Kragmortha

7. März 2014 von Marcus Pohlmann

Kragmortha

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Spieleranzahl: 2 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.02.2014

Sprache: Deutsch

Die erste Veröffentlichung des nicht ganz ernst gemeinten Fantasy-Brettspiels Kragmortha durch den kleinen Mainzer Verlag Truant Spiele liegt mittlerweile schon einige Jahre zurück und das Spiel war lange Zeit nicht mehr erhältlich. Mittlerweile kümmert sich der Heidelberger Spieleverlag hierzulande um Produktion und Vertrieb des Spiels und hat nun eine überarbeitete Neuauflage auf den Markt gebracht. Bis zu acht Spieler schlüpfen dabei in die Rolle der Goblin-Handlanger des Dunklen Meisters Rigor Mortis, wuseln in seiner Bibliothek herum, versuchen Seiten des kostbaren Zauberbuches zu stibitzen und dabei nicht die Aufmerksamkeit ihres Herrn zu erregen.

Das Spielmaterial in der Box schnell gesichtet: Acht Aufsteller für die Goblins, die sich lediglich in der Farbe ihrer Mäntel unterscheiden und einen Aufsteller für Rigor Mortis, einige Marker für die Teleport-Felder und Bücherregale sowie drei unterschiedliche Kartenarten. Die häufigste davon, die Bewegungskarten, zeigen entweder einen Goblin oder Rigor Mortis und zwei kleine Symbole, beispielsweise eine Schriftrolle, Edelsteine oder einen Zaubertrank. Diese Symbole haben ihre Entsprechung auf den Feldern des Spielplans und legen fest, auf welche Felder eine Figur ziehen darf. Die Zauberbuch-Karten bringen den Spielern verschiedene Vorteile und die Vernichtender-Blick-Karten machen den armen Goblins das Leben schwer. Daneben gibt es noch den Spielplan, der die Bibliothek des Dunklen Meisters darstellt und in verschiedenen Felder aufgeteilt ist, sowie die achtseitige Anleitung, die schließlich das Spielmaterial abrundet.
Die Spielvorbereitungen halten sich in einem sehr überschaubaren Rahmen: Je nach Anzahl der Spieler wird das Spielfeld aufgebaut, bei weniger Spielern wird dabei die Größe der Bibliothek durch die Bücherregale entsprechend reduziert. Anschließend werden die verschiedenen Marker- und Kartenstapel gemischt und jeder Spieler erhält drei Bewegungskarten.
Danach kann das Spiel beginnen und der erste Spieler legt eine seiner drei Bewegungskarten aus. Abhängig von den Symbolen auf der Karte kann er nun seinen Goblin oder Rigor Mortis ein oder zwei Felder weit ziehen. Erreicht er ein Teleport-Feld, so wird ein entsprechender Marker aufgedeckt, hier können drei verschiedene Ereignisse eintreten: Die Figur wird auf ein anderes, freies Teleport-Feld versetzt, der Spieler erhält eine Zauberbuch-Karte oder muss eine Vernichtender-Blick-Karte ziehen und die entsprechenden Anweisungen ausführen. Beispielsweise muss er für den Rest des Spiels eine Karte auf dem Kopf balancieren, durch geschlossene Zähne sprechen, bei der Nennung eines bestimmte Wortes auf den Tisch klopfen oder darf nur noch mit einer Bewegungskarte spielen. Hält sich ein Spieler nicht an diese Restriktionen, so muss er sofort eine weitere Karte ziehen und auch diese ausführen. Auch wenn ein Goblin auf dem gleichen Feld wie Rigor Mortis landet, muss er eine solche Karte ziehen. Zieht ein Spieler seine Figur jedoch auf ein Feld, auf dem sich schon eine andere Figur befindet, wird diese auf ein beliebiges angrenzendes Feld geschubst, was unter Umständen zu regelrechten Kettenreaktionen führen kann. Sollte es ein Spieler tatsächlich schaffen die andere Seite der Bibliothek mit dem Schreibtisch des finsteren Magiers zu erreichen, so kann er hier ebenfalls eine Zauberbuch-Karte ziehen. Mit diesen Karten lassen sich in erster Linie den gegnerischen Spielern Stolpersteine in den Weg legen, beispielsweise indem der Spieler Vernichtender-Blick-Karten verteilt oder gegnerische Zauber stiehlt, manche Karten verschaffen dem Spieler auch Vorteile wie schnellere Bewegung oder kurzfristige Immunität gegen den Zorn des Erzmagiers. Hat der Spieler nun alle Bewegungen und sich eventuell daraus ergebende weiteren Aktionen abgearbeitet, so zieht er eine neue Bewegungskarte und der nächste Spieler ist an der Reihe.
Das Spiel endet schließlich, wenn ein Spieler seine vierte Vernichtender-Blick-Karte erhält oder die letzte Zauberbuch-Karte gezogen wird. Der Spieler, der die wenigsten Vernichtenden Blicke erhalten hat gewinnt das Spiel, sollten mehrere Spieler die gleiche Anzahl Karten haben, so werden die Punkte auf den Zauberbuch-Karten zur Ermittlung des Siegers gezählt.

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass sich Kragmortha nur bedingt für ausgebuffte Strategen oder Freunde taktisch anspruchsvoller Spiele eignet. Eher stehen bei diesem Spiel der Spaß, die Interaktion zwischen den Spielern und auch eine gewisse Schadenfreude im Vordergrund, wenn beispielsweise wieder einer der Mitspieler lustige Verrenkungen am Spieltisch machen muss und dabei kläglich scheitert. Die grundlegenden Regeln sind dabei einfach genug gehalten, das es möglich ist, ohne große Vorbereitungen oder Erklärungen in das Spiel einzusteigen und auch Gelegenheitsspieler haben keine Probleme sich zurecht zu finden. Obwohl das Spiel schon ab zwei Spielern funktioniert hält sich der Spielspaß dabei in einem recht überschaubare Rahmen. Wirklich gut wird Kragmortha dagegen mit sieben oder gar acht Spielern, die sich ihre Spielfiguren ständig gegenseitig behindern und über das Brett schubsen. Der Einfluss des einzelnen Spielers auf den Spielablauf oder auch seine eigene Figur ist bei dieser Spieleranzahl zwar relativ gering, doch je chaotischer das Spiel wird, desto mehr gibt es für die Spieler zu lachen. Die Dauer von gut einer halben Stunde lässt den Spielern zudem genug Zeit für eine zweite oder dritte Partie oder eignet sich auch als Absacker nach einem anstrengenden Spieleabend.
Die Illustrationen von Riccardo Crosa unterstreichen den eher lustigen Charakter des Spiels, selbst der böse Erzmagier Rigor Mortis wirkt nicht ganz so schrecklich wie es die Beschreibung vermuten lässt. Die Anleitung ist zwar nur recht kurz ausgefallen, lässt aber, auch dank der ausführlichen Beispiele, keine Fragen offen und ermöglicht es den Spieler sich direkt ins Spiel zu stürzen ohne dafür stundenlanges Regelstudium zu betreiben.

Mit Kragmortha legt der Verlag ein relativ schnelles, unkompliziertes Spiel vor, das vor allem mit vielen Spielern und in lockerer Atmosphäre ausgesprochen Spaß macht.

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