Kill Doktor Lucky – Deluxe Jubiläumsausgabe

11.03.2017 von Marcus Pohlmann

Kill Doktor Lucky - Deluxe Jubiläumsausgabe

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Spieleranzahl: 2 bis 8 Spieler

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 16.10.2016

Sprache: Deutsch

Schon im Jahr 1996 brachte James Ernest bei Cheapass Games die erste Version von Kill Doktor Lucky heraus, dem vier Jahre später die deutsche Version vom Mainzer Verlag Truant Spiele folgte. Nachdem sich im letzten Jahr die ursprüngliche Veröffentlichung zum zwanzigsten Mal jährte wurde das Spiel im Rahmen einer Crowdfunding-Kampagne gründlich überarbeitet und steht mittlerweile als Deluxe Jubiläumsausgabe in den Regalen der einschlägigen Geschäfte.

Bis zu acht Spieler wandern mit ihren Figuren durch das Landhaus des Robert Lucky und warten auf die passende Gelegenheit um den guten Doktor ins Jenseits zu befördern. Folgerichtig besteht das Spielmaterial daher aus acht Pöppeln für die Spieler, einen für Doktor Lucky und einen für das optionale Haustier. Passend dazu gibt es noch doppelseitige Charakterkarten mit einer Illustration und ein wenig Fluff, in dem erklärt wird, warum der Spieler Doktor Lucky nach dem Leben trachtet. Der doppelseitige Spielplan zeigt das Herrenhaus mit 24 und mit 28 Zimmer in unterschiedlicher Anordnung. Je nach Spielerzahl und gewünschter Dauer können sich die Spieler für eine der beiden Seiten entscheiden. Bei weniger Spieler können darüber hinaus noch Räume abgesperrt werden. Neben der vierseitigen Anleitung vervollständigen 72 Karten das Spiel. Die Karten teilen sich in drei Kategorien auf, die aber alle vom gleichen Stapel gezogen werden. Bewegungskarten ermöglichen es einem Spieler sich zusätzliche Felder zu bewegen oder direkt in einen bestimmten Raum zu gehen. Waffenkarten erleichtern die Mordversuche und geben zusätzliche Boni wenn sie in bestimmten Räumen eingesetzt werden, beispielsweise verdoppelt sich die Stärke der Kettensäge im Heckenlabyrinth. Manche dieser Karten verfügen zusätzlich noch über Kleeblätter, die genutzt werden um Doktor Lucky vor den Angriffen der Mitspieler zu schützen. Die Fehlschlagskarten verfügen über die meisten Kleeblätter und sind extrem wichtig, um Robert Lucky am Leben zu halten.
Zur Spielvorbereitung suchen die Spieler ihre Charaktere aus, blockieren, je nach Spielerzahl einige Räume und bekommen einen Grundstock an Handkarten. Die Spielerfiguren starten alle im Empfangsraum, Doktor Lucky beginnt das Spiel auf der Galerie.
Ein Spieler durchläuft in seinem Zug zwei Phasen: In der ersten Phase bewegt er seine Figur ein Feld in einen angrenzenden Raum. Darüber hinaus kann er Karten von seiner Hand spielen, um sich weiter zu bewegen oder direkt in einen bestimmten Raum zu springen. In der zweiten Phase kann der Spieler, sollte seine Figur alleine in einem Raum stehen und keine andere Figur eine Sichtlinie haben, eine Karte vom Nachziehstapel nehmen. Befindet er sich dagegen zusammen mit Doktor Lucky in dem Raum, kann er einen Mordversuch starten. Der Spieler startet mit einer Stärke von 1 und kann eine zusätzliche Karte spielen um den Angriff zu verstärken. Es liegt nun an den anderen Spielern Karten mit einem Glückswert zu spielen. Erreicht der Glückswert von Doktor Lucky die Stärke des Angriffs oder übertrifft diese gar, so scheitert das Attentat. Der verhinderte Meuchelmörder legt danach eine Karte verdeckt neben seinen Charakter, jede so abgelegt Karte steigert die Stärke bei kommenden Angriffen um 1.
Hat ein Spieler seine Figur bewegt und vielleicht sogar noch eine Aktion ausgeführt, so ist Doktor Lucky an der Reihe und bewegt sich in den Raum mit der nächsthöheren Zahl. Kommt der Doktor in einen Raum, in dem schon ein Spieler steht, so ist dieser Spieler sofort wieder am Zug. Hat auch Doktor Lucky sich bewegt, ist der nächste Spieler an der Reihe. Dieser Ablauf setzt sich so lange fort, bis ein Attentat Erfolg hat.
Über das normale Spiel hinaus wartet die Jubiläumsausgabe noch mit einem größeren Spielplan und zwei Erweiterungen auf. Bei der „Flucht aus Luckys Herrenhaus“ war der Mordanschlag erfolgreich und ein untoter Doktor Lucky macht Jagd auf seine Mörder. Die Regeln ähneln dem Grundspiel, allerdings greift nun der Hausherr die Gäste an. Der Spieler, dem es gelingt der Rache des Untoten zu entkommen gewinnt das Spiel. Zusätzlich kann mit einem Haustier gespielt werden – je nachdem ob sich die Spieler für Katze oder Hund entscheiden gelten andere Regeln für Kartenziehen und Mordversuche.

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Editionen sieht die Kill Doktor Lucky – Deluxe Jubiläumsausgabe wirklich sehr gut aus. Spielplan und Karten sind ansprechend und stimmig illustriert, die Anleitung ist verständlich geschrieben und das Spielmaterial hochwertig produziert – zudem wird das Spiel in einer stabilen Schachtel geliefert. Am Spielprinzip hat sich dagegen nicht ganz so viel geändert: die heimtückischen Mordanschläge auf Doktor Lucky sind immer noch recht glücks- oder kartenabhängig, machen aber ziemlich viel Spaß. Alle Spieler sind permanent eingebunden und haben genug Möglichkeiten den Mitspielern das Leben schwer zu machen. Je weniger Spieler teilnehmen, desto besser lässt sich zwar taktieren, doch richtig spannend wird das Spiel erst ab fünf Spielern. Mit acht Charakteren entwickelt sich die Jagd auf den Doktor zu einer recht chaotischen, wilden Angelegenheit, die aber häufig einige denkwürdige Spielmomente hervor bringt. Die Spieldauer variiert dabei recht stark, bleibt aber, selbst bei voller Spielerzahl, normalerweise unter einer Stunde.

Bei Kill Doktor Lucky kann man ohne Zweifel von einem Klassiker sprechen, der durch diese Edition spielerisch und vor allem optisch deutlich aufgewertet wird.

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