Snake Oil

7. Januar 2015 von Marcus Pohlmann

Snake Oil

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Erscheinungsdatum: 01.12.2014

Sprache: Deutsch

Nicht ganz unbescheiden prangt auf der Schachtel von Snake Oil die Aussage das es sich hierbei um „Das beste Partyspiel der Welt!“ handele. Bei diesem Spiel, das vom renommierten Spielehersteller Amigo veröffentlicht wird, ringen bis zu acht Spieler mit ihren Wortkreationen um die Kunst eines Käufers und versuchen diesen von der Großartigkeit ihres Produktes zu überzeugen.

Das Spielmaterial umfasst, neben der vierseitigen, zweisprachigen Anleitung, 36 doppelseitige Rollenkarten, 240 „Snake Oil“-Karten auf deren Vorder- und Rückseite sich unterschiedliche Begriffe befinden sowie acht Pappbrettchen, die Flaschenregale. Auf den Rollenkarten, jeweils mit einer grünen und einer blauen Seite, befindet sich neben der eigentlichen Bezeichnung in fünf verschiedenen Sprachen (deutsch, englisch, holländisch, französisch und italienisch), auch die Illustration einer Schlange, abgestimmt auf die entsprechende Rolle. Hier wird eine recht große Bandbreite abgedeckt, es gibt beispielsweise Busfahrer, Krankenschwestern, Pensionäre und Umweltschützer, auch Ninjas, Außerirdische und Vereinsmaskottchen finden ihren Platz in dem Spiel. Ebenso sind die, in Flaschenform ausgestanzten, „Snake Oil“-Karten mehrsprachig und auf jeder der beiden Seiten findet sich ein unterschiedlicher Begriff. So haben die Spieler insgesamt 480 Wörter zur Verfügung, aus denen sie im späteren Spielverlauf verschiedene Mixturen bilden können. Schließlich bekommt jeder Spieler noch ein Flaschenregal, in dem sechs „Snake Oil“-Karten ihren Platz finden. Zuvor muss jedoch ein Sichtfenster, abhängig von der gewählten Sprache, ausgebrochen werden, was einiges an Fingerspitzengefühl erfordert.
Um mit dem Spiel zu beginnen werden die Karten gemischt und jeder Spieler legt sie in beliebiger Reihenfolge in seinem Regal ab. Der vorher bestimmte Startspieler verkündet nun, welche Rolle er übernimmt und die Mitspieler müssen aus ihren sechs zur Verfügung stehenden Begriffen zwei auswählen, daraus ein Wort zusammensetzen und dies möglichst auf die Rolle abgestimmt anpreisen. Das geschieht entweder der Reihe nach oder es fängt derjenige an, der als Erster etwas zu seinem Begriff einfällt. Hatten schließlich alle Spieler die Gelegenheit ihre Argumente vorzutragen wählt der Startspieler nun die Kombination aus, die ihn am Besten gefallen hat, sei es, weil sie tatsächlich gut auf die Rolle gepasst hat, der Spieler seine Argumente so überzeugend vorgetragen hat, oder die Idee einfach nur viel zu abstrus war. Schließlich bekommt der siegreiche Spieler die Rollenkarte, die Spieler ziehen zwei neue Karten mit Begriffen und die Reihe ist am nächsten Spieler eine Rolle zu übernehmen. Gespielt wird so lange bis jeder Spieler ein oder zwei mal an der Reihe war, danach wird der Spieler, dem es gelungen ist die meisten Rollenkarten zu sammeln zum Sieger erklärt.

Ob es sich bei Snake Oil nun wirklich um das weltbeste Partyspiel handelt möchte ich zwar bezweifeln, jedoch macht das Spiel unbestreitbar viel Spaß. Die skurrilen Kreationen mit denen die Spieler im Verlauf einer Partie aufwarten können und auch die Argumente mit denen sie versuchen diese an den Mann (oder natürlich die Frau) zu bringen dürften für den einen oder anderen Lacher sorgen. Allerdings ist es erforderlich, dass sich alle Spieler sowohl auf die Art des Spiels als auch auf die Dynamik die sich während einer Partie entwickelt einlassen. Spieler, die generell solchen Wortspielereien nichts abgewinnen können, wird daher auch Snake Oil keine große Freude bereiten.
Optisch und auch qualitativ macht das Spiel einen hervorragenden Eindruck, vor allem die Flaschenregale werten das Spiel deutlich auf und heben es stark von der US-amerikanischen Original-Ausgabe ab. Die Illustrationen der Schlangen auf den Rollenkarten stammen von John Kovalic, dem einen oder anderen vielleicht durch seine Arbeit bei der Munchkin-Reihe oder dem Online-Comic Dork Tower bekannt. Das sich auf allen Karten fünf verschiedene Sprachversionen befinden ist sicherlich durch die Produktion bedingt, stört mich allerdings doch ein wenig, zumindest die Rollenkarten hätte ich mir nur in einer Sprache gewünscht. Die Anleitung ist recht kurz ausgefallen, allerdings sind wirklich ausführliche Erklärungen für das Spiel auch nicht notwendig.

Amigo legen hier ein sehr schnelles, sehr kommunikatives Spiel vor, dass vor allem in größerer Runde viel Spaß macht und das Improvisationstalent der Spieler fordert.

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