Rache

28. April 2014 von Marcus Pohlmann

Warmachine Rache

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Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Sprache: Deutsch

Das Tabletop-Spiel Warmachine des US-amerikanischen Herstellers Privateer Press kann mittlerweile auf eine über 12-jährige, durchaus erfolgreiche, Geschichte zurück blicken: Die nationale und internationale Turnierszene ist aktiv wie nie zuvor, regelmäßige Miniaturenveröffentlichungen halten die Spieler und Sammler bei Laune und auch Produkte vor dem gleichen Hintergrund, wie beispielsweise das Rollenspiel Iron Kingdoms finden ihre Käufer. Zeit also wieder einmal einen neuen Erweiterungsband auf den Markt zu bringen um Regeln für die kommenden Figuren zu liefern. Dieser Band trägt den prägnanten Titel Warmachine: Rache und wird hierzulande wieder von Ulisses Spiele übersetzt und vertrieben.

Wie bei eigentlich allen Veröffentlichungen zu Warmachine ist der für die Spieler wirklich relevante Teil in eine kurze Geschichte eingebunden. „Belastungsgrenze“ erzählt zu Beginn und am Ende des 144 Seiten starken Bandes von den aktuellen Ereignissen in der Welt der Iron Kingdoms. In erster Linie dreht es sich dabei um das Erstarken der Cryx und ihrer untoten Herren. An den ersten Teil dieser Story schließt sich ein kurzer Abschnitt über Themenarmeen an, der es ermöglicht, für jeden der in diesem Band vorgestellten fünf Warcaster eine besonders abgestimmte Truppe zusammenzustellen. Die folgenden Kapitel enthalten die eigentlichen Spielwerte und ähneln sich in Struktur und Aufbau.
Neben einer weiteren kurzen Geschichte findet sich hier die Auflistung der neuen Einheiten, so bekommt jede Fraktion einen neuen Warcaster, einen schweren Warjack, eine Einheit, einen Solo oder eine Einheitenangliederung und einen Charaktersolo. Den Anfang macht dabei, wie eigentlich immer, Cygnar, angeführt von einem alten Bekannten. Coleman Stryker ist zum Lord-Commander befördert worden und befehligt die Truppen des Reiches nun hoch zu Ross. Daneben gibt es eine berittene Pistolenmagier-Einheit, die Sturmwindflammen, den Vertrauten-Warjack und den Sturmklingen-Hauptmann als Solo. Etwas aus dem Rahmen fällt Leutnant Jakes, der Charaktersolo. Dabei handelt es sich um eine Warcaster-Novizin, die zwar schon über mächtige Fähigkeiten verfügt, einem ausgewachsenen Warcaster aber noch nicht das Wasser reichen kann. Auch das Protektorat wird von einem alten Bekannten angeführt: Servath Reznik rollt nun in einem Streitwagen über das Feld um den Wahren Glauben zu verbreiten. Der Ankläger ist ein Warjack der sich vor allem für die Jagd auf Magier eignet, bei den Flammenboten handelt es sich um eine weitere berittene Einheit, der Exemplar-Kastellan-Seneschal ist ein ´Jackführer-Solo und den Part des angehenden Warcasters übernimmt Initiat Duran. Kommandeur Zoktavia, besser bekannt als der Butcher, stellt sich nun schon in seiner dritten Inkarnation in den Dienst von Khador, diesmal begleitet von zwei Argus. Der Grolar ist ein schwerer Warjack mit erstaunlich fortschrittlicher Waffentechnologie und die Graufürsten-Vorreiter sorgen für die notwendige Mobilität in der Armee. Ein Eisenfang-Kovnik sowie Kovnik Malakov als Charaktersolo runden schließlich dieses Kapitel ab. Der Trend zu berittenen Warcastern lässt sich auch bei Cryx nicht aufhalten und so führt nun ein epischer Goreshade die Untoten zu Pferde an. Auch hier gibt es mit dem Folterer-Warjack, den Fluchreitern, dem Skarlock-Kommandant als Einheitenangliederung und dem Novizen Aiakos eine ähnlich breit gefächerte Auswahl wie bei den anderen Fraktionen. Die Truppen von Scyrah weichen etwas von dem bisherigen Schema ab, kommt doch hier mit Issyria eine bisher unbekannte Warcasterin zum Zug. Außergewöhnlich ist dabei vor allem die Tatsache, dass sie nicht kämpfen kann, sondern einzig eine unterstützende Funktion einnimmt. Für Schlagkraft sorgen dagegen eher der Charaktermyrmidone Imperatus, die Magierjäger-Infiltratoren, unterstützt von Eyriss als Einheitenangliederung, dem Than der Hausgarde als Solo und dem Charaktersolo Elara. Schließlich folgen noch die Neuzugänge bei den Söldnern. Hier wird auf einen neuen Warcaster ganz verzichtet, stattdessen kommt mit dem Ghordson-Erdbrecher nun ein eigener Koloss und mit dem Taktischen Arkanisten-Corps eine rhulische Einheit, die sich sowohl auf Magie als auch auf Kampf versteht. Auch bei Hordes einsetzbar ist der Charaktersolo Raluk Moorclaw, der sich besonders auf die Kontrolle und Reparatur von Warjacks versteht. Abgerundet wird die Auswahl hier durch den Charaktersolo Gastone Crosse, einen weiteren Warcaster-Novizen, der vorzugsweise für Cygnar oder Menoth in die Schlacht zieht.
Die verbleibenden Seiten sind der Miniaturegallerie vorbehalten, die einen ersten optischen Eindruck der Neuerscheinungen vermittelt, sowie einer kurzen Malanleitung die sich der Bemalung von Pferden, dem Erdbrecher und der Vergeltungs-Warcasterin widmet.

