BANG!: The Walking Dead

16. Dezember 2015 von Marcus Pohlmann

BANG!: The Walking Dead

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Erscheinungsdatum: 23.10.2015

Sprache: Deutsch

Bei unseren regelmäßigen Spieletreffen ist es schon eine fast liebgewonnene Tradition, zum Abschluss des Abends eine große Runde BANG! zu spielen. War das Spiel bis vor kurzem noch auf ein Wild-West-Setting beschränkt, so hat der Heidelberger Spieleverlag nun mit BANG!: The Walking Dead eine Spielvariante veröffentlicht, die nach der Zombie-Apokalypse angesiedelt ist und sich optisch und inhaltlich stark an den gleichnamigen Comics orientiert. Bis zu sieben Spieler können bei diesem Teamkartenspiel gegeneinander antreten und versuchen, ihrer Fraktion zum Sieg zu verhelfen.

Der Inhalt der kleinen Schachtel ist schnell gesichtet: eine zwölfseitige Anleitung, einige Gesundheitsmarker aus Pappe sowie sieben Tableaus für die Spieler bilden den Rahmen. Wirklich wichtig sind jedoch die beiliegenden Karten, die sich in verschiedene Kategorien einteilen lassen. So gibt es sieben Übersichtskarten, auf denen die Symbole der anderen Karten erläutert werden, sieben Rollenkarten, die sich wiederum in drei verschiedene Fraktionen aufteilen und 16 unterschiedliche Charaktere. Und natürlich gibt es noch 80 Aktionskarten, mit Ausrüstungsgegenständen, hinterhältigen Angriffen und anderen Dingen, die das Spiel interessant machen.

Nach einem kurzen Blick in die Regeln bekommt jeder Spieler ein Tableau, auf dem es Platz für Ausrüstungskarten, seine Rolle und seinen Charakter, sowie für die Gesundheitsanzeige gibt. Zudem startet jeder Spieler noch mit einer Axt als Standardbewaffnung. Nun werden die Rollenkarten zufällig verteilt um das Team festzulegen dem ein Spieler angehört und damit auch gleichzeitig seine Siegbedingungen zu definieren.

Abhängig von der Spieleranzahl haben die Teams eine unterschiedliche Anzahl an Mitgliedern. Die wichtigste Figur des Spiels, und auch die einzige Rollenkarte die aufgedeckt wird, ist der Anführer der „Überlebenden“, daneben kann es bis zu zwei weitere „Überlebende“ geben. Bis zu drei „Erlöser“ und ein Einzelgänger von „Hilltop“ stehen dem entgegen. Die Siegbedingungen sind denkbar einfach: Die „Überlebenden“ gewinnen, wenn ihr Anführer überlebt und sie alle „Erlöser“ und den Einzelgänger töten. Die „Erlöser“ gewinnen, wenn der Anführer der „Überlebenden“ aus dem Spiel ausscheidet und der Einzelgänger muss schließlich dafür sorgen, dass die Charaktere aller anderen Spieler sterben. Sind die Rollen festgelegt, so bekommen die Spieler noch unterschiedliche Charaktere zugeteilt, von denen jeder eine besondere Fähigkeit aufweist. Beispielsweise zieht Rick eine Karte wenn er verwundet wird, Dwight nimmt alle Karten eines eliminierten Spielers auf die Hand oder Hershel kann zwei Handkarten ablegen um eine Wunde zu heilen. Nun werden die Aktionskarten gemischt und jeder Spieler bekommt so viele Karten, wie er Gesundheitsmarker hat.

Der Anführer beginnt das Spiel, indem er zwei Karten vom Nachziehstapel nimmt. Nun kann er verschiedene Aktionskarten ausspielen, manche Karten, beispielsweise das Wohnmobil oder der Schutzanzug, bieten einen gewissen Schutz vor Angriffen und bleiben vor dem Spieler liegen. Andere wiederum werden nach dem Ausspielen abgelegt, so das Waffenlager, das es dem Spieler ermöglicht drei weitere Karten vom Stapel zu ziehen oder der Überraschungsangriff, bei dem ein Mitspieler eine Karten verliert. Schließlich kann der Spieler, eine „Angriff!“-Karte vorausgesetzt, noch einen Spieler attackieren. Mit der Axt aus der Grundausstattung ist es nur möglich, die direkten Sitznachbarn anzugreifen, andere Waffen, wie die Schrotflinte oder das Scharfschützengewehr ermöglichen es dagegen, praktisch jeden Mitspieler zu attackieren. Kann der Angegriffene nicht durch eine Karte oder einen Gegenstand ausweisen, so erleidet er eine Wunde. Ist dies seine letzte Wunde, scheidet er aus dem Spiel aus und seine Rollenkarte wird aufgedeckt. Beendet ein Spieler seinen Zug, so ist der nächste Spieler an der Reihe, dies wird so lange fortgesetzt, bis es einem Team gelingt, seine Siegbedingungen zu erfüllen.

Obwohl der Titel etwas anderes vermuten lässt, so stellen die Untoten bei BANG!: The Walking Dead nicht die größte Gefahr für die Spieler dar. Natürlich wird der eine oder andere Spieler einer Infektion oder der Beisserhorde zum Opfer fallen, doch sind es die Spieler der anderen Teams, von denen die größte Gefahr ausgeht. Doch zuerst einmal muss diese Bedrohung überhaupt identifiziert werden, was einen enormen Reiz beim Spielen ausmacht. Falsche Verdächtigungen, angetäuschte Angriffe und selbstlose Opfer tragen erheblich zum Spielspaß bei und die Schadenfreude ist natürlich groß, wenn der Anführer einen anderen Überlebenden eliminiert. Spielbar ist dieses Bluff-Kartenspiel zwar schon mit vier Spielern, allerdings hält sich dabei das Vergnügen in einem sehr überschaubaren Rahmen. Viel besser ist es dagegen sich mit sechs oder sieben Spielern durch die Zombiapokalypse zu schießen. Für Spieler die früh ausscheiden, was durchaus in der ersten oder zweiten Runde möglich ist, bleibt nicht viel mehr zu tun als zuzuschauen, dies ist aber auch der einzige wirkliche Kritikpunkt, den ich bei dem Spiel habe.

Im Gegensatz zum ursprünglichen BANG! gibt es, von den neuen Illustrationen aus den Comics abgesehen, praktisch keine Änderungen. Spielverlauf, Sonderfähigkeiten und Aktionskarten sind identisch, so dass sich Veteranen sofort im Spiel zurecht finden können. Um Neueinsteiger kümmert sich das zwölfseitige Heft mit der Anleitung vorbildlich, neben den eigentlichen Regeln finden sich hier die Beschreibung aller Karten, teilweise sogar mit Beispielen zu ihrem Einsatz und sämtliche Charaktere mit ihren jeweiligen Sonderfähigkeiten werden vorgestellt.

Auch in der The Walking Dead-Variante bleibt BANG! ein spannendes, lustiges Spiel mit dem sich auch größere Spielergruppen sehr gut unterhalten lassen.

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