Don’t Drop The Soap

04.01.2018 von Marcus Pohlmann

Don't Drop The Soap

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Spieleranzahl: 3 bis 6 Spieler

Altersempfehlung: ab 15 Jahren

Spieldauer: 5 bis 15 Minuten

Erscheinungsdatum: 26.10.2017

Sprache: Englisch

Fat Fox Games die Spieler in eine eher ungewöhnliche Rolle: Als Insassen einer Haftanstalt gilt es, beim gemeinsamen Duschen nicht die Seife fallen zu lassen. Ganz folgerichtig trägt dieses, bisher nur in englischer Sprache erhältliche, Kartenspiel auch den Titel Don’t Drop The Soap. Bis zu sechs Spieler versuchen das Unvermeidliche hinaus zu zögern um am Ende nicht als Verlierer da zu stehen – Gewinner im eigentlichen Sinne gibt es keine.

In der kleinen, auffällig gefärbten, Schachtel befinden sich insgesamt 60 Karten. Eine davon enthält die Spielregeln, während sieben Karten für die Seife vorgesehen sind. Auf den restlichen 52 Karten sind Aktionen aufgelistet, die von den Spielern ausgeführt werden. Dabei verfügt jede Karte über einen Titel, eine großflächige Illustration, den eigentlichen Aktionstext und über ein Zitat aus dem (fiktiven) Gefängnisalltag. Die Verteilung ist dabei unterschiedlich; manche Karten wie „Prison Bitch“ (6x) oder „Smokes“ (5x) sind relativ häufig vertreten, andere Karten, beispielsweise den „Judge“ oder „Top Dawg“, sind nur einmal im Deck vorhanden. Praktisch alle Karteneffekte drehen sich dabei um die Ablage, den Austausch oder das Ziehen von Karten.
Zur Vorbereitung wird eine Seifen-Karte beiseite gelegt, die restlichen Karten werden gemischt und fünf an jeden Spieler verteilt. Nun bekommt der Spieler mit dem knackigsten Hintern die zusätzliche Seifen-Karte und wird damit zum Startspieler.
Der Spielablauf ist denkbar einfach: Der Spieler der an der Reihe ist legt eine Karte ab und führt den dazugehörigen Text aus. So muss er beispielsweise bei „Prison Bitch“ direkt eine neue Karte vom Nachziehstapel nehmen, mit dem „Revolver“ einen Mitspieler dazu zwingen zwei Karten zu nehmen, mit „Drugs“ bis zu drei Karten mit einem Mitspieler tauschen oder mit „Backwash“ den Ablagestapel nach einer Karte durchsuchen und diese sofort ausspielen. Danach ist der nächste Spieler an der Reihe seinerseits eine Karte abzulegen. Selbst wenn es einem Spieler gelungen ist, alle seine Handkarten loszuwerden, ist er noch nicht sicher. Er kann immer noch durch den „Lawyer“ gezwungen werden fünf neue Handkarten zu ziehen. Der Ablauf wird so lange fortgesetzt, bis ein Spieler eine Seifen-Karte legen muss – in diesem Fall verliert er das Spiel.

Natürlich ist Don’t Drop The Soap kein Spiel mit Tiefgang oder gar Niveau – diesen Anspruch erhebt Autor Martin Bruun Pedersen auch gar nicht. Durch die kurze Spieldauer, die simplen Regeln und die praktisch nicht vorhandene Vorbereitungszeit lässt sich aber schnell eine Partie (oder auch eine zweite und dritte) spielen. Allerdings sollten die Spieler nicht sonderlich empfindlich sein, denn Thematik und vor allem einige der Illustrationen und Texte strapazieren den guten Geschmack doch schon erheblich. Wer sich daran nicht stört bekommt hier ein hübsches kleines Kartenspiel, das in lockerer Runde hervorragend funktioniert. Die Spieldauer variiert teilweise sehr stark – manchmal ist schon nach der zweiten oder dritten Runde Schluss, dann wieder gelingt es den Spieler erstaunlich lange die Seifen-Karten auf der Hand zu halten (oder weiterzugeben).
Die Illustrationen sind in einem cartoonartigen Stil gehalten; deutlich überzogen und bedienen jedes Klischee, dass der Spieler mit diesem Thema in Verbindung bringt. Jede Karte, selbst wenn sie die gleiche Aktion haben, verfügt dabei über ein eigenständiges Artwork. Der Zeichner hat, trotz des eingeschränkten Formates, viele witzige (und manchmal grenzwertige) Details auf den Karten untergebracht.
Aktuell kann das Spiel lediglich über die Homepage des Verlages bezogen werden.

Nicht ganz geschmackssicher und bestimmt nicht politisch korrekt – aber dafür sehr schnell, lustig und böse bietet Don’t Drop The Soap kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch.

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