Krosmaster Arena

23. November 2013 von Marcus Pohlmann

Krosmaster Arena

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Spieleranzahl: 2 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.10.2013

Sprache: Deutsch

Schon vor zwei Jahren konnten interessierte Spieler auf der SPIEL in Essen eine Demoversion der Brettspielumsetzung des Browsergames Dofus des französischen Herstellers Ankama antesten. Dabei traten Teams von bis zu vier Figuren, die sogenannten Krosmaster, auf einem vordefinierten Spielfeld mit Zaubersprüchen und beschworenen Kreaturen gegeneinander an. Mittlerweile ist das Spiel fertig und zwei bis vier Spieler können nun ihre Figuren bei Krosmaster Arena in den Kampf schicken. Dieser Rezension zugrunde liegt die englische Fassung des Spiels, doch unterscheidet sie sich weder in Ausstattung noch in Spielweise von der französischen oder deutschen Version.

Die große Spielbox ist recht gut gefüllt und es nimmt einige Zeit in Anspruch, das Spielmaterial zu sortieren und sich näher damit auseinander zu setzen. Am auffälligsten sind dabei sicherlich die acht Spielfiguren, von denen zwei, nämlich der König der Fresssäcke und die Königin der Tofus nur in dieser Box erhältlich sind. Jede dieser Figuren hat spezifische Werte und Eigenschaften, die auf den entsprechenden Charakterkarten aufgeführt sind. Besonders wichtig ist hier die Bewegung, die festlegt, wie weit sich eine Figur auf dem Spielfeld bewegen kann, die Lebenspunkte und die Aktionspunkte, die bestimmen wie oft eine Figur in einer Runde handeln kann. Daneben gibt es noch einen Wert für Initiative, der die Handlungsreihenfolge bestimmt und das Level, das angibt, wie mächtig eine Figur ist. Dazu kommen noch individuelle Eigenschaften wie Zaubersprüche, besondere Fähigkeiten und eine kurze Information zum Hintergrund der Figur. Ein doppelseitiger Spielplan gehört ebenso dazu wie eine gewaltige Menge an Markern, die alle möglichen Spieleffekte wie beispielsweise beschworene Kreaturen, Verletzungen, dämonische Belohnungen und Kama, die spielinterne Währung, darstellen. Auch gibt es Kisten, Büsche und Bäume als Pappmarker, die vor dem Spiel noch zusammengesteckt werden müssen und im Spielverlauf als Deckung dienen. Während des Spiels kommen acht sechsseitige Würfel zum Einsatz, die anstatt der üblichen Zahlen sechs verschiedene Symbole zeigen, unter anderem gibt es Symbole für Treffer, den Dofus genannten Joker oder ein Schild das Schaden absorbiert. Schließlich liegt der Box noch die großformatige, 32seitige Anleitung bei, welche den Spielablauf in Form von verschiedenen Tutorien ausführlich erläutert.
Der Spielablauf gestaltet sich recht simpel: Nachdem das Spielfeld aufgebaut wurde, wählt jeder Spieler seine Figuren aus und nimmt sich aus dem Vorrat die dazugehörigen Marker, außerdem bekommen sie noch sechs Siegpunkte, hier „Gewinngroschen“ genannt. Nun addieren die Spieler die Initiativewerte ihrer Charaktere und der Spieler mit dem höchsten Wert beginnt das Spiel. Zu Beginn jedes Zuges wirft ein Spieler zwei Würfel, zeigen beide das gleiche Symbol, so müssen beide Spieler einen Siegpunkt abgeben, sind jedoch unterschiedliche Symbole auf den Würfeln werden diese zwei Charakteren zugeordnet und geben ihnen für diese Runde zusätzliche Eigenschaften, beispielsweise die Fähigkeit gegnerischen Angriffen auszuweichen oder besonders effektiv zu attackieren. Nun aktiviert der Spieler, entsprechend der Initiative-Reihenfolge, eine Figur, bewegt diese auf dem Brett und nutzt seine Aktionspunkte um verschiedene Zaubersprüche einzusetzen. Je nach dem genutzten Zauber verursacht ein Angriff eine gewisse Anzahl an Schadenspunkten, die unter anderem noch durch Ausrüstung oder Fähigkeiten modifiziert werden können. Verliert eine Figur so ihren letzten Lebenspunkt wird sie aus dem Spiel entfernt und der Spieler dieses Charakters muss eine Anzahl Gewinngroschen, entsprecht dem Level an seinen Gegner zahlen. Mit weiteren Aktionen können beispielsweise Kreaturen beschworen werden, es ist möglich eine gegnerische Figur oder Geländeteile im Nahkampf anzugreifen oder Kama aufzusammeln. Mit dem Kama können wiederum im weiteren Spielverlauf Gewingroschen oder dämonische Belohnungen gekauft werden, die den Charakteren entweder kurzfristige Boni, die sogenannten Buffs und Boosts bringen, aber auch permanente Ausrüstungsgegenstände bescheren. So handelt der Spieler alle seine Figuren ab, erst dann ist der Mitspieler an der Reihe, wurden alle Figuren aktiviert, so beginnt eine neue Runde. Gespielt wird so lange, bis entweder alle Charaktere eines Spieler vom Spielfeld entfernt wurden oder ein Spieler keine Siegpunkte mehr in seinem Vorrat hat.

Krosmaster Arena ist weniger ein Brettspiel, sondern vielmehr ein Tabletop, das auf einem festen Spielbrett ausgetragen wird. Aufmerksam wurde ich auf das Spiel in erster Linie durch seine grafische Aufmachung im Anime- oder Chibi-Stil, die sicherlich nicht unbedingt jedermanns Geschmack trifft. Mir jedoch gefallen die niedlichen Charaktere und auch die Optik des restlichen Spielmaterials kann voll überzeugen. Die acht Charaktere, sicherlich der Blickfang des Spiels, sind mit rund 5 cm erstaunlich groß, recht detailliert modelliert und auch noch ansprechend bemalt. Weitere Figuren können einzeln nachgekauft werden, allerdings sind diese in Blindboxen verpackt und der Käufer hat keine Möglichkeit die Charaktere auszuwählen. Auch das restliche Spielmaterial, die Marker, die Würfel, das Gelände und das Spielbrett sind qualitativ hochwertig und bieten keinen Anlass zur Kritik. Ganz besonders gelungen ist jedoch die Anleitung, welche die Spieler in sieben Tutorial-Szenarien in die Regeln einführt und dabei keinerlei Fragen offen lässt. Auch die ausführliche Beschreibung der dämonischen Belohnungen und des Spielablaufs am Ende der Anleitung sind ausgesprochen nützlich.
Das Spiel selbst ist erstaunlich einfach gehalten und ermöglicht Gelegenheitsspielern oder auch jüngeren Kindern einen schnellen Einstieg. Dabei bietet es aber auch noch genug taktische Herausforderungen und ausreichende Abwechslung um erfahrene Tabletop-Spieler gut zu unterhalten. Auch für Fans der dazugehörigen Computerspiele oder der Cartoonserie könnte ein Blick auf das Spiel durchaus interessant sein.

Ankama liefern hier ein Spiel ab, das neben einer niedlichen Optik auch noch über einigen spielerischen Tiefgang verfügt.

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