Expedition

10. Oktober 2016 von Marcus Pohlmann

Expedition

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Spieleranzahl: 2 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 30 Minuten

Erscheinungsdatum: 15.09.2016

Sprache: Deutsch

Schon beinahe 20 Jahre hat das Forscherspiel Expedition von Wolfgang Kramer mittlerweile auf dem Buckel. Grund genug für Amigo das Spiel einer Frischzellenkur zu unterziehen und in einer überarbeiteten Version auf den Markt zu bringen. Da die erste Auflage seinerzeit völlig an mir vorbei gegangen ist, fehlen mir die entsprechende Vergleichswerte; was aber auch den Vorteil hat, dass ich mich völlig unvoreingenommen mit dieser Veröffentlichung beschäftigen kann.

Das Spielbrett steht bei Expedition im Mittelpunkt. Darauf abgebildet ist eine Weltkarte, bei der 80 herausragende Punkte, beispielsweise Angkor Wat, Tunguska, Troja oder auch die Niagarafälle, markiert sind. Diese Orte sind durch Punkte und kleine Illustrationen gekennzeichnet und durch Reiserouten mit anderen Orten verbunden. Blaue und gelbe Quadrate auf dem Spielfeld verteilt ermöglichen zusätzliche Züge oder lassen den Spieler Reisetickets lösen. Die 80 Expeditionskarten zeigen ebenfalls die Illustrationen der Sehenswürdigkeiten, enthalten darüber hinaus aber noch einige wissenswerte Informationen zum jeweiligen Reiseziel. 30 Marker, jeweils fünf pro Spieler, dienen zur Markierung der Reiseziele, 30 Tickets beschleunigen das Vorankommen und 135 Kunststoffpfeile in drei verschiedenen Farben markieren die Routen, welche die Expeditionen nehmen.
Zur Spielvorbereitung nimmt sich jeder Spieler die fünf Marker einer Sorte und erhält, abhängig von der Spieleranzahl, acht oder zwölf Expeditionskarten, die vor den Mitspielern geheim gehalten werden müssen. Entsprechend der ersten fünf erhaltenen Karten platziert er seine Marker auf dem Spielfeld, die später Bonuspunkte bringen können. Die beiden zusätzlich enthaltenen Regelvarianten wandeln diesen Spielaufbau ein klein wenig ab.
Es gibt insgesamt drei Expeditionen in Gelb, Rot und Blau, die in Berlin starten und von dort um die ganze Welt führen können. Während seines Zuges kann sich ein Spieler entscheiden entweder auszusetzen und ein Reiseticket aus dem Vorrat zu nehmen oder eine der drei Expeditionen mit einem Pfeil zu verlängern. Dabei ist es völlig unerheblich, ob andere Spieler an der gleichen Expedition beteiligt sind. Außerdem kann der Spieler bis zu zwei Reisetickets einsetzen und damit einen weiteren Pfeil legen, einen schon ausliegenden Pfeil wieder entfernen sowie eigene Expeditionskarten tauschen oder ablegen. Erreicht eine Expedition einen Ort, dessen Karte ein Spieler auf der Hand hält, so kann er diese Karte ablegen und dafür bei der Endabrechung Punkte kassieren. Dabei ist es unerheblich wer letztendlich die Expedition an den Ort geführt hat.
So versuchen die Spieler Runde für Runde die Expeditionskarten auf ihrer Hand zu erfüllen und die zuvor gelegten Ortsmarker einzusammeln. Hat ein Spieler seine letzte Karte abgelegt, wird die aktuelle Runde noch zu Ende gespielt, anschließend bekommt jeder Spieler Punkte für erfüllte Expeditionskarten und eingesammelte Ortsmarker. Für übrig behaltene Karten und Marker gibt es dagegen Minuspunkte. Der Spieler mit den meisten Karten ist der erfolgreichste Forscher und hat die Partie gewonnen.

Auf den ersten Blick wirkt Expedition recht einfach und eignet sich daher sehr gut für den Spielernachwuchs, zumal die Texte auf den Karten auch noch informativ sind. Allerdings bietet das Spiel, wenn es denn von erfahreneren Taktikern gespielt wird, noch eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten. Der Fokus verschiebt sich in diesem Fall ein wenig vom Abklappern der eigenen Expeditionsorte hin zu einem Bluff- und Taktikspiel. Der Einsatz der Reisetickets und der farbigen Quadrate ermöglicht eine recht gute Planung und Kombinationen, mit denen ein Spieler die Expedition in die gewünschte Richtung lenken oder einem Konkurrenten Steine in den Weg legen kann. Die Spielabläufe sind schnell und unkompliziert, so dass keine langen Wartezeiten anfallen, auch dauert eine Partie selten wesentlich länger als die von Amigo angegebene halbe Stunde. Die verständlichen Regeln (zusätzlich mit einem Erklärvideo auf der Verlagsseite) und der rasche Spielaufbau ermöglichen schon noch wenigen Minuten die erste Partie. Obwohl sich das Spiel für zwei bis sechs Spieler eignet, hat sich in der Praxis gezeigt, dass mit vier Spielern die beste Balance gegeben ist. Mit weniger können Spielern lässt sich zwar besser planen, aber es fehlt die Interaktion, mit mehr Spielern wird es etwas unübersichtlich und Expeditionskarten werden in viel zu rascher Folge (meist unbeabsichtigt) erfüllt.
Die Aufmachung, sowohl des Spielbretts wie auch der Karten, ist sehr stimmig und passend zum Hintergrund umgesetzt. Die Illustrationen von Marc Margielsky sind stellenweise etwas sehr klein geraten, bilden aber die Besonderheiten des jeweiligen Ortes gut ab. Auch am sechsseitigen Regelheft gibt es nichts auszusetzen; zahlreiche Abbildungen und einige Beispiele sorgen für einen schnelle Einstieg ins Spiel.

Expedition bekommt hier eine lange überfällig und optisch sehr ansprechende Neuauflage spendiert, die nicht nur jüngeren Spielern gefallen dürfte.

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