Ars Mathematica

14. April 2017 von Marcus Pohlmann

Ars Mathematica

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Erscheinungsdatum: 15.03.2017

Sprache: Deutsch

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Zur Einführungen der neuesten Edition des Horror-Rollenspiels H.P. Lovecrafts Cthulhu im letzten Jahr hatten Pegasus Press einen Abenteuerwettbewerb ausgeschrieben. Der nun erschienene Band Ars Mathematica fasst die drei Sieger-Abenteuer zusammen und liefert dem Spielleiter neues Material um seine Spielrunde zu beschäftigen.

Das titelgebende Siegerabenteuer „Ars Mathematica“ von Andreas Osterroth eröffnet den 84seitigen Band. Im Frühjahr 1923 befinden sich die Investigatoren darin auf einer Bahnfahrt zu einem nicht näher definierten Ziel. Im Zug selbst tummelt sich eine ganze Reihe merkwürdiger Gestalten, von denen die meisten etwas zu verbergen haben, was im Zuge der Reise immer offensichtlicher wird. Die eigentliche Bedrohung geht jedoch von einer Verbindung zwischen okkultem Mythoswissen und – der Titel ist ein Hinweis – mathematischen Formeln aus. Es liegt nun an den Spielern dafür zu sorgen, dass die heraufbeschworene Kreatur die luxuriösen Abteile des Zuges nicht in ein Schlachthaus verwandelt.
Aus der Feder von André Frenzer stammt „Jäger und Gejagte“, das zweite Abenteuer. Dieser One-Shot führt die Spieler an den Klondike nach Alaska, wo sie versuchen die letzten Reste Gold aus dem Fluss zu klauben. Im kalten Winter des Jahres 1921 verschwindet ein Goldsucher eines naheliegenden Claims nach einem vermeintlichen Wolfsangriff. Die verbliebenen Schürfer machen sich daran dem Rudel zu folgen und die aggressiven Raubtiere zu vertreiben. Schon bald stellt sich jedoch heraus, dass ein paar Wölfe das geringste Problem der Charaktere sind. Nach und nach wird die kleine Jagdexpedition dezimiert, vom örtlichen Indianerstamm ist nur wenig Hilfe zu erwarten und auch das eisige Klima fordert seinen Tribut. Und dann gibt es auch noch ein Ungeheuer, dass im Eis lauert…
Auch bei dem letzten Abenteuer, „Orakelknochen“, von Hilmar Poganatz handelt es sich um einen One-Shot. Im Cthulhu Now-Setting beheimatet, sollen die Charaktere dem Archäologen Roger Cambridge dabei behilflich sein, ein antikes chinesisches Begräbnisritual nachzustellen. In der alten Gruft eingeschlossen, müssen die Charaktere die Zeremonien entschlüsseln, die ihnen zugewiesenen Rollen aufrecht erhalten und schließlich die Hintergründe des Rituals aufdecken.

Der Spielleiter bekommt mit diesem Band unterschiedliche Settings, Stimmungen und Themenschwerpunkte: Freunde von Survival-Horror kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Altertumsforscher oder eher kriminalistisch interessierte Investigatoren. Während die beiden ersten Abenteuer dabei gute, solide, aber weitgehend konventionelle Unterhaltung bieten, folgt „Orakelknochen“ dagegen einem interessanten, ungewöhnlichen Ansatz. Allerdings hängt es sehr von den beteiligten Spielern ab, ob das Szenario funktioniert. Alle Abenteuer lassen sich problemlos in einer Sitzung durchspielen; dafür bleiben, wie so häufig bei Kurzabenteuern, den Spielern nicht übermäßig viele Möglichkeiten ihren Charakter individuell auszugestalten oder alternative Lösungsansätze zu suchen. Einzig „Ars Mathematica“ lässt sich ohne größere Probleme in eine schon laufende Kampagne einbinden, die beiden anderen Abenteuer sind dagegen zu speziell. Die Aufmachung bewegt sich auf dem gleichen hohen Niveau der anderen Publikationen von Pegasus Press – Bildauswahl, Titelgestaltung und Layout sind durchweg gelungen. Dagegen fallen, wie ich finde, die Handouts und Illustrationen ein klein wenig ab – sie sind zwar immer noch ordentlich, aber H.P. Lovecrafts Cthulhu hat in dieser Hinsicht die Messlatte schon sehr hoch gelegt. Das für das letzte Abenteuer 1920er Charakterbögen genutzt wurden, obwohl es im Gegenwarts-Setting angesiedelt ist, stört dabei nicht weiter. Zusätzliche Materialien, beispielsweise Handouts, Pläne und ähnliches finden sich auf der Pegasus-Homepage zum kostenlosen Download.

Die Spieler bekommen mit Ars Mathematica drei recht gute Abenteuer für das Horror-Rollenspiel zu einem unschlagbaren Preis.

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