Hospital Rush

21. Juli 2015 von Marcus Pohlmann

Hospital Rush

Kategorie:

Autor: , ,

Verlag / Publisher: ,

Genre: , ,

Erscheinungsdatum: 16.10.2014

Sprache: Deutsch

Einen (nicht ganz ernst gemeinten) Blick hinter die Kulissen einer Krankenhausverwaltung ermöglichen uns eggertspiele mit ihrem Brettspiel Hospital Rush. Die vakante Position des Chefarztes muss neu besetzt werden und drei bis fünf Assistenzärzte streiten sich um diesen prestigeträchtigen Job. Dazu kurieren sie Patienten, schieben Überstunden oder besuchen Fortbildungen und versuchen nebenbei ihre Kollegen möglichst schlecht aussehen zu lassen. Wie schon bei anderen Spielen aus dem Verlagsprogramm, so liegt der Vertrieb auch diesmal wieder in den bewährten Händen von Pegasus Spiele.

Den Mittelpunkt des Spiel bildet der doppelseitig bedruckte Spielplan, eine Seite für drei und vier Spieler, die zweite Seite für fünf Spieler. Der Plan ist dabei in mehrere Felder aufgeteilt, die den jeweiligen Aktionen vorbehalten sind. Ein Thermometer als Prestigepunkt-Anzeige und vier Plätze für die Patienten vervollständigen das Spielfeld. Für diese Spieler stehen auch mehrere Holzmarker zur Verfügung, die auf den Feldern platziert werden, beispielsweise um Aktionen zu markieren oder Punkte anzuzeigen. Zur Ausstattung gehören auch Papp-Marker für Medikamente, Pflaster, Geld und verschiedene Spieleffekte. 22 Karten mit Patienten gilt es zu verarzten, so hat jeder Patient einen Namen und eine dazugehörige Illustration im Comic-Stil, beispielsweise Malaria Croft, Leonardo DiAbetico oder Bruno Scars. Darunter befindet sich die Anzahl der Prestige-Punkte, die der Spieler für die erfolgreiche Behandlung bekommt und schließlich noch die Medikamente und Pflaster die nötig sind um die Person zu kurieren. Für die Spieler stehen sieben Assistenzärzte zur Auswahl, jeder von ihnen mit einer Visitenkarte, welche die Sonderregeln zusammenfasst und einer großformatigen Spielerablage, auf der Geld, Medikamente, Fortbildung und miese Tricks markiert werden können. Diese Ablagen, ebenso wie die Visitenkarten und die achtseitige Anleitung liegen dem Spiel sowohl in deutscher wie auch englischer Sprache bei.
Eine Spielrunde setzt sich aus fünf Phasen zusammen, die nacheinander durchlaufen werden. In den beiden ersten Spielphasen platzieren alle Spieler abwechselnd ihre beiden Spielfiguren auf den Feldern des Spielplans oder ihrer Spielerablage um damit die jeweilige Aktion sofort auszulösen. So können sie ihren Arzt auf Fortbildung schicken, während der Nachtschicht Geld verdienen, Medikamente besorgen oder einen der vier Patienten behandeln. Außerdem gibt es noch einige hinterhältige Aktionen, die ebenfalls gewählt werden können: Patienten bestechen um Prestige zu bekommen oder den Mitspielern Medikamente oder Geld stehlen. Manche dieser Aktionen können nur von einem Spieler gewählt werden oder der erste Spieler mit dieser Aktion enthält bestimmte Vorteile. Darüber hinaus verfügt jeder Charakter über zwei weitere individuelle Aktionen die auf seiner Spielerablage vermerkt sind. So kann beispielsweise Dr. Goodberg einem anderen Arzt den Patienten abspenstig machen, Frau Toad kann die Mitspieler beim Chef verpetzen und Geld kassieren oder Dr. von Schneider verkauft überteuerte Medikamente an die Krankenhausapotheke zurück. Schließlich kann ein Spieler noch als eigene Aktion die miesen Tricks der Kollegen der Krankenhausleitung verpetzen und bekommt dafür einen kleinen Obulus. Haben die Spieler ihre Figuren gesetzt und die entsprechenden Aktionen ausgeführt, so wird nachgeschaut, ob einer oder mehrere Patienten erfolgreich behandelt wurden. Dazu müssen die entsprechenden Medikamenten- und Pflaster-Marken auf dem Patienten liegen, was dem behandelnden Arzt Prestigepunkte und, die passende Fortbildung vorausgesetzt, noch weitere Vorteile bringt. Sollte nach Abschluss dieser Phase ein Spieler die zum Sieg erforderlichen zehn Prestigepunkte haben, so endet das Spiel, ansonsten wird in der fünften und letzten Spielphase der Patient im letzten Bett entlassen, die leeren Betten aufgefüllt und die Spieler nehmen ihre Figuren wieder vom Brett.

Hinter den lustigen, bunten Illustrationen von Hospital Rush verbirgt sich ein durchdachtes, taktisches, aber nicht übermäßig kompliziertes „Worker Placement“-Spiel, dass sich gut für Einsteiger in diesem Brettspiel-Genre oder Gelegenheitsspieler eignet. Allerdings benötigen die Spieler zwei oder drei Partien um die tatsächlichen Auswirkungen ihrer Aktionen richtig einschätzen zu können. Die Entscheidung in einer Runde Patienten zu heilen, Medikamente zu horten oder doch lieber Geld zu verdienen ist immer von verschiedenen Faktoren abhängig. Daraus ergibt sich auch kein einheitlicher Weg zum Erfolg, viel mehr müssen die Spieler ständig auf die wechselnden Gegebenheiten reagieren und sich möglichst viele Optionen offen halten. Dabei sind zwar manche der individuellen Fähigkeiten der Spielfiguren nützlicher als andere, aber mit etwas Planung lässt sich das Spiel mit jedem Arzt gewinnen. Hochwertiges Spielmaterial, lustiges Artwork, eine klar verständliche Anleitung und eine relativ kurze Spieldauer machen das Spiel zu einer gelungenen Alternative gegenüber anderen Titeln des Genres.

Kein außergewöhnliches, aber ein rundum gelungenes, solides, Spiel, das Spaß macht, nicht übermäßig komplex ist und durchaus Spielern gefallen kann, die sonst mit dieser Art Spiel nichts anzufangen wissen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.