Buch der Verdammten 1: Hölle

7. April 2014 von Marcus Pohlmann

Pathfinder - Buch der Verdammten 1: Hölle

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Erscheinungsdatum: 01.03.2014

Sprache: Deutsch

Es ist nichts Neues, dass sich die Autoren des Pathfinder-Rollenspiels ihre Inspirationen gerne aus Literatur, Film oder auch der irdischen Mythologie holen. Mit dem vorliegenden Quellenband Buch der Verdammten 1: Hölle gibt sich Wesley Schneider allerdings nicht mit halben Sachen zufrieden, sondern stellt in dem 68seitigen Quellenband die Hölle, zumindest die der Rollenspielwelt Golarion, mit ihren wichtigsten Bewohnern und Anführern vor. Veröffentlicht wird das Buch wie gewohnt von Ulisses Spiele, die auch für die Übersetzung verantwortlich sind.

Beinahe das erste Drittel des Bandes wird von der Beschreibung der neun Höllenkreise und ihrer Herrscher, der Erzteufel, eingenommen. Von Avernus, dem Eingangsbereich, geht es über Dis und die gewaltige Schatzkammer Erebus nach Phlegethon, durch die Sümpfe und Moore von Stygia hin zu Malebolge, von dort ins ewige Eis von Cocytus und über Caina bis der Reisende schließlich im zentralen Kreis Nessus ankommt. Hier residiert auch der unangefochtene Herr der Hölle, der gefallene Engel Asmodeus. Jeder Eintrag beschreibt dabei den allgemeinen Aufbau des jeweiligen Kreises sowie besondere Merkmale oder Bauwerke, welche die Reisenden erforschen können. Auch erfährt der Leser etwas über die Erzteufel, ihre Erscheinung, ihre Geschichte und bekommt einen Einblick in ihr Verhalten. Das anschließende Kapitel widmet sich den verschiedenen Arten von Teufeln und Dämonen welche die Höllenkreise bewohnen und legt dabei Wert auf die komplexen hierarchischen Strukturen, in denen sie organisiert sind, und an dessen Spitze der Infernalische Adel mit seinen Fürsten, Herzögen und Königen steht.
Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Interaktion von Charakteren und Dämonen. Hier werden magische Gegenstände und Kontrakte vorgestellt, mit deren Hilfe sich die Bewohner der Hölle für die eigenen Zwecke nutzen lassen. Und für Spieler, die ihrem Charakter einen faustischen Zug verleihen wollen, eignet sich die Prestigeklasse des Diabolisten. Diese sehr speziellen Magier pflegen Umgang mit Dämonen, fordern Gefallen von Teufeln ein und haben Zugriff auf die Zaubersprüche des Infernalischen Arkana. Letztendlich führt ihr Weg jedoch direkt in die Hölle und selbst mächtige Magie kann sie von dort nur in seltenen Fällen zurückbringen. Anschließend findet der Leser Zauber und Artefakte, die für die Hölle und ihre Bewohner typisch sind.
Den Abschluss des Bandes bildet schließlich ein  kleines Bestiarium, das einige Teufel und Dämonen vorstellt, denen die Charaktere auf ihrem Weg durch die Kreise begegnen können.

Ob ein Spielleiter seine Gruppe unbedingt in die Hölle schicken muss, sei einmal dahingestellt, allerdings bekommt der Leser mit dem Buch der Verdammten 1: Hölle durchaus interessanten Lesestoff. Zwar gibt es erst nach gut 40 Seiten die ersten tatsächlichen Regeln zu sehen, aber dafür präsentiert der Band Hintergrundmaterial über die Teufel der Rollenspielwelt Golarion. Etwas umfangreicher hätte die Beschreibung der verschiedenen Höllenkreise zwar ausfallen dürfen, doch reicht das hier beschriebene um den Spielleiter einen Überblick zu verschaffen. Glücklicherweise hat der Autor darauf verzichtet die Erzteufel mit Spielwerten darzustellen, solche mächtigen Wesen sollten am Besten immer außerhalb der Spielmechanik gesehen werden. Der Diabolist als Charakterklasse bietet einige interessante Optionen für den Spieler, dürfte sich aber nicht so ohne weiteres in die meisten Gruppen integrieren lassen. Und auch das Bestiarium hält ungewöhnliche Kreaturen bereit die durchaus in vielfältiger Weise in Abenteuer eingebaut werden können.
Wer schon einen Band der Pathfinder-Reihe in der Hand hatte, wird sich auch hier sofort zurecht finden. Das Layout ist übersichtlich, die Übersetzung bietet keinen Grund zur Klage und vor allem die Illustrationen sind sehr stimmig und passen gut zur Thematik.

Das Buch bietet ambitionierten Spielleitern eine interessante Lektüre und genug Inspiration um mit den Spielern einen Ausflug in die Unterwelt zu machen.

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