Stadtkompendium

25. Juli 2014 von Marcus Pohlmann

Stadtkompendium

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Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Sprache: Deutsch

Wenn von Fantasy-Rollenspielen die Rede ist, dürften die meisten Leser an dunkle Verliese, verlassene Ruinen oder komplexe Höhlensysteme denken. Doch tatsächlich erfreut sich das Stadt-Setting bei Rollenspiel-Runden durchaus einer gewissen Beliebtheit. Daher verwundert es nicht übermäßig, dass das erste Quellenbuch zum Iron Kingdoms-Rollenspiel, das Ulisses Spiele auf Deutsch veröffentlicht, sich mit Städten im Allgemeinen und der Stadt Fünffinger im Besonderen beschäftigt. Das Stadtkompendium liefert dem Spielleiter auf 98 Seiten sowohl Regel- und Hintergrundmaterial als auch ein Abenteuer im städtischen Umfeld.

Das erste Drittel des Bandes ist dem Material für die Spieler vorbehalten. Hier finden sich sieben neue Karrieren für nichtmenschliche Charaktere, eine ganze Reihe von Eigenschaften und Ausrüstungsgegenständen und sogar Jacks, speziell für urbane Abenteuer. Das Kapitel „Stadtkampf“ bietet, wie der Name vermuten lässt, Regeln für Handgemenge in engen Gassen oder zünftige Kneipenschlägereien.
Der weitaus umfangreichste Teil des Stadtkompendium ist jedoch der Hafenstadt Fünffinger vorbehalten, die eine der größten und wichtigsten Städte innerhalb der Iron Kingdoms ist. Der Leser erfährt in diesem Kapitel etwas über die Geschichte der Stadt und ihre Bewohner, aber auch die Verwaltungsstruktur, mit ihren sehr eigenen Regeln, wird näher beleuchtet. Ebenfalls in diesem Kapitel finden sich Informationen über die unterschiedlichen Gruppierungen, Kulte und Sekten, allen voran die Thamaritischen Septen, die in der Stadt um Macht und Einfluss kämpfen. Den Abschluss bildet ein Rundgang über die verschiedenen Inseln aus denen sich die Stadt zusammensetzt und deren ausgewählte Sehenswürdigkeiten.
Auf den folgenden Seiten finden sich einige ausgearbeitete Szenarienvorschläge, die in fast jeder Stadt der Iron Kingdoms angesiedelt werden können, zusammen mit einer weiteren, allerdings eher für Nichtspielercharaktere geeigneten, Laufbahn. Die Diener Thamars haben sich vor allem auf die Erschaffung und Kontrolle von untoten Knechten spezialisiert und setzen diese für ihre zwielichtigen Machenschaften ein.
Die letzten Seiten des Bandes sind dem Abenteuer „Einflussreiche Freunde“ vorbehalten, das harmlos genug mit einer Straßenschlägerei beginnt, im weiteren Verlauf aber immer größere Kreise zieht. Die Charaktere werden dabei tief in die Machenschaften verschiedener Interessengruppen hinein gezogen und können schließlich in einem spektakulären Showdown dem Hintermann der Verschwörung (hoffentlich) das Handwerk legen.

Da den Spielern des Iron Kingdoms-Rollenspiels bisher nur relativ wenig Material zur Verfügung steht, dürfte die Veröffentlichung des Stadtkompendium wohl schon sehnsüchtig erwartet worden sein. Und tatsächlich bietet der Band auch eine ganze Reihe von dringend benötigten Informationen, sowohl für den Spielleiter als auch die Spieler, und liefert zudem einige ganz passable Abenteuerideen. Natürlich liegt der Fokus des Buches auf der Stadt Fünffinger und ihren Bewohnern, dennoch hat der Spielleiter nun ausreichendes Material, um seine Kampagne auch in anderen Städte der Reiche anzusiedeln. Die Spieler werden ebenfalls bedacht, so sind die neuen Ausrüstungen und Eigenschaften durchaus eine Bereicherung für die Charaktere. Nicht ganz so gelungen finde ich dagegen das abschließende Abenteuer, das mir einfach zu gradlinig und kampflastig ist.
Übersetzung und Layout geben kaum Anlass zur Kritik, abgesehen von einigen wenigen Schreibfehlern. Die Grafiken illustrieren das Geschehen zu großen Teil sehr treffend und nur wenige Illustrationen wurden anderen Veröffentlichungen von Privateer Press entliehen. Als kleines Schmankerl haben Ulisses Spiele auf ihrer Homepage noch zusätzliches Material für das Abenteuer als kostenlosen Download zur Verfügung gestellt.

Der Spielleiter kann mit dem Stadtkompendium nicht wirklich viel verkehrt machen, zumal sich ein Teil des Materials auch problemlos für andere Fantasy- oder Steampunk-Rollenspielsysteme zweckentfremden lässt.

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