Hired Swords – Viktoria Box Set

19. April 2016 von Marcus Pohlmann

Malifaux Viktoria

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Erscheinungsdatum: 17.09.2015

Sprache: Englisch

Wyrd Miniatures, die Macher hinter dem Tabletop-Spiel Malifaux 2E liefern nun schon seit einiger Zeit einen verlässlichen Strom von Neuerscheinungen für dieses ungewöhnliche Strategiespiel. Mit Hired Swords – Viktoria Box Set folgt die Firma ihrer Linie und veröffentlicht eine Box, die eine (fast) direkt spielbare Truppe enthält. Die Figuren gehören zur Fraktion der „Outcasts“, Söldner und Gesetzlose, die in der Regel für den höchsten Bieter arbeiten und eine große Bandbreite an Fähigkeiten abdecken.

Einen Überblick über die Regeln von Malifaux findet der interessiert Leser HIER, auch einige andere Boxen wurden schon auf unserer Seite rezensiert.
Die Box enthält sieben Figuren, alle auf 30 mm-Basen und alle weiblich, mit den dazugehörigen Karten. Den Anfang machen hier die Standard-Truppen, in diesem Fall handelt es sich um drei Ronin, leicht bekleidete Damen mit hochhackigen Schuhen, langen Samurai-Schwertern und Revolvern. Die eher durchschnittlichen Werte werden dabei durch einige nützliche Fähigkeiten wett gemacht und sorgen dafür, dass die Ronin in vielen Aufstellungen nützlich sind. Der Student of Conflict, das Totem der Box, dient in erster Linie dazu, den anderen Modelle zusätzliche Bewegung und Aktionen zu verschaffen, kann sich aber auch bis zu einem gewissen Grad im Nahkampf behaupten. Taelor, die Dame mit dem großen Hammer, ist das Mittel der Wahl wenn es gegen stark gerüstete oder beschworene Modelle geht. Durch ihre Fähigkeiten wird sie zu einem recht effektiven Nahkampfmonster, dass auch eine oder zwei Runden in den gegnerischen Reihen überstehen kann. Schließlich bleiben noch die beiden Viktorias, das Herzstück der Box: Viktoria of Blood als Henchman ist ein reines Nahkampfmodell, das unter den richtigen Umständen in der Lage ist in einer Runde obszön hohen Schaden zu generieren. Allerdings ist sie durch relativ wenig Lebenspunkte und praktisch keine defensiven Fähigkeiten sehr anfällig für gegnerische Angriffe. Viktoria of Ashes ist der Master, also Anführer, dieser Box und verfügt wie ihre Schwester hauptsächlich über offensive Fähigkeiten, dazu kommen noch einige Möglichkeiten die eigenen Modelle zu unterstützen und eine Fernkampfoption als Notnagel. Dabei ist dieses Modell, für einen Master, ungewöhnlich fragil was den Spieler dazu zwingt ihren Einsatz vorsichtig zu planen.
Abgerundet wird der Inhalt der Box noch durch fünf Ausrüstungskarten, die praktisch alle darauf abzielen, die Geschwindigkeit der Figuren und deren Effektivität im Nahkampf zu erhöhen.

Die spielerische Ausrichtung der Viktorias und ihrer Begleiterinnen ist schon auf den ersten Blick zu sehen: mit hoher Geschwindigkeit den Gegner attackieren und dann nach Möglichkeit ebenso schnell wieder verschwinden. Denn so gut die Damen auch austeilen, so schlecht sind sie darin Schläge einzustecken; zwei durchschnittliche Treffer sind schon ausreichend, um jede Figur der Box (vielleicht einmal von Taelor abgesehen) aus dem Spiel zu nehmen. Allerdings gibt es bei Malifaux 2E nicht viele Modelle die einen konzentrierten Angriff der Zwillinge überstehen können. Die beiliegenden Upgrades erhöhen Beweglichkeit und Offensivpotential der Figuren noch weiter und machen die Viktorias wahrscheinlich zu den tödlichsten Figuren im Spiel. Um auf spielbare 50 Soulstones zu kommen sind noch ein oder zwei zusätzliche Modelle notwendig, wobei der Pool der „Outcasts“ hier wirklich eine breit gefächerte Auswahl bietet. Vor allem Vanessa, die jüngere Schwester der Viktorias, macht hier spielerisch und vom Fluff her Sinn.
Das Design der Kunststoff-Figuren ist, wie bei eigentlich allen Veröffentlichungen der zweiten Edition, hervorragend detailliert. Die Posen der Modelle wirken dagegen teilweise etwas statisch und hätten durchaus ein bisschen mehr Dynamik vertragen. Auf Grund der vielen Kleinteile (Zöpfe, Hosenträger und ähnliches) birgt der Zusammenbau einige Tücken, da die Teil nur in einer bestimmten Reihenfolge zusammengebaut werden können, was auch erfahrene Tabletop-Spieler zur Verzweiflung bringen kann. Die Bauanleitungen auf der Homepage von Wyrd Miniatures helfen dabei letzten Endes nur bedingt, auch die Abbildungen auf der Box können bestenfalls Hinweise geben.

Der Spieler erhält mit den Hired Swords eine strategisch recht gradlinig ausgerichtete Truppe, die sich in erster Linie für eine offensive Spielweise eignet.

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