Project Z

12. Juli 2016 von Marcus Pohlmann

Project Z

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Genre: , ,

Spieleranzahl: 1 bis 3 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: 30 bis 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 12.05.2016

Sprache: Englisch

Nachdem der Hype um die Zombies im Brettspielbereich schon langsam wieder abnimmt, scheint er nun mit einer gewissen Verzögerung bei den Herstellern von Tabletop-Spielen durchzuschlagen. Gleich mehrere Verlage veröffentlichen dieser Tage Spielsysteme, die sich mit der Bedrohung durch Untote auseinander setzen. Warlord Games, dem geneigten Spieler vor allem durch ihre historischen Tabletops bekannt, veröffentlicht nun mit Project Z ein, in der Gegenwart angesiedeltes, Spiel dieses Genres. Darin kämpfen kleine Gruppen Überlebender gegen die untote Bedrohung, aber auch gegen konkurrierende Teams.

Das Spiel kommt als komplette Box die alles enthalten soll, damit ein, zwei oder drei Spieler sich in die Zombie-Apocalypse stürzen können. Auf einem Stanzbogen finden sich Marker für Verwundungen, Munition und andere Spieleffekte, sowie ein kleines Lineal mit 6 Zoll Länge, ausreichend um die meisten Entfernungen zu bestimmen. Karten mit den Werten für die Überlebenden und verschiedene Aktionskarten kommen ebenso zum Einsatz wie die zehn sechsseitigen Würfel. Diese zeigen auf drei Seiten Symbole für Treffer, auf zwei Seiten das Symbol für Abwehr und auf einer Seite einen Blitz, durch den bestimmte Effekte in unterschiedlichen Situationen ausgelöst werden. Schließlich folgt das eigentliche Herzstück der Box: die Figuren im 28mm-Maßstab. Aus den Gussrahmen lassen sich insgesamt 23 Zombies, zehn normale Überlebende sowie sechs Mitglieder einer Biker-Gang, zwei davon auf Motorrad, bauen. Für die Figuren stehen dabei unterschiedlichsten Ausrüstungsoptionen, vom Baseballschläger über das Sturmgewehr bis hin zur Kettensäge, zur Verfügung. Die Figuren werden dabei auf 25mm-Rundbasen geklebt, wie sie auch für zahlreiche andere Systeme üblich sind. Das Spielmaterial wird schließlich durch zwei 16seitige Hefte vervollständigt. Das „Rules Manual“ widmet sich den Spielregeln und dem Ablauf einer Runde. Das zweite Heft, der „Survivors Guide for Dummies“ enthält Regeln für die Zusammenstellung der Teams, Erläuterungen zu Fähigkeiten und Waffen sowie acht Szenarien.
So wie in praktisch jedem Tabletop-Spiel, so verfügt auch jede Figur in Project Z über Attribute und stellenweise auch besondere Fähigkeiten. Diese legen beispielsweise fest, wie weit sich ein Modell bewegen kann, mit wie vielen Würfeln es sich verteidigt oder angreift.
Der Ablauf einer Spielrunde teilt sich in drei Phasen auf, wobei in der ersten Phase lediglich durch einen Würfelwurf die Initiativereihenfolge festgelegt wird. Die „Action Phase“ bietet den Spielern nun die Möglichkeit zu handeln. So bewegt zuerst der Spieler der die Initiative gewonnen hat seine Figuren, danach sein Mitspieler. Schließlich bewegt jeder (oder ein dritter )Spieler die Zombies, die einer gegnerischen Figur am nächsten stehen. Sind alle Bewegungen abgehandelt folgen nun Fern- und Nahkampfattacken. Je nach gewählter Waffe und modifiziert durch etwaige Fähigkeiten und Kampfkarten stehen dem Angreifer eine gewisse Anzahl Würfel zur Verfügung. Mit diesen muss er möglichst viele Treffer-Symbole würfeln, der Verteidiger kann nun mit seinen Würfel verteidigen (Fernkampf) oder versucht selbst mehr Schaden anzurichten (Nahkampf). Für jeden nicht verhinderten Treffer wird erneut gewürfelt – damit wird ermittelt, ob das Modell nur benommen, verwundet oder tot ist und aus dem Spiel entfernt wird.
Haben alle Figuren ihre Aktionen und Angriffe abgehandelt, so werden in der Endphase der Runde verwundete Figuren geheilt, Waffen nachgeladen und Karten nachgezogen. Und natürlich erscheinen auch neue Zombies auf dem Spielfeld.
Die setzt sich so lange fort, bis es einer Seite gelingt die Szenario-Bedingungen zu erfüllen oder die jeweilige Rundenbeschränkungen erreicht wird. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt dabei das Spiel.

Project Z lässt den Umfang und die Komplexität „richtiger“ Tabletop-Systeme etwas vermissen; allerdings war es wohl auch nicht die Intention der Autoren ein hoch anspruchsvolles Spiel zu schaffen. Viel mehr bekommt der Spieler hier ein einfaches, schnell erlernbares Spiel geboten, dass sich ohne größere Vorbereitungszeit und in kurzer Zeit spielen lässt. Die Mechanismen sind nicht unbedingt neu, funktionieren jedoch tadellos, auch die unterschiedlichen Fähigkeiten und Waffensind dabei passend umgesetzt. Die Szenarien sind nur bedingt brauchbar, geben aber solide Starthilfe für die Entwicklung eigener Missionen. Der Inhalt der Box ist tatsächlich für den Einstieg in das Spiel völlig ausreichend, aber natürlich hat der Hersteller noch mehr Überlebende, Biker, Sondereinsatz-Kommandos und natürlich Zombies im Angebot, die er an den Mann oder die Frau bringen möchte. Diese zusätzlichen Figuren erhöhen die Varianz im Spiel beträchtlich, sind aber tatsächlich nichtzwingend notwendig um mit der Box Spaß zu haben.
Die beiden Regelhefte und auch die Spielübersichten machen einen eher billigen Eindruck. Beides wurde auf recht dünnes Papier gedruckt und auch nach mehreren Wochen haftet diesem Papier ein unangenehmer Geruch an. Etwas besser sieht es bei den Markern und den Karten aus, hier liefert Warlord Games qualitativ hochwertigere Arbeit ab. Detailgrad und Gussqualität gehen bei den Figuren völlig in Ordnung, wobei einige Konturen etwas schwammig wirken. Durch die Vielzahl an Ausrüstungsoptionen können die Überlebenden individuell nach den Vorlieben der Spieler zusammengebaut werden, allerdings passen manche Teile weniger gut zueinander.

Mit Project Z bekommen die Spieler ein kurzweiliges, einfaches und erstaunlich günstiges Tabletop-Spiel, mit dem sich wunderbar Szenen aus den Lieblingszombiefilmen nachspielen lassen.

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