Die Bestie 3: Der Tag der Bestie

11. Juli 2014 von Marcus Pohlmann

Bestie 3

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Erscheinungsdatum: 01.05.2014

Sprache: Deutsch

Im Jahre 1984 ursprünglich bei Chaosium erschienen und dort schon einmal 1998 überarbeitet, hat sich Pegasus Press im letzten Jahr den Abenteuern rund um die „Bruderschaft der Bestie“ für das Rollenspiel H.P. Lovecrafts Cthulhu angenommen. Der Verlag hat das eigentlich recht bescheidene Heft komplett erneuert, weite Teile ergänzt und auch optisch aufpoliert und daraus schließlich eine umfangreiche Kampagne gemacht, deren letzter Band, Die Bestie 3: Der Tag der Bestie, hier vorliegt. Die 248 Seiten des Hardcover führen die Charaktere dabei wieder rund um den Erdball im Versuch die Machenschaften verborgener Drahtzieher zu vereiteln und die Menschheit vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren.

Die Ereignisse des zweiten Bandes dürften die Charaktere etwas angeschlagen und verwirrt zurück gelassen haben. Doch für eine lange Verschnaufpause bleibt keine Zeit, denn „Die Berge des Mondes“ warten schon im nächsten Kapitel auf sie. Und wieder ist es das Medium Paul LeMond der die Charaktere mit seinen Visionen auf merkwürdige Vorkommnisse in Zusammenhang mit dem Wiederkehr der Bestie aufmerksam macht. Diesmal sind es Erdbeben in Peru, eine alte Legende der örtlichen Indios und Grabungsarbeiten des New World Incorporated-Konzerns, welche genauer untersucht werden müssen. Stellen es die Charaktere geschickt an, so können sie einflussreiche Verbündete gewinnen und die Machenschaften der Bruderschaft behindern. Allerdings können sie auch mit ihrer Aufgabe grandios scheitern, was tiefgreifenden Einfluss auf den Rest der Kampagne hat. Mit den Informationen aus Peru geht es für die Charaktere weiter in die künftige Hippie-Metropole San Francisco um dort einen weiteren Teil der Verschwörung aufzudecken. In „Blumenkinder des Todes“ treffen sie nicht nur erneut auf die friedliebenden Anhänger des Rhon-Paku sondern begegnen auch  einem der Hintermänner der Bruderschaft, dem uralten Chinesen Lang-Fu. Im Gegensatz zu vielen anderen Abenteuern der Kampagne ist es hier für die Charaktere relativ einfach Freund und Feind zu unterscheiden, während sie vor allem in Chinatown und der Bucht weitere Hinweise aufdecken und langsam hinter die Ziele und Pläne der Bruderschaft kommen. Mittlerweile wird auch die Rolle, die der Konzern New World Incorporated innerhalb der Kampagne spielt deutlicher und so liegt es nahe, dass die Charaktere in „Technischer Terror“ einen kurzen Abstecher in das firmeneigene Forschungsinstitut nach Oakland machen. Hier finden sie nicht nur die Erklärung für einige der merkwürdigen Vorkommnisse aus vorangegangenen Kapiteln, sondern haben auch die Gelegenheit, diese Bedrohung dauerhaft zu neutralisieren. Wenig mehr als ein kurzes Intermezzo ist das folgenden Kapitel „Die Stimme aus dem Jenseits“. Hier treffen die Charaktere nicht nur ihren alten Bekannten Paul LeMond wieder, sondern werden auch mit dem Geist des Priesters Nophru-Ka konfrontiert. Langsam steuert die Kampagne schließlich auf das große Finale hin, daher liegt es auch nahe, das die Charaktere im vorletzten Kapitel „Falkenjagd“ zum Ursprung des Übels, nach Ägypten, reisen. In Kairo angekommen, beansprucht eine ungewöhnliche Mordserie ihre Aufmerksamkeit, die sich über verschiedene bedeutsame Orte entlang des Nils erstreckt. Nicht nur die britischen Beamten, auch verschiedene Kultistengruppen haben ein eigenes Interesse daran den Täter zu entlarven und zu stoppen, so dass es durchaus zu Verwicklungen kommen kann. Schließlich erreichen die Charaktere Gizeh und müssen mit „Stunde Null“ nur noch das letzte Kapitel überstehen um die Machenschaften der Bruderschaft der Bestie zu vereiteln. Hier bringen sich noch einmal die verschiedenen Fraktionen in Stellung, denen die Charaktere in den vorherigen Kapiteln begegnet sind, Verbündete gleichermaßen wie Gegner. Letzten Endes läuft aber alles auf einen Showdown im Schatten der Großen Sphinx zwischen den Charakteren und den drei Anführern der Bruderschaft hinaus.
Auch in diesem letzten Band der Kampagne ist wieder ein Teil der „Regionalia Cthuliana“-Reihe vorbehalten. Mit fast 100 Seiten ist die Beschreibung von San Francisco sehr umfangreich ausgefallen und bietet Informationen zur Geschichte und zum Leben in der Stadt. Dabei werden die Stadtviertel, sowie einige ihrer außergewöhnlicheren Bewohner detailliert vorgestellt. Natürlich darf auch eine Übersicht über die Gefängnisinsel Alcatraz und das weitere Umland nicht fehlen. Schließlich finden sich in diesem Kapitel immer wieder Anregungen für den Spielleiter um einige Abenteuer zu entwickeln und die Stadt, auch außerhalb der Kampagne, mit Leben zu erfüllen. Als kleines Schmankerl liegt dem Band schließlich noch eine großformatige Karte der Stadt bei.

