Hordes Primal Mk3 – Skorne Battlegroup

20. August 2016 von Marcus Pohlmann

Seit wenigen Wochen liegt die dritte Edition der beiden Fantasy-Steampunk-Tabletop-Spiele Warmachine und Hordes in den Läden, die auch diesmal wieder von Ulisses Spiele im deutschsprachigen Raum vertrieben wird. Um alteingesessenen Veteranen einen Kaufanreiz zu bieten, aber auch um Neueinsteigern den Start in eines der beiden Systemen zu erleichtern, veröffentlicht der Verlag nun für jede Fraktion Starter-Sets mit einem Grundstock an Figuren und Regeln. Die vorliegende Box enthält die Skorne Battlegroup für das System Hordes Primal Mk3.

Nach dem Öffnen der Schachtel fällt das zuerst das Buch „Primal“ auf. Hier werden dem Leser auf 116 Seiten die Regeln für das Spielsystem näher gebracht. Wie bei den meisten Tabletop-Spielen verfügen auch hier einzelne Figuren und Einheiten über eine Reihe von Werten und Fähigkeiten, die sie auf dem Spielfeld definieren. So gibt es beispielsweise die Geschwindigkeit, die festlegt, wie weit sich ein Modell in Zoll auf dem Spielfeld bewegen kann. Nah- und Fernkampfangriff, Panzerung, Abwehr und Stärke werden für den Kampf benötigt, der Kommandowert hat vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Waffenschaden, Lebenspunkte, Fähigkeiten und eventuelle Zauber runden das Profil der Figur ab. Das zentrale Element jeder Armee ist der Warlock, ein mächtiger Magier und Krieger, der die restlichen Truppen anführt und vor allem die Warbeasts kontrolliert. Dieser Warlock verteilt Wutmarker um damit seine Kreaturen zu bestimmten Aktionen zu zwingen oder um seine eigenen Zauber mit Energie zu versorgen. Zusätzlich hat jeder Warlock ein einmalig einzusetzendes, potentiell spielentscheidendes Talent.
Vor der Partie stellt jeder Spieler seine Armee nach dem zuvor festgelegten Punktwert zusammen, die Standardgröße beträgt aktuell 75 Punkte. Mit den Modellen aus der Starter-Box bekommt der Spieler 31 Punkte als Grundstock für die ersten Spiele.
Sind die Armeen aufgestellt, das Gelände vorbereitet und die Mission ausgewählt, kann die erste Runde beginnen. Der Spielablauf von Hordes teilt sich in drei Phasen auf: Die Statusphase dient dazu Effekte aus der vorangegangenen Spielrunde abzuhandeln, sollte beispielsweise ein Modell in Flammen stehen oder von anderen negativen Effekten betroffen sein. In der Kontrollphase zieht der Warlock von seinen Warbeasts Wutpunkte ab und verteilt diese neu. Auch muss getestet werden, ob der Spieler unter bestimmten Bedingungen die Kontrolle über seine Warbeasts behält und gewohnt mit ihnen agieren kann. Schließlich können die Spieler in der Aktivierungsphase ihre Figuren bewegen, besondere Fähigkeiten nutzen oder natürlich mit ihnen angreifen. Der Ablauf bei Nah- und Fernkampfangriffen unterscheidet sich dabei nicht voneinander und besteht aus zwei vergleichenden Würfen. So muss das angreifende Modell zuerst mit seinem Angriffswert plus (in der Regel) zwei Würfeln den Abwehrwert des Zieles erreichen oder übertreffen. Ist der Angriff erfolgreich, so wird die Stärke des Angreifers, seine Waffenstärke und zwei Würfel addiert und die Panzerung des Ziels davon abgezogen. Bleibt Schaden übrig, so wird dieser von den Lebenspunkten des Modells abgezogen und dies gegebenenfalls vom Spielfeld entfernt. Hat ein Spieler alle seine Einheiten bewegt, so ist sein Mitspieler an der Reihe und kann nun seinerseits die Truppen aktivieren.
Gespielt wird so lange, bis es einem Spieler gelingt die Bedingungen des gespielten Szenarios zu erfüllen, oder, vor allem auf Turnieren, bis die Zeitbegrenzung abgelaufen ist.
Regeln für Gelände, den Einsatz von Söldner und Überschneidungen mit Warmachine runden den Band ab schließlich. Ein Index fehlt dabei ebenso wenig wie eine Auswahl an Szenarien.
Das zweite Heft, der „Skorne Einführungsleitfaden“, liefert dem Leser auf 24 Seiten eine Kurzgeschichte sowie Informationen zum Hintergrund dieses streng hierarchisch organisierten Wüstenvolkes. Anschließend folgt eine Vorstellung der Einheiten in der Box sowie allgemeine Hinweise zu Taktik, Truppenaufbau und -erweiterung. Komplettiert wird das Heft durch eine Anleitung zur Vorbereitung und Bemalung der Miniaturen.
Das letzte, ebenfalls 24seitige, Heft bringt dem Spieler in elf Mission die Spielabläufe von Bewegung über Kampf bis hin zum Einsatz von Wutpunkten und der Anwendung von Zaubern näher.
Vier Figuren sind ebenfalls in der Box enthalten: Bestienmeister Xekar ist ein neuer Warlock der weniger kampforientiert ist, sondern sich eher auf die Schwächung gegnerischer Modelle spezialisiert hat. Mit dem Titanen-Gladiator, einem schweren, sowie mit Zyklopen-Berserker und dem Zyklopen-Räuber, zwei leichten Warbeasts, werden seine 31 Warbeastpunkte von Xekar vollständig ausgeschöpft. Hierbei handelt es sich um die alten, schon bekannten Modelle. Die Figuren sind aus rotem Kunststoff gegossen und müssen vor dem Spieleinsatz noch von Gussgraten gereinigt und zusammengebaut werden. Jede Figur verfügt über eine, der Warlock über zwei, Karten (in deutsch und englisch) auf denen sämtliche Werte und Fähigkeiten, zusammen mit dem Punktwert und einer kleinen Illustration, aufgelistet sind.
Schließlich finden sich in der Box noch vier sechsseitige Würfel, ein einfaches Maßband in Zoll, mehrere Marker für Wutpunkte und Spieleffekte sowie ein doppelseitiger Spielplan.

