Crime Master – Tatort: Großstadt

28. Juni 2016 von Marcus Pohlmann

Crime Master

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Spieleranzahl: ab 2 Spieler

Altersempfehlung: ab 14 Jahren

Spieldauer: ca. 15 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.04.2016

Sprache: Deutsch

Neben einer recht großen Bandbreite an Kriminalromanen veröffentlicht der Gmeiner-Verlag auch immer wieder kleine Spiele, die sich um die Aufklärung (und manchmal auch die Ausführung) von Verbrechen drehen. Mit Crime Master startet der Verlag nun eine neue Serie, bei denen die Spieler durch geschicktes Kombinieren verschiedene Fälle lösen müssen. Der erste Teil steht unter dem Motto Tatort: Großstadt und führt die Spieler von Augsburg über Dortmund und Kiel bis nach Zürich.

Die kleine Schachtel enthält neben der vierseitigen Anleitung einen Block, auf dem die Spieler ihre Ermittlungsergebnisse (und ihre erzielten Punkte) eintragen können. Außerdem liegen 25 Fälle bei, jeder davon mit zwei Karten, von denen die kleinere die Ermittlungsakte darstellt. Diese ist für die Spieler bestimmt und enthält verschiedene Informationen zum Fall: das eigentliche Verbrechen, der Tatort, die Ergebnisse der Spurensicherung sowie mögliche Zeugen. Darüber hinaus findet sich auf der Rückseite noch eine einfach gehaltene Skizze des Tatortes, anhand derer sich die Spieler orientieren können. Mit den Indizien auf dieser Karte müssen die Spieler ihre Schlussfolgerungen ziehen. Die zweite, größere Karte ist für den „Crime Master“ bestimmt und enthält die detaillierten Angaben zum Tathergang, wobei die jeweiligen Fakten farblich voneinander abgesetzt sind.
Bei jedem Fall gilt es zwölf Fakten herauszufinden, die sich in die vier Bereiche Täter, Motiv, Hilfsmittel und Tathergang aufteilen. Dazu stellt der Spieler oder das Team das grade an der Reihe ist eine Frage, die der Crime Master mit „ja“ oder „nein“ beantworten muss.  Ist die Antwort positiv und hat der Spieler eine Einzelheit des Verbrechens ermittelt, so bekommt er einen Punkt und ist erneut an der Reihe. Liegt er dagegen mit seiner Vermutung falsch, so kann der nächste Spieler seine Frage stellen. Haben die Spieler alle Fakten aufgedeckt gewinnt derjenige, der hauptsächlich zur Lösung des Falles beigetragen und die meisten Punkte gesammelt hat.
Die Bandbreite der zu lösenden Fälle ist dabei breit gefächert. So muss der tätliche Angriff auf einen Winzer während des Mainzer Rosenmontagszuges ebenso aufgeklärt werden wie die Verwüstung eines Marktstandes auf dem Nürnberger Christkindlesmarkt oder der heimtückische Mord an einem Saarbrücker Sternekoch.

Die Grundidee hinter Crime Master ist nicht sonderlich originell und wurde in den letzten Jahren schon häufig in ähnlicher Form genutzt. Allerdings hat die Autorin Sonja Klein sich viel Mühe gegeben, die Fälle stimmig, mit viel Liebe zum Detail und (fast immer) nachvollziehbar aufzubauen. Auch die Einbeziehung des jeweiligen Lokalkolorits trägt durchaus zum spielerischen Ratevergnügen bei. Die Spieler dürfen sich allerdings nicht scheuen, auch um mehrere Ecken zu denken und manche Indizien wirken dann doch arg an den Haaren herbei gezogen. Dennoch funktionieren die Raterunden recht gut und Dank der kurzen Spielzeit von gut zwanzig Minuten ist durchaus noch Zeit für einen zweiten oder dritten Fall.
Das Spielmaterial präsentiert sich weitgehend schnörkellos und funktional, was aber den eher nüchternen Charakter der Thematik unterstützt. Die Tatort-Skizzen beschränken sich ebenfalls nur auf das Nötigste, lenken aber andererseits auch nicht von den wesentlichen Merkmalen des Falles ab. Was mich allerdings ausgesprochen stört ist das Material der Karten. Dabei handelt es sich lediglich um etwas stärkeres Papier, das über keines der üblichen Merkmale von Spielkarten verfügt. Die Karten knicken und reißen leicht und lassen sich zudem nicht übermäßig gut handhaben. Durch das ungewöhnlich Format fällt zudem die Option weg, Kartenhüllen zu nutzen.

Passend zu seinem Roman-Programm legt der Gmeiner-Verlag hier ein kurzweiliges, manchmal vertracktes Krimi-Quiz vor, mit dem eine kleine Raterunde durchaus Spaß haben kann.

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