FRAG – Gold-Edition

10. April 2010 von Marcus Pohlmann

FRAG - Gold Edition

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 16 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.11.2009

Sprache: Deutsch

Jeder der sich schon einmal mit einem Ego-Shooter auf dem PC oder einer Spielekonsole auseinander gesetzt hat, wird sicherlich über den Begriff Frag (ausgesprochen Frägg) gestolpert sein. Hierbei handelt es sich um das Ausschalten oder „fraggen“ eines Mitspielers. Dieses, eigentlich sehr simple Spielprinzip wurde schon vor einigen Jahren von Steve Jackson Games in Form eines Brettspieles aufbereitet. Mit FRAG Gold-Edition erfährt dieses Spiel nun eine überarbeitete Neuveröffentlichung und Bearbeitung, die von Pegasus Spiele auf den markt gebracht wird.

Wenn man sich nach dem Öffnen den Inhalt der Box genauer betrachtet sticht zuallererst die Anleitung ins Auge. Auf lediglich vier Seiten, großzügig mit Bildern und Beispielen versehen, werden dem interessierten Leser hier die Regeln des Spieles vermittelt. Sechs farbige Miniaturen, allesamt schwer bewaffnet und gerüstet dienen als Spielfiguren, eine große Anzahl an Markern wird genutzt um Munition, Abschüsse oder andere Dinge darzustellen, ebenfalls sechs Charakterbögen dienen den Spielern dazu die Attribute ihres Kämpfers festzuhalten. Dazu kommt noch ein großer, doppelseitig bedruckter Spielplan der zwei unterschiedliche Kampfplätze enthält, drei verschiedene Sorten an Karten, und zwar für Waffen, Ausrüstung und Cheats und noch eine Menge Würfel, die im Spielverlauf immer wieder genutzt werden. Nachdem man einige Spieler zusammengetrommelt und sich für eine Karte entschieden und die Figuren verteilt hat, wird man schon vor die erste Herausforderung gestellt. Vor Beginn der Partie gilt es insgesamt sieben Punkte auf die drei Attribute des Charakters zu verteilen. Hier kann sich zwischen Leben, Geschwindigkeit und Zielsicherheit entscheiden. Je nachdem wie viele Punkte man verteilt stehen im Verlauf des Spieles eine entsprechende Anzahl an Würfeln zur Verfügung um verschiedene Aktionen auszuführen. Der Attribut-Wert „Leben“ bestimmt, mit wie vielen Würfeln man sich verteidigen kann, wenn man Schaden erleidet, außerdem beschränkt dieser Wert die Anzahl der Gegenstände die man im Spiel tragen kann. Um sich zu bewegen nimmt man eine, seiner „Geschwindigkeit“ entsprechende, Anzahl Würfel und legt mit diesem Wurf die Felder fest, welche sich die eigene Figur bewegen kann. Zum guten Schluss wird durch „Zielsicherheit“ bestimmt, wie weit man schießen kann, es sei denn, die verwendete Waffe gibt etwas anderes vor. Nachdem dies erledigt ist, wird bestimmt, an welchem der Startpunkte eine Figur ins Spiel einsteigt. Nachdem nun alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann die eigentliche Runde beginnen. Als Sieger geht aus dem Spiel hervor, wer zuerst drei andere Spieler abgeschossen oder gefraggt hat. Da man zu Beginn des Spieles nur mit einer einfachen Pistole ausgerüstet ist, besteht eine gute Taktik darin, die überall auf dem Spielfeld verteilten Ausrüstungsfelder zu besuchen. Hier hat man die Möglichkeit sich neue Waffen- oder Ausrüstungskarten zu ziehen und diese einzusetzen. Die Möglichkeiten reichen hier von einfachen Erste-Hilfe-Sets über Rüstungen bis hin zu exotischeren Dingen wie Kettensägen und Atomgranaten. Dergestalt ausgerüstet, fällt es erheblich leichter, seinen Mitspielern den Garaus zu machen. Gelingt dies, so erhält man neben einem Siegpunkt auch eine Cheat-Karte, die völlig neue Spielmöglichkeiten eröffnet, so kann man die Computerverbindung eines Spielers trennen und ihn sofort aus dem Spiel nehmen oder den eigentlich tödlichen Schuss auf einen anderen Mitspieler umleiten. Sollte man jedoch selbst einmal das Zeitliche segnen, so ist das Spiel hiermit noch nicht beendet. Die im Spielverlauf gesammelte Ausrüstung bleibt an der Stelle liegen, an welcher der Spieler sein Leben aushauchte und er selbst kommt an einer zufällig bestimmten Startposition wieder ins Spiel.
Wem das noch nicht genug ist, der kann auch mehrere Runden im Turniermodus spielen und seine Spielfigur immer weiter verbessern.

Im Gegensatz zur Vorgängerversion hat die Neuauflage von FRAG in der Qualität der Spielmaterialien einiges zugelegt. Alle Marker sind aus stabiler Pappe, für die Spielfiguren gibt es kleine Kunststoff-Miniaturen und das Spielbrett selbst ist nun richtig massiv und gut vor Knicken oder Rissen geschützt. Am Spielprinzip selbst hat sich kaum etwas geändert und funktioniert nach wie vor, grade mit mehreren Spielern, ganz ausgezeichnet. Der Spielablauf selbst ist schnell und flüssig und auch wenn man grade nicht am Zug ist, kommt so keine Langeweile auf. Die Regeln sind klar und verständlich geschrieben und schon nach der ersten Lektüre kann man losspielen. Etwas mehr Überlegung erfordern die verschiedenen Ausrüstungskarten mit teilweise sehr umfangreichen und gelegentlich widersprüchlichen Texten. Allerdings fällt dies im Spielverlauf nicht großartig ins Gewicht und tut dem Spaß keinen Abbruch. Ganz im Gegensatz zu einem der beiden Spielfelder die der Box beiliegen. Hier verbringt man in den ersten zwei oder drei Runden in abgeschlossenen Räumen eigentlich nur seine Zeit damit, sich die optimale Ausrüstung zu suchen und dann den Gegner vom Feld zu blasen. Trotz mehrmaliger Anläufe will sich bei diesem Spielfeld kein wirklicher Spaß einstellen. Auch etwas mehr Abwechselung bei einigen der Ausrüstungs- und Cheatkarten hätte dem Spiel sicherlich gut getan, man kommt allerdings auch ohne aus. Insgesamt tut dies dem kurzweiligen Spielvergnügen allerdings keine Abbruch.

FRAG – Gold Edition ist sicherlich kein Spiel für den anspruchsvollen und feinfühligen Spieler. Auch für einen gepflegten, langen Familienspieleabend ist es eher nicht geeignet. Viel mehr ist ein wirkliches schnelles, einfaches Spiel, das, grade in größeren Runden sehr viel Spaß macht und sich hervorragend auch gut zwischendurch spielen lässt.

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