Cthulhu Realms

1. November 2015 von Marcus Pohlmann

Cthulhu Realms

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Erscheinungsdatum: 17.11.2015

Sprache: Deutsch

Cthulhu Realms verbindet zwei derzeit im Spielesektor schwer angesagte Themen: zum einen nutzt das Kartenspiel von Darwin Kastle einen Deckbuilding-Mechanismus, zum anderen greift der Hintergrund auf den Cthulhu-Mythos des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft zurück. Veröffentlicht wird dieses Spiel für zwei bis vier wahnsinnige Kultführer auf dem heimischen Markt von ADC Blackfire Entertainment, die bisher hauptsächlich als Distributor und Großhändler für Merchandise-Produkte, Spiele und -zubehör in Erscheinung getreten sind.

Die kleine Schachtel enthält vier Spielertableaus, auf denen der aktuelle Verstand-Wert der Spieler festgehalten wird und die zudem noch über eine kurze Erklärung der verwendeten Symbole verfügen, sowie die dazugehörigen Marker. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf den 108 Karten, die sich grob in drei Kategorien, Wesen, Orte und Artefakte, aufteilen lassen. Jede der Karten verfügt über einen Beschwörungswert, den der Spieler bezahlen muss, um die Karten seinem Deck hinzuzufügen, eine zugeordnete Farbe sowie eine oder mehrere Fähigkeiten, die im Spielverlauf genutzt werden können.
Jeder Spieler beginnt seine Karriere als Kultführer mit 50 Verstand-Punkten sowie sechs Anhängern, zwei Schlägern und zwei Eingeweihten, diese bilden das persönliche Kartendeck. Mit diesen Karten müssen die Spieler nun versuchen weitere Anhänger, beispielsweise Ghoule, Mi-Go oder Studenten zu rekrutieren, mystische Objekte sammeln oder auch die Vorteile verschiedener Örtlichkeiten nutzen. Ziel ist es dabei die Mitspieler endgültig in den Wahnsinn zu treiben, sprich dafür zu sorgen, dass sie ihren letzten Punkt Verstand verlieren. Die restlichen Karten kommen in das allgemeine Deck und werden gründlich gemischt. Danach wird eine bestimmte Anzahl Karten, abhängig von der Spielerzahl, aufgedeckt. So sind es bei der Variante für zwei Spieler fünf Karten die offen ausgelegt werden.
Zu Beginn eines Zuges zieht ein Spieler fünf Karten von seinem persönlichen Deck und kann nun beliebig viele dieser Karten ausspielen und die Fähigkeiten einsetzen. Einige dieser Karten geben Beschwörungspunkte, mit denen Karten aus der Auslage gekauft und in das eigene Deck integriert werden können, andere wiederum sorgen dafür, dass ein gegnerischer Spieler den Verstand verliert oder das bereits gekaufte Karten zerstört und damit ganz aus dem Spiel entfernt werden. Auch gibt es die Möglichkeit den eignen Verstand wieder zu regenerieren, Orte zu zerstören oder zusätzliche Karten zu ziehen. Die Fähigkeiten auf den Karten müssen dabei nicht unbedingt in der aufgedruckten Reihenfolge abgehandelt werden; es ist sogar möglich erst die Fähigkeit einer Karte zu nutzen, dann die nächste Karte zu spielen und danach eine weitere Fähigkeit der ersten Karte einzusetzen. Viele dieser Fähigkeiten erfordern bestimmte Voraussetzungen um sie nutzen zu können, beispielsweise muss der Spieler in diesem Zug schon eine grüne Karte gespielt haben oder eine beliebige Karte wurde aus dem Spiel entfernt.
Möchte oder kann ein Spieler keine Karten mehr spielen oder Fähigkeiten nutzen, so endet sein Zug und der nächste Spieler ist an der Reihe. Dies wird so lange fortgesetzt bis nur noch ein Spieler Verstand-Punkte übrig hat, der dann auch als Sieger und Ober-Kultist aus dem Spiel hervor geht.

Die Anleitung von Cthulhu Realms ist, vorsichtig formuliert, verbesserungswürdig. Hier vermisse ich eine klare Struktur, bebilderte Beispiele und eine explizite Erläuterung der manchmal etwas verwirrenden Piktogramme auf den Karten. Nach einigen Runden „Learning by doing“ und unter Zuhilfenahme eines Tutorial-Videos erschließen sich die Mechanismen jedoch recht gut und die Spielrunden laufen zusehends flüssiger ab. Die Spielanleitung ist dann aber eigentlich auch der einzige Aspekt, der an dem Spiel verbesserungswürdig ist. Der Spielablauf ist, praktisch ab der ersten Runde, rasant und verzichtet auf die langsame Startphase vieler anderer Deckbuilding-Spiele. Mit etwas Übung können die Spieler recht mächtige Kombos mit ihren Karten zusammenstellen, so dass ein überlegtes Erweitern des eigenen Decks belohnt wird.
Die Illustrationen der Karten von Rob Lundy sind zwar in einem eher cartoonhaften Zeichenstil gehalten, passen aber Dank der eher düsteren Farbpalette und der wahnsinnigen, schwarzhumorigen Motive recht gut zur Spielthematik.

ADC Blackfire Entertainment liefern vor dem Hintergrund des Cthulhu-Mythos ein schnelles, durchaus anspruchsvolles, Deckbuilding-Spiel ab, das nach einer etwas umständlichen Eingewöhnungsphase durchaus zu gefallen weiß.

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