S. Petersens Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen

04.06.2017 von Marcus Pohlmann

S. Petersens Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen

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Erscheinungsdatum: 15.05.2017

Sprache: Deutsch

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Jeder Spielleiter kennt (und schätzt) Monsterkompendien, die es für praktisch jedes Rollenspiel gibt. Auch das Horror-Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu verfügt schon über einen umfangreichen Band, in dem verschiedene Kreaturen des Mythos gesammelt werden. Mit S. Petersens Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen liefern Pegasus Press nun einen weiteren Band, der sich mit den Schöpfungen des Schriftstellers und seiner Epigonen beschäftigt.

Der 132seitige Hardcover-Band teilt sich in zwei, etwa gleich große, Teile auf. Das erste Kapitel ist den Wesen des Cthulhu-Mythos (27 Einträge) vorbehalten, während sich der zweite Teil mit den Bewohnern der Traumlande (26 Einträge) befasst. Sowohl die Kapitel als auch die einzelnen Einträge folgen dabei dem gleichen Schema.
Nach einer kurzen Einführung folgt ein Bestimmungsschlüssel, anhand dessen die Spieler die Mythos-Kreaturen identifizieren können. Dabei werden besondere Charakteristika des Wesens abgefragt und dies führt zu einem weiteren Unterscheidungsmerkmal oder gegebenenfalls zu einer Antwort. Jeder Eintrag wird auf einer Doppelseite präsentiert, umfasst den Namen der Kreatur, ein Lovecraft-Zitat mit entsprechendem Bezug und eine großformatige, vollfarbige Illustration. Der dazugehörige Text beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung, erwähnt Vorkommen und Verbreitung, die Verhaltensweise, liefert besondere Informationen und listet die Unterscheidungsmerkmale zu anderen Kreaturen auf. Abgerundet wird jeder Eintrag mit einer Illustration die einen Größenvergleich mit einem Menschen darstellt, sowie weiteren Illustrationen, anatomischen Zeichnungen oder handschriftlichen Notizen von Mythos-Forschern.
Die Bandbreite der hier vorgestellten Monster reicht von Ghoulen und Tiefen Wesen über eher unbekannte Geschöpfe wie den Lampenmolch oder die Magah-Vögel bis hin zu einigen ausgewählten Großen Alten wie beispielsweise Shub-Niggurath oder natürlich Cthulhu höchstselbst.
Abgerundet wird der Band durch eine Doppelseite, die die vorgestellte Kreaturen in Größenrelation zueinander setzt, sowie Literaturempfehlungen, mit denen der Leser die ursprünglichen Geschichten und Erwähnungen der Wesen nachschlagen kann.

Bei S. Petersens Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen handelt es sich um einen eher ungewöhnlichen Band, verzichtet der Autor doch völlig auf regelrelevante Themen oder Attribute. Dennoch bekommen die Spieler des Horror-Systems hier ein sehr stimmiges Buch, dass die Spielrunden durchaus bereichern dürfte. Grade bei einem Rollenspiel, das so viel Wert auf Ermittlungsarbeit und Büchersuche legt, sorgt dieses Kompendium für viel Atmosphäre. Einige Kreaturen, beispielsweise die Buopoths oder die Diener der Äußeren Götter, wären für mich zwar nicht die erste Wahl gewesen, aber dafür finden sich hier auch viele „klassische“ Mythos-Kreaturen.
Die Rollenspiel-Bände von Pegasus Press zeichnen sich immer durch ihre liebevolle Aufmachung aus und mit diesem Band wird das ohnehin schon hohe Niveau nochmals gesteigert. Die Illustrationen sind rundweg hervorragend, aber es sind vor allem die vielen Kleinigkeiten, die das Buch zusätzlich aufwerten. Schematische Darstellung von Jagdmustern und Bewegungsabläufen finden sich ebenso wie Studien zu Kopfform oder Anatomie. Auch die „handgeschriebenen“ Anmerkungen früherer Investigatoren machen dieses Monsterkompendium zu einem beinahe unverzichtbaren Nachschlagewerk für jeden Cthulhu-Spieler. Dazu kommen Selbstverständlichkeiten wie eine fehlerfreie Übersetzung, ein Kapitalband sowie eine solide Druck- und Verarbeitungsqualität zu einem sehr akzeptablen Preis.

S. Petersens Bestimmungsbuch der unaussprechlichen Kreaturen dürfte sich zum Standardbegleiter für jeden ernsthaften Investigator oder Kultisten entwickeln.

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