Freebooter“s Fate – La Noche de Brujas

8. November 2014 von Marcus Pohlmann

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Erscheinungsdatum: 16.10.2014

Sprache: Deutsch

Mit schöner Regelmäßigkeit liefern Freebooter Miniatures neue Figuren für ihr durchaus erfolgreiches Piraten-Skirmish-Tabletop-Spiel Freebooter’s Fate ab. In nicht ganz so regelmäßigen Abstände folgen dann auch mehr oder minder umfangreiche Regelerweiterungen und -ergänzungen wie das vorliegende La Noche de Brujas. Der Untertitel Tales of Longfall #1 lässt zudem darauf schließen, dass die Crew um Oberpirat Werner Klocke noch einige weitere Bände in Planung hat.

Mit nur 36 Seiten ist der Band relativ schmal ausgefallen und gut die Hälfte davon ist der Vorstellung neuer Figuren gewidmet. Neun Modelle werden hier mit ihren Spielwerten und Fähigkeiten, aber auch mit einer kleinen Geschichte, vorgestellt, die vor dem Hintergrund der titelgebenden Nacht spielt. Den Anfang macht die Spezialistin Alicija Degollara, die sowohl von der Bruderschaft als auch der Armada eingesetzt werden kann und die sich besonders auf das Bekämpfen der Sansâme versteht. Eine zentrale Rolle in dem Band nehmen Mrs. Juanhijo und ihr Gatte Samuel ein, die als Söldner von jeder Fraktion angeworben werden können und ein solide Auswahl von Fähigkeiten mitbringen. Etwas aus dem Rahmen fällt dagegen Senor Nefando, ein Anführer der Bruderschaft. Diese Figur erlaubt es dem Dottore, mit dem sie nur zusammen rekrutiert werden kann, sich in ein regelrechtes Nahkampfmonster zu verwandeln. Auch die Goblin-Piraten bekommen Verstärkung in Gestalt der Spezialistin Momma Fiara. Diese Alchemistin versteht sich vor allem auf den Einsatz von verschiedenen Gebräuen und hat zudem einen dressierten Affen, der gegnerischen Figuren Gegenstände stehlen kann. Ein Nahkampf-Spezialistin bekommen die Amazonen mit Tzinaka, die sich erst in schwierigem Gelände richtig wohl fühlt. Auch der Kult erhält mit Calvario Vigueta einen neuen Spezialisten der anstatt der gängigen Sansâmes lieber Puppen einsetzt. Als letzte neue Figur betritt mit El Enterrador der Totengräber von Longfall das Spielfeld, der wahlweise für die Piraten oder den Kult eingesetzt werden kann. Dieser bietet eine Kombination aus soliden Werten und einer netten Fertigkeit, die ihn besonders gegen geschwächte Gegner effektiv macht.
Eine kleine, fünfteilige Kampagne bildet den zweiten Teil des Bandes, in der die Spieler verschiedene Gegenstände einsammeln müssen um Mrs. Juanhijo dabei zu helfen ihrem Mann seine Seele wiederzugeben. Auch einige kleine Regelergänzungen finden sich in diesem Teil, so hat nun beispielsweise die Tageszeit Auswirkungen auf die Sichtverhältnisse oder glitschiger Untergrund macht die Bewegung schwieriger.
Im ersten Szenario schlittern die Spieler mit ihren Figuren in einem Sumpfloch herum um dabei Kürbisse einzusammeln, da diese begehrte Larven enthalten und als Grundlage für die weiteren Szenarien dienen. Um zombifizierte Oktopusse und das von ihnen produzierte Gift geht es in der zweiten Mission. Auch hier gilt es wieder, möglichst viele der Weichtiere einzusammeln und dabei nach Möglichkeit nicht vergiftet zu werden. Das nächste Szenario führt die Mannschaften auf den Friedhof der Stadt Longfall, wo sie sich das nötige Ausgrabungswerkzeug beschaffen müssen ohne dabei den mürrischen Totengräber aufzuwecken. Ausgestattet mit Schaufeln können sich die Spieler nun in der vorletzten Mission daran machen, das Grab des Nekromanten Ozelle zu finden um seinen Kopf zu bergen. Die letzte Seite ist schließlich den Markern vorbehalten, die für diese Kampagne benötigt werden und können hier kopiert oder direkt ausgeschnitten werden.

Die Figurenauswahl bietet eigentlich für Spieler aller Fraktionen etwas Passendes, von recht normalen Charakteren bis hin zu ungewöhnlichen Konzepten wie Senor Nefando oder dem Kultisten Vigueta mit seinen Puppen. Dabei sind die Figuren weitgehend ausgewogen und fügen sich recht gut in die Spielbalance ein ohne dabei mit übermäßig vielen neuen Regeln ausgestattet zu sein oder ein Wettrüsten unter den Spielern auszulösen. Die Szenarien sind durchweg unterhaltsam, wenn auch etwas ungewöhnlich und können mit einer ganzen Reihe skurriler Ideen aufwarten. Einzig die umfangreichen Vorbereitungen einiger Missionen können dabei den Spielspaß etwas eintrüben.
Der Text von La Noche de Brujas ist, wie gewohnt, recht locker und unterhaltsam geschrieben und wird zudem mit zahlreichen Fotos von Spielszenen und Illustrationen einiger Figuren aufgelockert. Auch die Charakterkarten der Miniaturen haben ihren Weg in den Text gefunden, allerdings hätten diese gerne etwas größer sein können. Was ich persönlich als extrem störend empfinde ist der weiße Text auf schwarzem Untergrund. Zum einen ermüdet dies beim Lesen über Gebühr, zum anderen werden die Haarstriche der Schrift so dünn, das sie fast schon nicht mehr zu sehen sind.

Freebooter Miniatures gelingt es wieder einmal eine gute Erweiterung ihres Spiels abzuliefern, bei der die Spielbalance gewahrt bleibt und die Szenarien für frischen Wind auf dem Spieltisch sorgen.

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