Wieder hat es die Redaktion von Pegasus Press nicht bei einer einfachen Übersetzung belassen, sondern die verschiedenen Kapitel, teils massiv, überarbeitet. Dazu kommt mit „Falkenjagd“ noch ein komplett neues Abenteuer, dass sich recht gelungen in die Kampagne einfügt. Obwohl der Band nicht mit so exotischen Schauplätzen aufwarten kann wie sein Vorgänger bekommen die Spieler hier doch einiges geboten. Sowohl Action-Freunde als auch Intrigen-Weber kommen hier auf ihre Kosten und etwas Detektivarbeit, gewürzt mit viel Okkultismus, wurde ebenfalls nicht vergessen. Das, zumindest für mich, intensivste Abenteuer des Bandes war das ausgesprochen kurze „Die Stimme aus dem Jenseits“. Hier lässt sich eine großartige Atmosphäre aufbauen, die Nähe zu verschiedenen Horrorfilme hilft dabei ungemein. Etwas enttäuscht war ich dagegen vom Finale, da es, wenn die Spieler es geschickt anfangen, zahlreiche Möglichkeiten gibt die Beschwörung der Bestie schon im Vorfeld zu verhindern und so der eigentliche Höhepunkt der Kampagne ausfällt.
Die Aufmachung von Die Bestie 3: Der Tag der Bestie lässt wieder einmal kaum Wünsche offen. Der Umschlag des Hardcover-Bandes ist, wie auch schon die beiden Vorgänger, sehr stimmig von Mark Freier und Ralf Berszuck gestaltet worden. Die zahlreichen Handouts von Annette und Uwe Matthes, Chris Schlicht und Julia Silbermann tragen ihren Teil zur Atmosphäre der Kampagne bei und die Auswahl des Bildmaterial ist rundum gelungen. Auch im dritten Band kann ich mich jedoch nicht wirklich mit dem Layout anfreunden, dass den Leser gelegentlich ins Leere laufen lässt und auch den Stil der wenigen Illustrationen empfinde ich als unpassend zum Rest des Bandes. Von diesen Petitessen abgesehen gibt es eigentlich nichts, das für Freunde des Cthulhu-Rollenspiels gegen den Erwerb dieses Bandes (und natürlich auch seiner Vorgänger) sprechen würde.

Die Bestie 3: Der Tag der Bestie führt die Kampagne um die Bruderschaft der Bestie und die finsteren Machenschaften von New World Incorporated zu einem würdigen und für die Spieler hoffentlich gelungenen Abschluss.

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