Monsternomicon

7. Juli 2015 von Marcus Pohlmann

Monsternomicon

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Erscheinungsdatum: 01.06.2015

Sprache: Deutsch

Es gehört zu einer liebgewonnenen Tradition, vor allem im Bereich der Fanatsy-Rollenspiele, einen oder auch mehrere Bände zu veröffentlichen, die sich mit Antagonisten, Monstern und Kreaturen beschäftigen, die im Spiel den Charakteren das Leben schwer machen sollen. Auch die Neuauflage des Iron Kingdoms-Rollenspiels, im deutschen Vertrieb von Ulisses Spiele macht hier keine Ausnahme. Das Monsternomicon präsentiert auf 102 Seiten eine reichhaltige Auswahl an Geschöpfen, von denen einige Kennern der beiden Tabletop-Spiele Warmachine und Hordes schon vertraut sind dürften.

Die rund 40 Einträge dieses Bandes sind alle nach dem gleichen Schema aufgebaut: jedes Monster wird auf mindestens zwei Seiten präsentiert, die neben einer Illustration auch einen kurzen Augenzeugenbericht enthalten. Daneben finden sich allgemeine Informationen zu der Kreatur, ihr Verhalten im Kampf und Wissen das den Charakteren zur Verfügung steht. Abgerundet wird der Eintrag durch die spielrelevanten Angaben, die in zwei oder mehr, deutlich abgegrenzten, Einträgen zusammengefasst werden.
Die Bandbreite der hier vorgestellten Monster umfasst Vertreter der normalen Fauna der Eisernen Königreiche, beispielsweise dem Fallen bauenden Kataphraktkäfer, riesige urtümliche Raevhanbüffel, kleine rattenartige Skiggs, die sich mit Vorliebe von Schießpulver ernähren oder die gefräßigen Wühlmäuler. Auch untote Überbleibsel der Orgoth-Herrschaft wie Foltergeister, Schrecken oder die mächtigen Todlosen bevölkern zahlreiche abgelegene Ruinen und Gewölbe und warten nur darauf, sich auf die Charaktere zu stürzen. Schließlich gibt es noch einige Kreaturen, die den Tabletop-Spielern vertraut sein dürfte, so die jüngst für Warmachine veröffentlichten Cephalix mit ihren Sklavenkreaturen, der Pistolenalp, die Argus, der mächtige Totemjäger, der verdächtig an den Predator aus dem gleichnamigen Film erinnert oder Trolle in ihren verschiedenen Variationen. Schließlich finden sich noch eine ganze Reihe von Geschöpfe in dem Band, die die Wälder, Sümpfe und Ruinen des Kontinents Immoren unsicher machen. Besonders bemerkenswert sind an dieser Stelle die Drachengezüchte, Nachkommen der großen Drachen der Eisernen Königreiche, die über einen Teil der Macht ihres jeweiligen Erzeugers verfügen. Auf den letzten zehn Seiten bekommt der Leser die sogenannten Kreaturenschablonen vorgestellt. Diese dienen dazu, generische Monster an die Bedürfnisse des Spielleiters in seiner Kampagne anzupassen. So kann beispielsweise aus einem gewöhnlichen Troll eine scheue, schnelle Kreatur werden, welche die Charaktere vor ganz andere Herausforderungen stellt als seine normalen Artgenossen oder ein weitgehend harmloser, putziger Grymkin mutiert zu einer menschenfressenden Bestie.

Die Zusammenstellung der Kreaturen im Monsternomicon mutet etwas willkürlich an, es gibt keinen thematischen Faden, der sich durch den Band zieht. Stattdessen bekommt der Spielleiter hier eine Sammlung unterschiedlichster Monstern vorgelegt, so dass sich sowohl für den Einsatz in einer städtischen Kampagne, beim gepflegten Dungeon-Crawl oder auch auf hoher See etwas Passendes findet. Aus den Beschreibungen lassen sich zwar durchaus einige Abenteueransätze heraus lesen, allerdings wären einige konkrete Szenarienvorschläge, grade bei solchen mächtigen Wesen wie den Todlosen, den Drachengezüchten oder den vampirischen Eldritch, wünschenswert gewesen. Sehr gut gelungen finde ich die Kreaturenschablonen, die es dem Spielleiter ohne großen Aufwand ermöglichen aus einem Standard-Monster eine völlig andere Kreatur zu machen. Es wäre schön, wenn diese Option in künftigen Publikationen ausgebaut werden könnte.
Die großzügig bemessenen Illustrationen sind ausgesprochen gelungen und vermitteln dem Leser einen recht passablen Eindruck vom Aussehen der jeweiligen Kreatur. Auch das Layout ist übersichtlich und gut lesbar, die Einschübe mit den regelrelevanten Daten machen die Orientierung  deutlich einfacher. Auch an der Übersetzung gibt es nicht wirklich etwas auszusetzen; was dagegen nicht so schön ist, sind die Satzfehler, die zu zahlreich sind um sie zu ignorieren.

Der Band liefert ein breit gefächertes Angebot an Monstern, Tieren und fremdartigen Kreaturen mit denen der Spielleiter seine Abenteuer bevölkern kann.

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