Shark Attacks!

29. November 2012 von Marcus Pohlmann

Shark Attacks!

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 18.10.2012

Sprache: Deutsch

Der Spinx Spieleverlag veröffentlicht in seiner „Schwarzen Reihe“ mit schöner Regelmäßigkeit, kleine, feine Spiele, die sich durch ihren sehr speziellen Humor auszeichnen. Auch der neueste Streich von Autor Henning Poehl, Shark Attacks!, schlägt in diese Kerbe. Hier übernehmen bis zu sechs Spieler die Rolle von Hotelmanagern, die dafür sorgen müssen, dass die Gäste sich fröhlich im Wasser tummeln und nicht am hoteleigenen Strand von Haien verspeist werden.

Das Spiel kommt nicht in einer gewöhnlichen Schachtel daher, sondern alle Spielmaterialien sind in einem kleinen roten Beutel untergebracht, den das Spiellogo ziert. Im Beutel selbst finden sich verschiedene sechsseitige Würfel, die mit unterschiedlichen Symbolen versehen sind. Die elf blauen Würfel zeigen auf drei Seiten Wellen, auf den anderen Seiten sind ein, zwei oder drei Schwimmer zu sehen. Auf den vier roten Würfeln ist die Anordnung die gleiche, doch zeigen die Abbildungen hier Haiflossen und keine Schwimmer. Ein gelber Würfel zeigt je zweimal die Symbole für Sonnenschein, Regen und Haiangriff. Auch sechs gelbe Spielchips mit dem schon bekannten Flossensymbol sind im Beutel enthalten. Abgerundet wird das Spielmaterial noch durch die kleine Anleitung. Darüber hinaus werden allerdings auch noch Papier und Schreibgerät benötigt, um die Punktverteilung zu notieren.
Wie bei vielen Spielen des Verlags ist der Spielablauf nicht übermäßig kompliziert: Wenn ein Spieler am Zug ist, würfelt er mit sieben blauen Würfeln und legt die Würfel mit den Schwimmern beiseite. Zeigen alle Würfel Schwimmer, so kommt es zu einer „Beachparty“, der Zug endet und die Punkte werden verdoppelt. Sollte der Spieler auch mit einem anderen Ergebnis zufrieden sein, so kann er seine Punkte notieren und der nächste Spieler ist an der Reihe. Möchte er jedoch mehr Punkte machen, so kann er die blauen Würfel mit dem Wellensymbol erneut werfen. Zuvor ist jedoch ein Wurf mit dem gelben Würfel erforderlich. Hat der Spieler Glück und es erscheint eine Sonne, so hat er für seinen nächsten Wurf einen zusätzlichen blauen Würfel zur Verfügung, handelt es sich jedoch um das Regensymbol, so muss er einen Würfel abgeben. Zeigt der Würfel im schlimmsten Fall eine Haifischflosse, kommt einer der roten Würfel zum Einsatz. Dieser wird nun zusammen mit den Würfeln geworfen, auf denen schon Schwimmer abgebildet sind. Je nach Anzahl der Haie werden nun Schwimmer gefressen, dass bedeutet, die Würfel werden aus dem Spiel entfernt und der Spieler erhält einen der gelben Chips. Zeigt der rote Würfel jedoch eine Welle und keine Flosse, so wird die Zahl der Schwimmer verdreifacht. Beendet ein Spieler seinen Zug, so werden die Punkte seinem Konto gutgeschrieben und der nächste Spieler ist mit sieben blauen Würfeln an der Reihe. Hat der Spieler jedoch in einer der vorangegangenen Runden einen oder mehrere Chips erhalten, so wird die Anzahl der Würfel die ihm zur Verfügung stehen entsprechend reduziert. Die Spieler wechseln sich so lange mit ihren Würfen ab, bis es einem Spieler gelingt, 100 Punkte zu erreichen. In diesem Fall endet das Spiel sofort.

Die Idee des Spiels ist nicht unbedingt neu, so gibt es beispielsweise mit Zombie Dice oder Alles oder nichts Würfelspiele, die einem ähnlichen Grundprinzip folgen. Dennoch hat die Umsetzung bei Shark Attacks! leichte Vorteile gegenüber den zuvor genannten Spielen. Der gelbe Würfel verleitet die Spieler vielleicht doch noch dazu etwas mehr zu riskieren und auch durch die Chips gewinnt der Spielablauf an Dynamik. Für Statistiker ergeben sich daneben noch interessante Rechenexempel, ob es beispielsweise wahrscheinlicher ist mit weniger Würfeln eine „Beachparty“ und damit mehr Punkte zu bekommen oder darauf zu setzen die Punkte gar zu verdreifachen. Letzten Endes handelt es sich hier jedoch um ein Würfelspiel, welches den Spielern nur sehr begrenzten Einfluss gestattet und durchaus schon nach wenigen Minuten vorbei sein kann. Da der Aufwand für die Spielvorbereitung jedoch nicht erwähnenswert ist, steht meist einer zweiten oder dritten Partie nichts im Wege.
Das Spielmaterial bietet keinen Anlass zur Kritik: Die Symbole auf den Würfel sind auch bei schlechter Beleuchtung gut zu erkennen, die Idee mit dem Beutel als Verpackung ist ebenfalls recht gelungen, auch wenn die Anleitung den einen oder anderen Knick abbekommt. Diese ist recht verständlich geschrieben, lediglich beim Einsatz der roten Würfel hätte ich mir eine etwas klarere Formulierung und noch ein oder zwei Beispiele gewünscht. Die kurze Hintergrundstory und die verschiedenen Erklärungen sind ebenfalls ein nettes Beiwerk, und tragen ebenso zum gelungenen Spielerlebnis bei wie die Titelillustration von
Michael Holtschulte. Interessenten sollten sich jedoch nicht zu lange mit ihrer Kaufentscheidung Zeit lassen, da das Spiel auf 500 Exemplare limitiert ist.

Einfach, schnell und lustig beschreibt Shark Attacks! eigentlich recht gut. Sicherlich kein Spiel mit enormem taktischen Anspruch aber als Alternative für zwischendurch eine hervorragende Wahl.

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