Ciúb

14. Januar 2015 von Marcus Pohlmann

Ciub

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Erscheinungsdatum: 02.12.2014

Sprache: Deutsch

Gerne nutzt der Amigo-Verlag für seine Spiele als Hintergrund-Thematik Zauberer und Magie, so auch beim jüngst erschienenen Würfelspiel Ciúb. Hierbei müssen die bis zu vier Spieler mittels ihrer magischen Fähigkeiten, und natürlich durch geschickten Einsatz des Würfelvorrates, die Anforderungen der Zauberkarten erfüllen und so Siegpunkte sammeln.

Insgesamt stehen den Spielern bei Ciúb 62 sechsseitige Würfel zur Verfügung. Im Gegensatz zu den haushaltsüblichen Würfeln verfügen diese über verschiedene Farben, Symbole und Zahlen, beispielsweise haben weiße Würfel die Zahlen eins bis vier auf ihren Seiten und zusätzlich zwei Mal die Möglichkeit diesen Würfel gegen einen andersfarbigen Würfel zu tauschen. Die roten, gelben und orangenen Würfel  haben auf ihren Seiten Zahlen in unterschiedlicher Verteilung, verfügen aber über keine weiteren Sonderfunktionen. Der Schwerpunkt bei den lila, blauen und grünen Würfeln liegt dagegen auf verschiedenen Möglichkeiten, Würfelergebnisse zu modifizieren. So haben die Spieler die Möglichkeit, einen Wurf zu wiederholen, den Würfel auf ein beliebiges Ergebnis zu drehen oder aber einen Würfel gegen zwei neue zu tauschen. Auf den Zauberkarten, aufgeteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen, finden sich Würfelergebnisse, die für den Gewinn der jeweiligen Karte erforderlich sind, beispielsweise eine bestimmte Zahlenkombination, mehrere Würfel mit dem gleichen Ergebnis oder auch eine Augenzahl die erreicht werden muss. Zusätzlich sind auf jeder Karte noch die Siegpunkte angegeben, die der Spieler bei Spielende für diese Karte bekommt. Das Spielmaterial wird schließlich durch vier Marker und zweiseitig bedruckte Spielertableaus abgerundet. Auf diesen wird der Spielablauf sowohl in deutscher und englischer Sprache und mit einigen Illustrationen zusammengefasst. Auch die sechsseitige Anleitung liegt in diesen beiden Sprachen in der Schachtel.
Vor Beginn des Spiels wird der Stapel mit den Zauberkarten entsprechend der Spieleranzahl modifiziert, das heißt, es werden unter Umständen einige Karten entfernt. Außerdem bekommt jeder Spieler fünf weiße Würfel sowie ein Spielertableau und einen Marker in seiner Farbe. Schließlich werden zwei Reihen mit Zauberkarten ausgelegt und aus den restlichen Karten der Nachziehstapel gebildet.
Ist nun ein Spieler an der Reihe, so kann er zuerst seinen Marker auf einer beliebigen Karte platzieren und diese so für die Mitspieler sperren, alternativ dazu kann er eine Karte entfernen. In diesem Fall wird eine neue Karte vom Ablagestapel aufgedeckt. Danach würfelt der Spieler mit seinen Würfeln, zu Spielbeginn sind dies nur die schon erwähnten weißen Würfel. Je nach Würfelergebnis kann der Spieler nun einige seiner Würfel in andersfarbige umtauschen oder auch schon Würfel auf sein Spielertableau legen um eine der Aufgaben zu erfüllen. So lange der Spieler Würfel tauschen oder Würfel ablegen kann, darf er seinen Zug fortführen. Kann er am Ende eine der Zauberkarten mit seinem Ergebnis erfüllen, so nimmt er sich diese und legt bis auf fünf Würfel alle anderen zurück in den Vorrat. Kann oder möchte der Spieler keine der Aufgaben erfüllen, so behält er alle bisherigen Würfel für die nächste Runde und erhält noch einen zusätzlichen Würfel in einer beliebigen Farbe. Gespielt wird so lange, bis die letzte Karte aufgedeckt wird und ein Spieler diese, zusammen mit einer weiteren Zauberkarte, aufnimmt. Danach bleibt nur noch die Siegpunkte zu zählen um den Sieger zu bestimmen.

Um ehrlich zu sein: ich mag keine Würfel und die Würfel mögen mich im Gegenzug auch nicht sonderlich. Dennoch lasse ich mich gelegentlich ganz gerne zu einem Spiel verleiten, auch wenn ich dabei grundsätzlich verliere. Allerdings bemüht sich Spieleautor Tom Lehmann den Glücksfaktor bei Ciúb ein wenig in die Schranken zu weisen, was ihm auch recht gut gelingt. Selbst nach einer schlechten Runde, hat der Spieler zumindest rein statistisch gesehen in der nächsten Runde durch den zusätzlichen Würfel deutlich bessere Chancen eine der Zauberkarten zu gewinnen. Die verschiedenen Sonderaktionen und zur Verfügung stehenden Zauberkarten erlauben es den Spielern recht flexibel zu reagieren und sich sogar in beschränktem Umfang eine Strategie zurecht zu legen. Zwar scheitert das, zumindest bei mir, dennoch immer wieder an den Würfelergebnisse, dafür hatten meine Mitspieler durchaus ihren Spaß daran, die Würfel wild durcheinander zu tauschen und die Ergebnisse zu ändern. Die Dauer der einzelnen Spielzüge kann stark variieren und es kommt durchaus gelegentlich vor, dass ein Spieler mehrere Minuten für seinen Zug benötigt, was beim Rest der Spielrunde für einige Unruhe sorgen kann.
Sehr gut gelungen und ausgesprochen stimmig sind die, leider sehr spärlichen, Illustrationen auf den Karten, davon hätte ich sehr gerne etwas mehr gesehen. Die Anleitung lässt bis auf eine oder zwei etwas unklare Formulierungen keinerlei Fragen offen und liefert zusätzlich noch einige erklärende Illustrationen ab, so dass letzten Endes keine Verständnisfragen bleiben. Nicht ganz so glücklich bin ich dagegen mit den vier Spielertableaus. Diese fassen den Spielablauf zwar recht verständlich, wenn auch nicht ganz übersichtlich zusammen, allerdings sind sie nur auf normales Papier gedruckt und machen schon nach wenigen Runden einen abgegriffenen Eindruck und sind anfällig für Knicke. Hier wäre ein stärkerer Karton sicherlich die deutlich bessere Wahl gewesen.

Spieler, die gerne würfeln, denen Kniffel aber zu langweilig ist, dürften in Ciúb eine passende, etwas anspruchsvollere Alternative finden.

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