Die Regeln unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von denen der zweiten Edition. Es sind eher viele Kleinigkeiten, die hier eingeflossen sind und die das System etwas übersichtlicher und auch einsteigerfreundlicher machen. Erfahrene Spieler dürften zu Beginn häufiger einen Blick in die Regeln werfen, da sich doch viele Fähigkeiten geändert haben und manche Dinge ein klein wenig anders funktionieren als in den vorangegangenen Versionen. Bemerkenswert ist, dass mittlerweile die Reichweite jederzeit abgemessen werden kann, aber auch die Änderung der Armeezusammenstellung, zusammen mit dem Anheben der Punktgröße für eine Standard-Partie, sorgt für Umdenken im Spiel.
Die Figurenzusammenstellung der Box funktioniert gut und der Spieler kann schon viele Aspekte von Hordes antesten. Er bekommt gleichermaßen Nah- und Fernkampfmodelle mit vielen Synergieeffekten, die auch tatsächlich sinnvoll miteinander gespielt werden können. Zusammen mit dem restlichen Material wird so ein sehr unproblematischer Einstieg in das Spielsystem ermöglicht. Vor allem das „Grundausbildung“-Heft sorgt dafür, dass auch völlig unerfahrene Spieler einen verständlichen Zugang zum Spiel bekommen.
Reinigung und Zusammenbau der Figuren sind ausgesprochen einfach und stellen den erfahrenen Tabletop-Spieler vor keine wirkliche Herausforderung, aber auch Neulinge sollten keine Probleme mit den vier Figuren haben. Das Design der Miniaturen ist recht statisch, hier wäre sicherlich eine Neumodellierung der Warbeasts von Vorteil gewesen, aber auch der neue Warlock kann mich nicht wirklich überzeugen.
Über die Qualität des Spielmaterials lässt sich nicht viel Negatives sagen. Lediglich stellenweise gehäuft auftretenden Tippfehler und der doch sehr kleine Schriftgrad des Regelwerkes stören das sehr gute Gesamtbild ein wenig.
Wer sich selbst ein Bild von den neuen Regeln machen möchte kann diese auf der Homepage des Verlages kostenlos herunterladen, ebenso wie das entsprechende Buch zu Warmachine.

Ulisses Spiele legen hier eine umfassende Einsteigerbox vor, die tatsächlich wirklich alles für den schnellen Einstieg in die neueste Edition von Hordes enthält.

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