Mit neuen Regeln kann Warmachine: Rache, im Gegensatz zu vielen Vorgängerbänden, nicht aufwarten. Jedoch wird die vorhandene Truppenauswahl nochmals deutlich verstärkt, wobei hier eindeutig der Ausbau der Kavallerie im Vordergrund steht. Ohne die neuen Modelle wirklich auf dem Spielfeld getestet zu haben wirken sie auf mich nicht unverhältnismäßig mächtig, bieten aber punktuelle Verstärkungen und eine Vielzahl neuer taktischer Möglichkeiten, vor allem durch die berittenen Modelle gewinnt das Spiel nochmals deutlich an Dynamik. Etwas anders sieht es dagegen bei den Warcastern aus, hier habe ich den Eindruck, dass vor allem Stryker und der Butcher ihren alten Inkarnationen deutlich überlegen sind. Aber auch dies wird sich wohl erst durch intensives Spielen herausfinden lassen. Etwas verwundert war ich allerdings, dass Cyriss, die Fraktion mit der bisher geringsten Miniaturenauswahl, nicht in diesem Buch berücksichtigt wurde. Grade hier gibt es doch noch viel Nachholbedarf. Ein wirklich neuer Aspekt wird mit den Warcaster-Novizen eingeführt und es wird im Buch selbst angedeutet, dass sich diese Solos im Laufe der Zeit zu vollwertigen Warcastern weiter entwickeln.
Von dem regelrelevanten Teil abgesehen gefällt mir bei Warmachine: Rache sehr gut, dass sich die Autoren bemühen die Spielwelt und ihren Hintergrund voran zu treiben und nicht auf der Stelle treten. Für mich als Leser sind diese Entwicklungen durchaus spannend und verleihen auch den Figuren, die in diesem Band vorgestellt werden eine gewisse Plausibilität. Die Aufmachung des Bandes und auch die zahlreichen stimmigen Illustrationen bieten eigentlich keinen Anlass zur Kritik und sogar die Malanleitung hält den einen oder anderen brauchbaren Tipp parat.

Ulisses Spiele veröffentlichen einen durchaus interessanten Band für Warmachine-Spieler, der zwar keine neuen Regeln, dafür aber einige nützliche Figuren und frische taktische Optionen bietet.

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