Cottage Garden

21. Mai 2017 von Marcus Pohlmann

Cottage Garden

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Spieleranzahl: 1 bis 4 Spieler

Altersempfehlung: ab 8 Jahren

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Erscheinungsdatum: 13.10.2016

Sprache: Deutsch/Englisch

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Nur selten muss die aufregende Welt der Kleingärtner als Thema für ein Brettspiel herhalten. Daher nutzt der renommierte Spieleautor Uwe Rosenberg diesen recht unverbrauchten Hintergrund für Cottage Garden, seine erste Veröffentlichung beim Friedberger Verlag Pegasus Spiele. Bis zu vier Hobbygärtner legen darin ihre Beete an und versuchen aus dem ständig wechselnden Blumenangebot das Beste zu machen.

Das zentrale, doppelseitige Spielbrett stellt die Gärtnerei, und damit die Ablagefläche für die Blumen, dar. Aufgeteilt in 16 Felder und von einer Leiste für den Gärtner umgeben nimmt dies einen zentralen Platz auf dem Spieltisch ein. Insgesamt 36 Blumenplättchen, alle ebenfalls beidseitig bedruckt, in den unterschiedlichsten Formen werden genutzt, um die Blumenbeete der Spieler zu füllen. Dabei sind nicht nur Blumen zu sehen, sondern auch Pflanzglocken und Blumentöpfe, die im späteren Spielverlauf die eigentlichen Punkte bringen. Neun verschiedene Blumenbeete können die Spieler bepflanzen, wobei auch hier schon einige Töpfe und Glocken aufgedruckt sind. Marker mit weiteren Blumentöpfen, Bienenstöcken und Katzen, die als eine Art Joker dienen, gehören ebenfalls zum Spielmaterial. Ein sechsseitiger Würfel stellt den Gärtner dar, der genutzt wird um den Spielfortschritt auf der Leiste anzuzeigen. Für jeden Spieler gibt es eine Punkteleiste, hier Pflanztisch genannt, sowie jeweils drei blaue und orangene Holzklötzchen für die Punkteanzeige. Schließlich wird das Spielmaterial durch eine Schubkarre, die erst zusammen gesteckt werden muss, und die zweisprachige Anleitung vervollständigt.
Jeder Spieler erhält zu Beginn zwei zufällige Beete, drei orangene und drei blaue Spielsteine und einen Pflanztisch. Die Blumenplättchen werden zufällig auf die 16 Felder der Gärtnerei verteilt, die überzähligen Plättchen werden zusammen mit der Schubkarre in Reichweite abgelegt.
Das Spiel selbst teilt sich in vier Phasen auf die nacheinander durchlaufen werden. In der ersten Phase, der Auffüllphase wird die Reihe überprüft, vor der der Gärtner grade steht. Sind in dieser Reihe drei oder gar vier Felder leer, wird die Reihe komplett aufgefüllt. In der zweiten Phase hat der Spieler die Option entweder ein Blumenplättchen aus der Gärtnerei oder einen Blumentopf vom allgemeinen Vorrat zu nehmen. Diese müssen sofort in einem der beiden Beete angelegt werden. Dabei dürfen schon liegende Plättchen weder überbaut noch verschoben werden, noch darf das Plättchen über den Rand des Beetes hinaus ragen. Hat ein Spieler in der vorangegangenen Phase alle Felder eines Beetes gefüllt, so schließt sich nun die Wertungsphase an. Der Spieler rückt nun einen seiner orangenen Spielsteine für jeden Blumentopf auf dem Feld einen Schritt nach vorne. Für jede Pflanzglocke wird ein blauer Spielstein vorgezogen. Die auf dem Beet liegenden Plättchen werden nun wieder in ihre jeweiligen Stapel gelegt, das Beet selbst wird umgedreht und in die Tischmitte gelegt und der Spieler nimmt sich das dort liegende Beet. Schließlich wird in der letzten Phase der Gärtnerwürfel ein Feld weiter bewegt und gegebenenfalls auf die nächste Runde gedreht, sollte er das Spielbrett einmal umrundet haben.
Die ersten fünf Spielrunden folgen dem gleichen Schema, in der sechsten und letzten Runde ändert sich der Ablauf ein wenig. Es werden alle Beete abgelegt, auf denen weniger als drei Plättchen liegen abgelegt und so lange gespielt, bis jeder Spieler seine verbliebenen Beete vervollständigt hat. Für jede Runde die er dafür benötigt, muss er entweder einen orangenen oder einen blauen Spielstein zwei Felder auf dem Pflanztisch zurück setzen; er bekommt effektiv Minuspunkte.
Hat der letzte Spieler sein Beet gefüllt folgt die Punktauswertung. Die Spieler bekommen Punkte für die Positionen ihrer blauen und orangenen Spielsteine auf dem Pflanztisch und Bienenkörbe. Sollte es zu einem Punktgleichstand kommen, gewinnt der Spieler mit den meisten Bienenkörben.
In den Spielregeln finden sich noch Varianten für einen Solo-Spieler und für eine Runde mit jüngeren Spielern.

Ich weiß nicht, ob es an der Thematik liegt, auf jeden Fall spielt sich Cottage Garden in den Testrunden ungewöhnlich entspannt. Obwohl die Spieler hier in direktem Wettstreit miteinander stehen, bleibt die Atmosphäre immer recht locker. Es könnte natürlich auch damit zusammen hängen, dass es praktisch keine Möglichkeiten gibt, die anderen Spieler zu behindern oder ihre Arbeit zu vernichten. Obwohl ich Spiele mit möglichst viel Interaktion eigentlich bevorzuge, gefällt mir diese Veröffentlichung von Pegasus Spiele erstaunlich gut. Konzept, Ablauf und Spielmechanismen sind einfach stimmig und ergeben ein gelungenes Ganzes, auch wenn die eigentlichen Blumen eher als Staffage angesehen werden können. Planung und eine längerfristige Strategie sind zwar empfehlenswert, dennoch ist vor allem das Improvisationstalent der Spieler gefragt – vor allem da keine Partie der vorherigen gleicht.
Die Illustrationen von Andrea Boekhoff sind nicht unbedingt herausragend, passen aber sehr schön zur Thematik. Auch das restliche Spielmaterial liefert keinen Grund zur Kritik, die Druck- und Verarbeitungsqualität ist durchgängig hoch. Die Anleitung ist verständlich und logisch aufgebaut und setzt auf viele bebilderte Beispiele zur Verdeutlichung.

Uwe Rosenberg legt mit Cottage Garden ein erfreulich unaufgeregtes, hübsch anzuschauendes Spiel vor, dass sowohl für den „casual gamer“ als auch den Vielspieler gute Unterhaltung bietet.

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