Munchkin Panic

21. Januar 2015 von Marcus Pohlmann

Munchkin Panic

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Erscheinungsdatum: 16.10.2014

Sprache: Deutsch

Wer im letzten Jahr auf der SPIEL in Essen war, konnte dort einige Brettspiele sehen die sich mit der, vor allem im Computerspiele-Bereich sehr beliebten, Castle- oder Tower-Defense-Thematik beschäftigen. Auch Pegasus Spiele liefern einen Beitrag zu diesem Genre ab, der allerdings zwei gänzlich unterschiedliche Spielkonzepte miteinander verschmilzt. Das Grundgerüst für Munchkin Panic bildet dabei das schon 2009 erschienene kooperative Brettspiel Castle Panic, dies wird aber hier durch Elemente des ganz und gar nicht kooperativen Kult-Kartenspiels Munchkin erweitert.

Nach dem Öffnen der Box fällt vor allem das recht große Spielfeld auf, das die Burg der Spieler mitsamt ihrer Umgebung zeigt. Dieses wird durch mehrere Kreise und Farben unterteilt, so gibt es am äußersten Spielfeldrand den Wald, in dem die Monster vor den Angriffen der Spieler sicher sind, danach kommen drei Kreise in denen die Monster durch Bogenschützen, Ritter oder Schwertkämpfer attackiert werden können und schließlich die Burg. Diese wird durch sechs Mauern und Türme geschützt, die sich als Pappaufsteller ebenfalls unter den Spielmaterialien finden. Kernstück der Spielmechanik sind dabei natürlich die verschiedenen Monster, die jeweils mit Name und Lebenspunkten auf den dreieckigen Plättchen aus dem Monsterbeutel gezogen werden und versuchen die Burg zu stürmen. Um dies zu verhindern stehen den bis zu sechs Spielern Burgkarten zur Verfügung, auf denen meist wackere Kämpfer, Helden oder aber andere nützliche Dinge zu finden sind. Daneben gibt es noch die Schatzkarten, die weitere Boni im Kampf gegen die Monsterhorden gewähren oder dem Spieler andere Vorteile bringen. Schließlich beinhaltet die Box noch einige weitere Marker, einen sechsseitigen Würfel und natürlich die zwölfseitige Anleitung. Ein Besonderheit der deutschen Fassung des Spiels ist die Mehr-Munchkin-Erweiterung, die dem Grundspiel beiliegt und neben weiteren Burg- und Schatzkarten auch verschiedene Charakterkarten und einen leicht geänderten Spielablauf mit sich bringt.
Die Spielrunde teilt sich dabei in sechs Phasen auf, die nacheinander abgehandelt werden. Zu Beginn seines Zuges hat der Spieler die Möglichkeit, eine Handkarte abzulegen und danach so lange Burgkarten nachzuziehen, bis sein Handkartenlimit (je nach Spieleranzahl fünf oder sechs Karten) erreicht ist. Sollte der Spieler aus der letzten Runde noch zu viele Schatzkarten auf der Hand haben, so muss er diese an die Spieler mit den niedrigsten Trophäenpunkten abgeben. In der dritten Phase geht es dann endlich daran, die Monster zu bekämpfen, welche die Festung bedrohen. Dazu legt der Spieler sowohl Burg- als auch Schatzkarten ab und fügt den Monstern so entsprechenden Schaden zu, auch kann er hier andere Spieler um Unterstützung bitten und, ähnlich wie beim Munchkin-Kartenspiel dafür Belohnungen versprechen.
In dieser Phase des Spiels ist es wichtig, wo sich die jeweiligen Monster befinden, können doch Kreaturen im Wald gar nicht attackiert werden und in den anderen Ringen nur mit entsprechenden Truppen in der passenden Farbe. Dabei fügt jeder Angriff einem Monster einen Schadenspunkt zu, verliert es seinen letzten Lebenspunkt, so hinterlässt es einen, oder auch mehrere, Schätze und der Spieler der es besiegt hat, nimmt sich die Trophäe, die bei der Ermittlung des Siegers gebraucht wird. Hat der Spieler alle Karten ausgespielt und entsprechende Schätze eingesammelt, so bewegen sich alle Monster einen Ring weiter auf die Burg zu. Erreicht ein Monster dabei die Mauern oder gar einen Turm, so zerstört es diesen, verliert aber dabei gleichzeitig einen Lebenspunkt. In der sechsten und letzten Phase der Runde werden entsprechend der Spieleranzahl verschiedene Monster zufällig im Wald platziert und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Gelingt es den Spielern schließlich alle Monster zu besiegen, so gewinnt der Spieler, der die meisten Trophäen einsammeln konnte. Zerstören die Monster dagegen die komplette Burg, so verlieren alle Spieler, wobei die Erweiterung leicht geänderte Siegbedingungen hat.

Munchkin Panic ist eine interessante, gelungene Kombination aus kooperativem und egoistischem Spiel. Auf der einen Seite sind die Spieler darauf angewiesen sich gegenseitig im Kampf gegen die Monster zu unterstützen, auf der anderen Seite muss darauf geachtet werden, dass ein Spieler nicht zu viele Trophäen sammelt und so das Spiel gewinnt. Das Spiel funktioniert mit jeder Spieleranzahl recht gut, auch die Solitärvariante macht durchaus Spaß. Die Interaktion zwischen den Spielern kommt durch die Verhandlungen über Unterstützung oder strategische Beratungen nicht zu kurz, so dass jederzeit alle Spieler ins Geschehen eingebunden sind. Das Spiel spielt sich trotz der zahlreichen Karten und Marker recht flüssig und dauert selten länger als eine Stunde. Was dem Spiel allerdings etwas fehlt sind Tiefgang und Anspruch, so dass es Munchkin Panic nicht gelingt die Spieler länger als eine oder zwei Partien an den Tisch zu fesseln. Im Gegenzug lässt es sich jedoch sehr gut mit jüngeren Spielern spielen und benötigt wenig Zeit für Aufbau und Regelstudium. Die Regeln sind in der Anleitung ausgesprochen ausführlich erklärt und werden zudem noch mit einigen Beispielen illustriert, so dass eigentlich keine Fragen mehr bleiben und die erste Runde recht schnell starten kann. Daneben gibt es noch verschiedene Spielvarianten, die das Spiel wahlweise leichter oder schwerer für die Spieler machen können.
Viele der Illustrationen von John Kovalic sind schon aus den anderen Spielen der Munchkin-Serie bekannt und treffen nicht immer jedermanns Geschmack. Ich für meinen Teil bin ein großer Fan dieser Zeichnungen, was das Spiel rein optisch für mich nochmals ansprechender macht. Insgesamt macht das Spielmaterial einen soliden, qualitativ hochwertigen Eindruck und dürfte auch einen vermehrten Einsatz aushalten.

Pegasus Spiele gelingt hier eine gelungene Verknüpfung zweier eigentlich grundverschiedener Spielkonzepte, die Spaß macht und zudem auch optisch überzeugen kann.

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