Mr. Bubbles

22. August 2011 von Marcus Pohlmann

Paranoia Troubleshooter - Mr. Bubbles

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Erscheinungsdatum: 01.06.2011

Sprache: Deutsch

Lange, viel zu lange, mussten die Fans des satirischen Rollenspiels Paranoia Troubleshooter auf neues deutsches Material warten. Mit dem Mantikore Verlag hat sich endlich jemand gefunden der dieses ungewöhnliche System dem heimischen Rollenspielmarkt wieder zugänglich macht. Zeitgleich mit dem Grundregelwerk kommt auch das erste neue Abenteuer, Mr. Bubbles, auf den Markt das Gegenstand dieser Rezension ist, damit der Spielleiter gleich Material hat um seine Spieler in die Welt des allwissenden Computers einzuführen.

Die ersten zehn der vierzig Seiten des Abenteuers bieten einen ausführlichen Überblick über Geschehnisse und Ablauf der Handlung sowie einige vorgefertigte Spielercharaktere die speziell auf diese Mission zugeschnitten sind. Erst dann geht es für die frisch beförderten Troubleshooter der Sicherheitsstufe ROT zur Einsatzbesprechung um sich der Aufgabe zu stellen, die ihr Freund, der Computer, für sie vorgesehen hat. Die Erklärung des Besprechungsoffiziers ist nicht so ganz einleuchtend und wird von einem tragischen Zwischenfall mit einer Granate unterbrochen, aber anscheinend muss eine Bedrohung durch wild gewordene Putzroboter beseitigt werden. Der Weg führt die Gruppe dabei über einen Schwarzmarkt und finstere Gänge hin zum ersten, herrlich sauberen, Opfer eines der rabiaten Reinigungsgehilfen. Und zu allem Überfluss entscheidet der Computer zudem, dass sich die Abenteuer der Troubleshooter ausgesprochen gut als Live-TV-Reality-Unterhaltung machen würden. Begleitet von einer kleinen Filmcrew kommt die Gruppe schließlich dem Zusammenhang zwischen hinterhältigen Spam-Mails, mörderischen Bots und einer ominösen Geheimgesellschaft immer näher bis sie schließlich dem Urheber des ganzen Chaos gegenüber stehen. Dazwischen gibt es, ganz wie es sich für ein Abenteuer im Alpha-Komplex gehört, experimentelle Ausrüstung, kommunistische Mutanten-Verräter, Luftkämpfe, durchtriebene Schurken, explodierende Köpfe, aggressives Marketing und weise Ratschläge des Computers. Sollte es den Troubleshootern entgegen aller Anstrengungen des Spielleiters tatsächlich gelingen die Mission abzuschliessen und zur Abschlussbsprechung zu gelangen so wartet dort noch eine letzte Überraschung auf sie.

Das Abenteuer selbst wirbt mit „vorgefertigten Charakteren, Verfolgungsjagden, Dingen die in die Luft fliegen und einer Handlung“, und tatsächlich gelingt es den Autoren dies alles und noch einiges mehr in Mr. Bubbles unterzubringen. Tatsächlich stopfen sie so viel in den vierzig Seiten des Abenteuers das es vielleicht für einige Spieler etwas wirr anmuten mag. Tatsächlich ist die Handlung aber recht gut durchdacht und zumindest der Spielleiter hat den nötigen Überblick über die Wendungen der Geschichte. Die Klone der Charaktere schlittern von einer unangenehmen Situation in die nächste und es gibt reichlich Möglichkeiten seine Mitspieler des Verrats am glorreichen Computer zu überführen, experimentelle Ausrüstung einzusetzen, sich mit rebellischen Robotern herum zu schlagen und kommunistische Mutantenverräter zu atomisieren, also alles was bei einer Runde Paranoia Spaß macht. Dagegen ist die Aufmachung eher funktional und setzt auf eine übersichtliche, schon fast minimalistische, Präsentation anstatt optischer Spielereien was aber in diesem Fall völlig in Ordnung geht. Die wenigen Illustrationen sind leider alle aus dem Grundregelwerk entliehen so dass hier dem Leser nichts Neues geboten wird. Etwas mehr Abwechslung hätte dem Abenteuer hier sicher gut zu Gesicht gestanden, allerdings bleibt dies der einzig gravierende Kritikpunkt.

Der Mantikore Verlag veröffentlicht mit Mr. Bubbles ein zwar optisch eher unscheinbares aber inhaltlich gelungenes Paranoia-Abenteuer das die Stärken des Spiels gut nutzt und für eine oder zwei unterhaltsame Spielsitzungen sorgt.

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