City Tycoon

18. März 2014 von Marcus Pohlmann

City Tycoon

Kategorie:

Autor: ,

Zeichner:

Entwickler:

Verlag / Publisher:

Genre: ,

Spieleranzahl: 2 bis 5 Spieler

Altersempfehlung: ab 10 Jahren

Spieldauer: ca. 75 Minuten

Erscheinungsdatum: 01.03.2013

Sprache: Deutsch

Nicht nur auf dem Computer erfreuen sich Städtebausimulationen großer Beliebtheit, auch kommen im Brettspielspielbereich immer wieder Titel heraus, bei denen die Spieler den Aufbau einer Stadt und deren Versorgung mit verschiedensten Gütern bewältigen müssen. So veröffentlichte schon 2011 der polnischen REBEL.pl-Verlag das Brettspiel City Tycoon, bei dem sich bis zu fünf Spieler als Bauherren und Planer beweisen können. Für den heimischen Markt hat sich Pegasus Spiele des Titels angenommen, optisch komplett überarbeitet und 2013 veröffentlicht.

Bevor sich die Spieler jedoch daran machen können, ihre Stadt zu errichten müssen erst einige Vorbereitungen abgeschlossen werden. Zuerst gilt es die verschiedenen Plättchen und Marker, und davon gibt es sehr, sehr viele, aus den jeweiligen Stanzbögen zu lösen. Glücklicherweise gehört auch eine ausreichende Anzahl ZIP-Beutel zum Lieferumfang, so dass sich die Marker fein säuberlich in Geldmünzen, Besitzmarker, Stadt-, Kraftwerks- und Landschaftsplättchen sortieren lassen. Nachdem dies erledigt ist, kann endlich ein Blick in die achtseitige Anleitung geworfen werden, zudem liegt auch noch ein DIN A4-Blatt bei, dass die wichtigsten Spielelemente zusammenfasst und einige Erklärungen zu den verwendeten Symbolen liefert. Sind auch diese Vorarbeiten abgeschlossen, können sich die Spieler daran machen, das Spielfeld vorzubereiten. Die Tafeln für die Anzeige der Siegpunkte und die Reihenfolge der Spieler werden etwas beiseite gelegt und das große Startplättchen mit seinen vier Kraftwerken, an das alle anderen Gebäude angebaut werden, kommt in die Mitte des Tisches. Jeder Spieler erhält zudem die Besitzmarker seiner Farbe und abhängig von der Reihenfolge, einen kleinen Kapital-Grundstock. Die Kraftwerksplättchen werden in zwei Stapeln ausgelegt, die Stadtplättchen mit ihren Gebäuden entsprechend ihrer Nummerierung ebenfalls in vier Stapel gemischt. Ist auch dies erledigt, können die Spieler endlich daran gehen ihre Stadt auszubauen, sowie Siegpunkte und Geld zu sammeln.
Gespielt wird City Tycoon in vier Runden, von denen sich jede in fünf Phasen aufteilt. In der ersten Phase wird, abhängig vom vorhandenen Geld, die Reihenfolge der Spieler festgelegt. Der Spieler, der über die geringsten Kapitalreserven verfügt darf die Runde beginnen. Jeder Spieler kommt in der zweiten Phase sechs Gebäudeplättchen ausgeteilt, von denen er sich eines aussucht und die anderen Plättchen an seinen linken Nachbarn weitergibt, so dass am Ende jeder Spieler sechs Gebäude vor sich liegen hat. Nun geht es in der dritten Phase darum die Stadt auszubauen. Bei jedem seiner sechs Plättchen kann sich der Spieler entscheiden dieses an die Stadt anzulegen, dafür muss er die entsprechenden Baukosten bezahlen, erhält aber unter Umständen auch direkt Rohstoffe oder andere Vorteile. Eine zweite Option ist, das Gebäude gegen ein Kraftwerksplättchen auszutauschen oder es zu verkaufen und dafür 5 € zu kassieren. Die vierte Phase dient der Versorgung der eigenen Gebäude mit Rohstoffen und Energie aus den Kraftwerken. Jedes Gebäude generiert, wenn es versorgt wird, Rohstoffe, Geld oder Siegpunkte. Reicht die eigene Produktion eines Spielers nicht aus, so kann er auch, für einen kleinen Obulus, Energie von Mitspielern kaufen. Eine Bezahlung wird ebenfalls fällig, wenn er seine Energie über die Felder der Mitspieler transportiert. Dies wird solange fortgesetzt, bis die Spieler ihre Gebäude nicht mehr versorgen können oder wollen und das Spiel geht in die fünfte, die Aufräum-Phase, über. Hier werden die transportierten Rohstoffe und Energiemarker vom Feld geräumt und die Kraftwerke wieder mit Energie aufgefüllt.
Nachdem auch die vierte Runde absolviert wurde, findet die Punktabrechnung statt. Dabei werden nicht nur die bisher erreichten Siegpunkte berücksichtigt, auch das erwirtschaftete Geld hat einen Einfluss auf den Spielausgang.

Zu Beginn habe ich mich mit dem Einstieg in City Tycoon ein wenig schwer getan. Die Anleitung kann zwar mit vielen, auch illustrierten Beispielen, aufwarten, doch waren mir einige Spielmechanismen nicht ganz klar. Erst durch die Nutzung einschlägiger Online-Foren und eines Video-Tutorials wurden alle Unklarheiten ausgeräumt. Dagegen ist die Deutung der verschiedenen Symbole auf den Gebäudekarten nach einem Blick auf das Beiblatt kein Problem und geht mit zunehmender Spieldauer einfacher von der Hand. Nachdem sich der grundlegende Ablauf dann erst einmal erschlossen hat, kann das Spiel durch viele Entscheidungsmöglichkeiten beeindrucken. Verschiedene Taktiken können hier zu Siegpunkten, aber auch zum finanziellen Ruin führen und durch den ausgesprochen flexiblen Spielaufbau gleicht zudem keine Partie der anderen, jedes mal werden die Spieler vor neue Herausforderungen gestellt. Dabei sind Spiele mit zwei oder drei Spielern nicht ganz so spannend, da es hier teilweise möglich ist, sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen, bei vier und fünf Spielern herrscht dagegen richtiges Gedränge auf dem Spielfeld. Die angegebene Spieldauer liegt bei maximal zwei Stunden, was ein recht guter Richtwert ist.
Die Illustrationen von Hans-Georg Schneider sind durchaus nett und haben etwas Cartoonhaftes an sich, unterscheiden sich aber von den sehr futuristischen Zeichnungen des polnischen Originals deutlich. Ich hätte mir für ein Spiel dieser Art zwar eine eher realistischere Darstellung gewünscht, aber letzten Endes ist dies Geschmackssache und beeinträchtigt den Spielspaß nicht wirklich.

Für Freunde strategischer Aufbauspiele bietet City Tycoon durchaus gute, anspruchsvolle und abwechslungsreiche Unterhaltung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.