichweite modifiziert werden. Die Würfel können dabei drei unterschiedliche Symbole oder leere Seiten zeigen: „Zielgenauigkeit“ unterbindet den Einsatz eines Verteidigungmarkers beim Gegner, ein „Treffer“ fügt einen Schadenspunkt zu und ein „Kritischer Treffer“ fügt Schaden zu und hat einen weiteren negativen Effekt. So attackierte Schiffe können ihre Verteidigungsmarker einsetzen um Schaden zu verringern oder ganz zu ignorieren, aber auch auf andere Schiffsteile umzulenken. Verliert ein Schiff alle Schilde und Hüllenpunkte wird es zerstört und vom Spielfeld entfernt. Bei der Bewegung der Schiffe bestimmt die Manövrierfähigkeit, wieviele Segmente der Manöverschablone abgeknickt werden und das Schiff wird dann an der neuen Position platziert. Staffeln funktionieren, was Angriff und Bewegung angeht, ähnlich, unterliegen dabei aber einigen Einschränkungen.
Gespielt wird so lange, bis es einem Spieler gelingt seine Einsatzziele zu erreichen, eine festgelegte Anzahl Runden gespielt sind oder eine Seite keine Schiffe mehr auf dem Feld hat.

Trotz einiger oberflächlicher Ähnlichkeiten zum kleinen Bruder ist Star Wars Armada damit nicht wirklich zu vergleichen. Hier stehen doch deutlich mehr die strategischen Überlegungen bei der Koordination mächtiger Flottenverbände im Vordergrund, die durchaus auch mehr Zeit in Anspruch nehmen als die kleinen, schnellen Gefechte der kleinen Raumjäger. Der Umgang mit den zahlreichen Schablonen, Markern und Rädchen erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit, nach der sich das Spiel aber angenehm flüssig und spannend spielt. Auch die eine oder andere Regelfrage erschließt sich entweder im Spiel selbst oder beim erneuten Lesen der beiden Regelhefte. Das Spielvergnügen wird etwas getrübt durch die Tatsache, dass die in der Box enthaltenen Schiffe grade ausreichend sind um sich einen Überblick über die Spielabläufe zu verschaffen und erste Navigationsversuche mit den Schiffen zu machen. Der wirkliche Eindruck einer gewaltigen Raumschlacht kommt dabei noch nicht auf, dafür sind einige zusätzliche Investitionen in mehr und und vor allem unterschiedliche Schiffe und Staffeln notwendig.
Das Spielmaterial ist, wie gewohnt, sehr hochwertig, grade die bedruckten Komponenten machen einen sehr soliden Eindruck. Auch die Schiffsmodelle sind wieder recht ansehnlich geworden, auch wenn ich mir bei den Staffeln zumindest etwas Farbe gewünscht hätte. Einige Modelle stecken etwas wackelig auf ihren Basen, was sich aber leicht beheben lässt. Die beiden Hefte der Anleitung beantworten eigentlich alle Fragen zum Spiel umfassend, allerdings stört mich die Tatsache, das grade am Anfang, häufig zwischen den Spielregeln und dem Referenzhandbuch gewechselt werden muss.

Wer sich von den relativ hohen Anschaffungs- und Folgekosten nicht abschrecken lässt, bekommt mit Star Wars Armada ein stimmiges, sehr strategisches Spiel für spannende Weltraumschlachten.

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