Cthulhu Gloom

22. August 2016 von Marcus Pohlmann

Cthulhu Gloom

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Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 13 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 08.08.2011

Sprache: Englisch

Leser die mit den Geschichten von H.P. Lovecraft und denen seiner Epigonen vertraut sind wissen, dass es mit den Protagonisten in der Regel kein gutes Ende nimmt. Das Kartenspiel Cthulhu Gloom nimmt sich dieser Thematik an und ermöglicht es bis zu fünf Spielern ihre Charaktere (und die der Mitspieler) ins Verderben zu stürzen. Veröffentlicht wird das Spiel von Atlas Games, die neben mehreren anderen Gloom-Varianten vor allem für das Rollenspiel Ars Magica bekannt sind.

Eine Besonderheit des Spiels wird schon beim Öffnen der Schachtel offensichtlich: die 110 Karten bestehen aus durchsichtigem Kunststoff, auf den Texte und Symbole gedruckt sind. Im Spielverlauf werden diese übereinander gelegt und so werden immer wieder Teile der darunterliegenden Karten abgedeckt und sind somit ungültig. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Kartenarten: Die Charakterkarten werden nochmals in vier „Familien“ unterteilt, jede davon mit fünf Mitgliedern. Zur Auswahl stehen hier Personal der Miskatonic Universität, Angehörige der degenerierten Familie Whateley, Bewohner der Kleinstadt Innsmouth und Insassen des Sanatoriums von Arkham. Spielerisch macht es allerdings keinen Unterschied für welche Fraktion sich die Spieler entscheiden. Im Spiel zu fünft erhält der zusätzliche Spieler einen Charakter aus jeder anderen Fraktion, so dass nur noch mit vier Charakteren pro Spieler gespielt wird. Insgesamt 20 Karten sorgen für einen „Untimely Death“, also das Dahinscheiden eines Charakteres; während es für eine der fünf „Stories“ Bonuspunkte in der Endabrechnung gibt. Die elf „Event“-Karten bringen einmalige Effekte, danach werden sie abgelegt, schließlich werden die 54 „Modifier“-Karten auf die Charaktere gelegt und bringen diesen Pathos-Punkte. Zusätzlich sind auf manchen dieser Karten noch Symbole, die den Storys zugeordnet werden können und auch weitere Effekte.
Der wichtigste Aspekt des Spiels sind jedoch die Pathos-Punkte. Diese können einen positiven oder negativen Wert haben und entscheiden am Ende der Partie über Sieg und Niederlage, wobei der Spieler mit den meisten Minuspunkten gewinnt. Fast jeder „Modifier“ gibt einem Charakter Pathos, wobei unter Umständen schon bestehende Punkte wieder abgedeckt werden. Andere Karteneffekte lassen einen Spieler zusätzliche Aktionen ausführen, Karten ziehen und ablegen oder nehmen auch sonst vielfältigen Einfluss auf das Spielgeschehen
Zur Vorbereitung wählt jeder Spieler eine Fraktion aus und nimmt sich die entsprechenden Charakterkarten, außerdem werden zwei „Story“-Karten offen in die Tischmitte gelegt. Die restlichen Karten werden gemischt und jeder Spieler erhält von diesem Stapel fünf Handkarten.
Ist ein Spieler an der Reihe, so kann er zwei beliebige Aktionen ausführen. Er kann beispielsweise eine „Modifier“- oder „Event“-Karte ausspielen, sowohl auf seine als auch auf die Charaktere der Mitspieler, auch kann er einen Charakter mit negativem Pathos sterben lassen, eine Story erfüllen um die Punkte einzustreichen oder seine Handkarten ablegen. Am Ende seines Zuges zieht der Spieler wieder bis zu seinem Handkartenlimit, meist fünf Karten, auf und der nächste Spieler ist an der Reihe.
So kann ein Charakter in einem Spiel beispielsweise ein Artefakt erben, sich mit Kultisten einlassen, in Gilmans Hotel ein Zimmer beziehen und in die Familie Marsh einheiraten nur um letzten Endes von einem Shoggothen zerquetscht zu werden
Ist das letzte Mitglied einer Familie verstorben, so endet das Spiel und die Spieler zählen die Pathos-Punkte ihrer toten Charaktere und eventuell gewonnener Storys zusammen. Der Spieler mit den meisten Minus-Punkten ist schließlich der Sieger.

Auf den ersten Blick ist Cthulhu Gloom ein ganz nettes Kartenspiel mit einem originellen Mechanismus, morbider Thematik und ungewöhnlicher Optik. Lassen sich die Spieler, ganz im Geiste Lovecrafts, jedoch darauf ein und schmücken den Weg der Charaktere in Wahnsinn, Verzweiflung und letztendlich Tod mit kleinen Geschichten aus, wird daraus ein wirklich großartiger Zeitvertreib. Aber selbst wenn sich die Spieler nur darauf beschränken einfach ihre Karten herunterzuspielen um möglichst viel (oder in diesem Fall eher wenig) Punkte zu sammeln funktioniert das Spiel immer noch recht gut, wenn auch lange nicht so unterhaltsam. Verfügen die Spieler allerdings über keinen cthuloiden Hintergrund, reduziert dies den Spielspaß erheblich, den praktisch jeder Kartentext spielt auf den Cthulhu-Mythos an.
Eines der Hauptmerkmale des Spieles sind natürlich die durchsichtigen Karten mit ihrem markanten farbigen Druck, wobei Schwarz, Rot und Grün dominieren. Vor allem die Druckqualität ist hier hervorzuheben, da sich Bilder und Texte auch bei intensivem Spieleinsatz nicht abreiben und gut lesbar bleiben. Die Illustrationen von Todd Remick sind nicht herausragend, aber für die Thematik sehr passend und unterstützen den leicht verrückten Charakter des Spiels. Die Anleitung ist recht kurz gehalten und manchmal nicht wirklich eindeutig. Hier hätten sicherlich einige (bebilderte) Beispiele und eine übersichtlichere Struktur zum besseren Verständnis beigetragen.

Cthulhu Gloom ist das Richtige für Freunde des Cthulhu-Mythos (aber natürlich auch für andere Spieler), die Spaß an leicht boshaften, makabren Spielen mit einem hohen Kommunikationsfaktor haben.

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